Raúl Jiménez köpft Mexiko zum WM-Auftaktsieg – und erzielt sein erstes WM-Tor
Mexiko-Stadt, 11. Juni 2026
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Kurzfassung
Raúl Jiménez hat dem WM-Mitgastgeber Mexiko mit einem Kopfballtor zum 2:0-Endstand im Eröffnungsspiel gegen Südafrika den Auftaktsieg gesichert. Der 35-Jährige, der 2020 einen Schädelbruch erlitten hatte, feierte im Aztekenstadion vor mehr als 80.000 Fans sein erstes WM-Tor überhaupt.
Mexikos Stürmer Raúl Jiménez hat dem WM-Mitgastgeber mit einem Kopfballtor zum 2:0-Endstand im Eröffnungsspiel gegen Südafrika am 11. Juni 2026 den Auftaktsieg gesichert und im Aztekenstadion vor mehr als 80.000 Zuschauern sein erstes WM-Tor erzielt.
Persönlicher Meilenstein nach drei WM-Teilnahmen ohne Tor
Es war die Szene, auf die Mexiko seit Jahren gewartet hatte. Im Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft 2026, das der Mitgastgeber am Donnerstagabend im Aztekenstadion gegen Südafrika bestritt, köpfte Raúl Jiménez in der zweiten Hälfte zum 2:0 ein und machte damit den Auftaktsieg der "El Tri" perfekt. Der Treffer war nicht nur für die Mannschaftstabelle eminent wichtig, sondern hatte für den 35-jährigen Mittelstürmer eine ganz persönliche Bedeutung: Es war sein erstes Tor bei einer Weltmeisterschaft überhaupt.
Der Schädelbruch von 2020 und die Rückkehr auf den Platz
Dass Jiménez überhaupt auf dem Platz stand und diese Bühne betreten durfte, ist alles andere als selbstverständlich. Im November 2020 war der damalige Stürmer von Wolverhampton Wanderers im Premier-League-Spiel gegen den FC Arsenal mit Verteidiger David Luiz mit den Köpfen zusammengeprallt. Dabei erlitt er einen Schädelbruch und schwere Verletzungen am Gehirn, sein Leben hing am seidenen Faden. Im St. Mary's Hospital mussten die Chirurgen notoperieren, um den Spieler vom Schlimmsten zu retten.
Das Stirnband als ständiger Begleiter
Die Verletzung war nicht folgenlos geblieben, doch Jiménez kämpfte sich zurück. Im August 2021 feierte er sein Comeback und trägt seitdem ein auffälliges Stirnband, das über dem rechten Ohr ein größeres Schutzpolster fixiert, um die Operationsnarbe zu schützen. Die spanische Zeitung "El País" schrieb über den Stürmer: "Raúl Jiménez' Karriere stand 2020 kurz vor dem Aus – ebenso wie sein Leben" und weiter: "Es sah so aus, als würde seine Karriere nach drei WM-Teilnahmen ohne Torerfolg ausklingen, doch dieses Feuer trieb ihn an, weiterzukämpfen."
Stimmungsbilder aus dem Aztekenstadion
Mexiko war zuvor bereits mit 1:0 in Führung gegangen und spielte gegen die Südafrikaner in Überzahl, doch der entscheidende Treffer wollte zunächst nicht fallen. "Doch dann – im genau richtigen Moment – tauchte Raúl Jiménez im Strafraum auf und köpfte zum 2:0 für Mexiko ein", schrieb der spanische Sportpressedienst. Den Assist lieferte ein Teamkollege, den Jiménez später in den höchsten Tönen lobte: "Er hatte mir schon in der Halbzeit gesagt, dass ich eine Flanke dorthin schlagen solle."
Mit Tränen in den Augen feierte der Routinier seinen Treffer im mit mehr als 80.000 Fans gefüllten Aztekenstadion. "Ich bin sehr glücklich und freue mich, diesen Traum leben und hier stehen zu dürfen", sagte der Torschütze nach der Partie: "Meine Gedanken waren schon seit heute Morgen bei dem Spiel und ich habe darauf gebrannt, auf dem Platz zu stehen." Jiménez widmete das Tor laut mexikanischen Medien seinem im März im Alter von 62 Jahren verstorbenen Vater.
