Rapid Wien startet in die Sommer-Vorbereitung: Hoff Thorup benennt drei Problemfelder
Wien, 19 Juni 2026
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Kurzfassung
Der neue Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup hat am Donnerstag die Sommervorbereitung im Prater-Trainingszentrum mit 22 Spielern eröffnet. Der Däne definierte Offensiv-Output, Pressing und Standardsituationen als die drei größten Baustellen für die kommenden Wochen.
Wien, 19 Juni 2026
Cheftrainer Johannes Hoff Thorup hat am Donnerstag mit 22 Spielern die Sommer-Vorbereitung von Fußball-Bundesligist Rapid Wien im Prater-Trainingszentrum aufgenommen und drei konkrete Problemfelder für die kommenden Wochen benannt.
Bei ungewöhnlich hohen Temperaturen leitete Hoff Thorup, der vor seinem Urlaub gemeinsam mit seinem Trainerteam eine vollständige Analysewoche in Wien absolviert hatte, die erste Einheit der neuen Saison. „Ich arbeite immer mit dem Kader, der da ist“, sagte der 37-jährige Däne zum Auftakt und verzichtete zugleich auf konkrete Aussagen zu möglichen Ab- und Zugängen: „Natürlich arbeiten wir hinter verschlossenen Türen und hinter den Kulissen.“ Sein Trainerteam bezeichnete er als „sehr zufrieden, inhaltlich genauso wie mit der Atmosphäre“.
Drei Baustellen: Offensiv-Output, Pressing und Standards
Als klare Schwerpunkte der Vorbereitung definierte Hoff Thorup Offensiv-Output, Pressing und Standardsituationen. „Offensiver Output, Pressing, Standardsituationen“, zählte er die drei Bereiche in dieser Reihenfolge auf. Vor allem in der Offensive sieht der Coach nach dem Abschied des erfahrenen Andreas Weimann, der nicht mehr Teil des Kaders ist, Handlungsbedarf. „Wir müssen wahrscheinlich nach ein oder zwei Spielern Ausschau halten, die seinem Typ ein wenig ähneln“, erklärte Hoff Thorup mit Blick auf die Kaderplanung.
Dass die Spieler in den vergangenen Wochen gefordert wurden, zeige sich bereits bei der Rückkehr: „Wir haben das Programm in der Saisonpause für die Spieler komplett umgestellt. Was sie also in den letzten Wochen absolviert haben, war deutlich anspruchsvoller. Das haben auch die Spieler selbst gesagt, als sie zurückkamen. Das bedeutet aber auch, dass wir im Training sofort mit höherer Intensität beginnen können“, erläuterte Hoff Thorup das neue Fitnessprogramm. Wer die internen Fitnessstandards bei den Messungen nicht erfülle, erhalte zusätzliche Aufgaben parallel zum Mannschaftstraining.
Saisonziel: Beste Mannschaft Österreichs
Das erklärte Saisonziel gab Hoff Thorup am ersten Tag unmissverständlich aus: „Ich habe den Spielern heute Morgen gesagt: Mein Ziel für das Team ist es, die beste Mannschaft Österreichs zu sein. Warum also nicht gleich damit anfangen?“ Sportdirektor Markus Katzer und der Cheftrainer peilen zudem die Qualifikation für die europäische Ligaphase an, die Hoff Thorup als „realistisch“ bezeichnete. „Das bedeutet für uns, wir müssen uns in eine Position bringen, in der wir uns für die europäische Ligaphase qualifizieren können – was realistisch ist. Und dann müssen wir einen guten Start in die Liga hinlegen.“
Neben den sportlichen Zielen legte Hoff Thorup einen klaren Fokus auf Mentalität und Teamgeist. Zusammenhalt, Verbundenheit und Mannschaftsgeist seien neben der fußballerischen Qualität „essenzielle Elemente“ der Vorbereitungsplanung. Er kündigte zudem an, externe Expertise einzuholen, um Führungsspieler im Kader zu entwickeln: „Die besten Leader der Welt sind nicht so geboren, sondern dazu geworden. Wir können auch selbst Leader formen. Wir werden dafür auch externe Expertise einholen.“ Bei möglichen Neuverpflichtungen stünden die Führungsqualitäten klar im Vordergrund: „die Führungsqualitäten sind entscheidend“, betonte der Cheftrainer. Insgesamt wünscht er sich „mehr Leadership und wohl ein bis zwei Typen dafür“.
Fokus auf Führung und Teamgeist
Personell musste Hoff Thorup am ersten Tag auf mehrere Akteure verzichten. Die Nationalteamspieler Bendeguz Bolla, Jakob Schöller, Nicolas Bajlicz und Nikolaus Wurmbrand fehlten ebenso wie der im Urlaub erkrankte Linksverteidiger-Kandidat Auer. Jannes Horn und Böckle, ebenfalls Kandidaten für die linke Abwehrseite, befanden sich noch in der Reha nach Verletzungen. Horn soll nach Angaben des Trainers in einer Woche ins Training zurückkehren. Damit standen zum Auftakt vier nominelle Anwärter auf die Linksverteidiger-Position nicht zur Verfügung, was Hoff Thorup jedoch nicht beunruhigte: „Ich arbeite immer mit dem Kader, der da ist.“
In einem ersten internen Testspiel auf der linken Abwehrseite improvisierte das Trainerteam. Die vielseitig einsetzbaren Spieler Oswald und der Offensivmann Haidara, sonst im Angriff zu Hause, mussten auf der ungewohnten Position aushelfen. „Vier Kandidaten waren für die Linksverteidiger-Position am Start des Trainings verfügbar, aber keiner von ihnen war anwesend“, fasste der Coach die Personalsituation zusammen. Sechs Spieler aus Rapid II, der zweiten Mannschaft des Vereins, gehören derzeit zum erweiterten Kader und sollen schrittweise an die Profis herangeführt werden.