Trainer Aguirre und die emotionale Widmung
Der mexikanische Nationaltrainer Javier Aguirre zeigte sich ebenfalls gerührt. "Er ist ein toller Junge und ich habe schon gesagt, dass dies seine WM sein wird", sagte Aguirre und ergänzte: "Ich bin sehr froh für ihn: Er hat das verdient." Zudem erklärte der Coach: "Ich habe ein Interview gelesen, in dem er sagte, diese solle seine WM werden." Über den Tag insgesamt urteilte Aguirre schlicht: "Es war ein perfekter Tag für ihn."
Mit dem Tor gegen Südafrika hat Jiménez eine besondere persönliche Serie beendet. Bei den Weltmeisterschaften 2014, 2018 und 2022 war er für Mexiko im Aufgebot gewesen, ein Tor war ihm in keinem der drei Turniere gelungen. Das Eröffnungstor am 11. Juni 2026 war sein erstes WM-Tor – ausgerechnet im Land seiner Geburt und in jenem Stadion, in dem er schon so oft gespielt hatte.
Jiménez ist in Mexiko, Portugal, Spanien und vor allem in England dem Fußball nachgegangen. Aktuell steht er beim FC Fulham unter Vertrag, der Kontrakt läuft bis zum 30. Juni 2026. Danach, so berichten es englische und mexikanische Medien, kehrt der Angreifer zu den Wolverhampton Wanderers zurück, seinem früheren Klub. Sein Marktwert wird auf 3,00 Millionen Euro taxiert, der Gesamtwert des mexikanischen 26-Mann-Kaders auf 191,85 Millionen Euro.
Auch statistisch war das Spiel gegen Südafrika für Jiménez ein Meilenstein. Vor dem Eröffnungsspiel stand der Stürmer bei 129 Einsätzen für "El Tri" und 44 Länderspieltoren. Damit lag er hinter den mexikanischen Rekordnationalspielern Chicharito (52 Tore) und Jared Borgetti (46 Tore) auf Platz drei der ewigen Torschützenliste. Mit dem Kopfball gegen Südafrika zog er mit nunmehr 45 Toren weiter an der historischen Bestmarke mit.
Ausblick auf die weiteren Gruppenspiele
Unter dem aktuellen Trainer Aguirre hat Jiménez in 20 Länderspielen bereits zwölf Treffer erzielt, was seine zentrale Rolle im Angriffsspiel der Mexikaner unterstreicht. In der Premier League hatte er für Wolverhampton und später für Fulham in den vergangenen drei Saisons 28 Tore erzielt, neun davon per Kopf – eine für ihn typische Art des Tores, die sich nun auch beim WM-Auftakt bewährte.
Der Auftakterfolg gibt Mexiko vor den weiteren Gruppenspielen Selbstvertrauen. Nach dem Eröffnungsmatch gegen Südafrika stehen für die "El Tri" Begegnungen gegen Südkorea an. Sollte Jiménez seine Form halten, könnte er nicht nur den Torrekord von Jared Borgetti, sondern perspektivisch auch den von "Chicharito" angreifen. In Mexiko-Stadt wurde jedenfalls am Donnerstagabend deutlich, dass die Geschichte von Raúl Jiménez noch lange nicht zu Ende erzählt ist.
Schon bei den Olympischen Spielen 2012 in London hatte Jiménez mit der mexikanischen Mannschaft die Goldmedaille gewonnen. Dass er nun, 14 Jahre später, im heimischen Aztekenstadion sein erstes WM-Tor erzielte, macht den Kreis um seine Karriere besonders. Der "Wolf von Tepeji" – so sein Spitzname – hat das Kapitel des Schädelbruchs hinter sich gelassen und auf der größtmöglichen Bühne des Weltfußballs ankommen dürfen.
Fragen & Antworten
Wer ist Raúl Jiménez?
Raúl Jiménez ist ein 35 Jahre alter mexikanischer Mittelstürmer, der aktuell beim FC Fulham unter Vertrag steht und mit 45 Länderspieltoren der drittbeste Torschütze der mexikanischen Nationalmannschaft ist.
Warum trägt Raúl Jiménez ein Stirnband?
Jiménez trägt seit seinem Comeback im August 2021 ein Stirnband mit einem Polster über dem rechten Ohr, um die Operationsnarbe zu schützen, die von einer Notoperation nach seinem Schädelbruch im November 2020 stammt.
Wie geht es für Mexiko im Turnier weiter?
Nach dem 2:0-Auftaktsieg gegen Südafrika im Aztekenstadion stehen für Mexiko als WM-Mitgastgeber weitere Gruppenspiele an, unter anderem gegen Südkorea.
Jiménez WM-Tor 2026: Mexikos Stürmer köpft gegen Südafrika | nachrichten360