Personalsituation: Viele Ausfälle zum Auftakt
Zu den jungen Akteuren zählt auch Jozepovic, der bei der U-17-Weltmeisterschaft den Titel als Vizeweltmeister errungen hatte und nun seine Chance im Profikader sucht. Claudy Mbuyi soll nach Angaben des Trainers im Trainingslager im Juli zur Mannschaft stoßen. Im zentralen defensiven Mittelfeld sieht Hoff Thorup weiterhin eine deutliche Lücke im Kader, die durch gezielte Transfers geschlossen werden soll.
Einen Neuzugang konnte der Klub unterdessen bereits präsentieren: Mit dem dänischen Stürmer Tonni Adamsen, einem Landsmann Hoff Thorups, kam ein erfahrener Torjäger nach Wien. Der Coach zeigte sich sichtlich erfreut: „Dass er jetzt in meiner Mannschaft spielt, ist mir eine große Freude.“ Über seine Erfahrungen mit dem Angreifer aus gemeinsamen dänischen Zeiten sagte Hoff Thorup: „Gegen ihn zu spielen, hat immer geheißen, extra aufpassen zu müssen.“ Adamsen bringe genau jene Kaltschnäuzigkeit und Abschlussstärke mit, die im bisherigen Kader zuletzt gefehlt habe.
Adamsen-Neuzugang: Erfahrener Torjäger aus Dänemark
Hoff Thorup selbst hatte die trainingsfreie Zeit intensiv für eine Bestandsaufnahme genutzt. Noch vor seinem Urlaub leitete er im Wiener Trainingszentrum eine vollständige Analysewoche mit seinem Trainerstab, in der die Vorsaison in allen Details aufgearbeitet wurde. Anschließend verbrachte er gemeinsam mit seiner Frau und seinen Kindern einen zweiwöchigen Urlaub in Salzburg und Tirol, „fast die gesamte Saisonpause“ blieb er nach eigenen Angaben in Österreich.
Eine besondere persönliche Note erhält die kommende Saison durch die parallel stattfindende Weltmeisterschaft, an der Hoff Thorups dänische Heimatnation teilnimmt. „Ich werde meine dänische Nationalmannschaft bei der Weltcup vermissen und stattdessen die andere Mannschaft in Rot und Weiß anfeuern“, erklärte der Coach mit einem Schmunzeln und spielte damit auf die Farben Rapids an. Die enge Bindung zu Dänemark zeigt sich auch im Kader, wo mit Adamsen ein weiterer Landsmann neu dazukam.
Kaderplanung: Suche nach Weimann-Nachfolger und jungen Talenten
Für die Integration der Neuzugänge und die weitere Kaderplanung setzt Hoff Thorup auf eine Doppelstrategie: Einerseits sollen gezielt Führungsspieler mit ähnlichem Profil wie Weimann verpflichtet werden, andererseits will der Klub junge Talente aus der eigenen Akademie an die Profimannschaft heranführen. „Wir werden dafür auch externe Expertise einholen“, kündigte der Trainer an. Die Förderung junger Spieler aus dem Rapid-II-Kader sei ausdrücklich Teil der Philosophie, die der neue Cheftrainer etablieren will.
Hoff Thorup würdigte zugleich die Verdienste des scheidenden Weimann, der den Klub über Jahre geprägt hatte: „Andi Weimann hat uns speziell in der täglichen Trainingsarbeit sehr viel gegeben“, sagte der Coach anerkennend. Weimann werde zwar nicht mehr im Kader stehen, doch seine Erfahrung und sein Einfluss auf die Trainingsgestaltung würden dem Verein fehlen, wie Hoff Thorup durchblicken ließ.
Mit Blick auf den nahenden Liga-Start formulierte Hoff Thorup klare Erwartungen: „Das bedeutet für uns, wir müssen uns in eine Position bringen, in der wir uns für die europäische Ligaphase qualifizieren können – was realistisch ist. Und dann müssen wir einen guten Start in die Liga hinlegen.“ Die kommenden Wochen bis zum Trainingslager im Juli sollen genutzt werden, um die Grundlagen für diese Ziele zu legen – mit höherer Intensität, klar definierten Schwerpunkten und einem bewusst auf Führung und Teamgeist ausgerichteten Programm.
Insgesamt 22 Spieler standen am ersten Tag der Vorbereitung auf dem Platz, darunter sechs Akteure aus der zweiten Mannschaft. Mit dem überarbeiteten Fitnessprogramm, den klar benannten Problemfeldern und der Botschaft, die beste Mannschaft Österreichs zu werden, hat Hoff Thorup zum Auftakt die Richtung vorgegeben. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Mannschaft die höheren Anforderungen annimmt und sich in die von ihm gewünschte Position für den Liga- und Europacup-Start bringt.
Fragen & Antworten
Wer ist Johannes Hoff Thorup?
Johannes Hoff Thorup ist ein 37-jähriger dänischer Fußballtrainer, der seit dieser Saison Cheftrainer des österreichischen Bundesligisten Rapid Wien ist.
Welche drei Problemfelder hat Hoff Thorup für die Sommervorbereitung benannt?
Hoff Thorup nannte in dieser Reihenfolge den Offensiv-Output, das Pressing und die Standardsituationen als die drei größten Baustellen, an denen das Team in der Vorbereitung arbeiten soll.
Was sind die Saisonziele von Rapid Wien unter dem neuen Trainer?
Hoff Thorup hat das Ziel ausgegeben, die beste Mannschaft Österreichs zu werden, und sieht zudem die Qualifikation für die europäische Ligaphase als realistisches Zwischenziel an.
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