Der SK Rapid Wien ist im Play-off zur europäischen Gruppenphase nach einem 2:2-Unentschieden im Elfmeterschießen mit 3:4 an Heart of Midlothian aus Schottland gescheitert.

Die Wiener gingen im heimischen Hütteldorfer Stadion zwar früh in Führung, konnten den Vorsprung aber nicht über die reguläre Spielzeit retten. Die Schotten glichen aus und zwangen Rapid in die Verlängerung, in der keine Entscheidung fiel.

Im Elfmeterschießen behielt Heart of Midlothian die Nerven und verwandelte den entscheidenden Versuch zum 4:3. Damit ist der Traum vom Einzug in die Gruppenphase für Rapid bereits in der Qualifikationsphase aus.

Seidl kritisiert Defensive

Kapitän Matthias Seidl zeigte sich nach dem Spiel enttäuscht, aber gefasst. Er erklärte, das 2:2-Unentschieden sei am Ende glücklich gewesen. „Wenn man unsere letzten Wochen anschaut, war es eigentlich ein super Start, durch die Niederlage bringen uns die Erfolge in der Quali bis hierher aber nicht unbedingt was, weil wir unser Ziel nicht erreicht haben“, sagte Seidl. Er fügte hinzu: „Der Fußball ist kein Wunschkonzert. Von der Leistung war es sehr in Ordnung, vielleicht nicht unser bestes Spiel, wir haben aber nach vorne gespielt, aber es ist uns nicht gelungen, die Restverteidigung gut herzustellen. So haben wir wieder zwei Gegentore zulassen müssen. Das 2:2 war im Endeffekt glücklich, wenn man dann im Elferschießen so verliert, tut das weh. In einem K.-o.-Spiel kann immer nur einer weiterkommen, der Gegner ist nicht so schlecht, für uns hat es leider nicht gereicht.“

Besonders die defensive Anfälligkeit bereitete dem Kapitän Sorgen. Rapid kassierte im Spiel erneut zwei Gegentore, nachdem die Mannschaft bereits in den vorherigen Qualifikationsrunden defensive Schwächen gezeigt hatte. Seidl räumte ein, dass die Restverteidigung das größte Manko im Spiel gewesen sei.

Auswirkungen auf die Saison

Trainer Nenad Cvetkovic muss nun mit seiner Mannschaft die Enttäuschung verarbeiten und den Fokus auf die heimische Liga richten. Die Niederlage bedeutet nicht nur das Aus im Europacup, sondern auch eine Belastung für das Selbstvertrauen der Mannschaft.

Mit Ercan Kara und Yusuf Demir standen zwei Schlüsselspieler in der Startaufstellung, die jedoch nicht entscheidend eingreifen konnten. Auch Niklas Hedl im Tor konnte das Elfmeterschießen trotz starker Leistung in der regulären Spielzeit nicht zugunsten Rapids drehen.

Hearts feiern historischen Sieg

Für Heart of Midlothian ist der Sieg der größte europäische Erfolg seit Jahren. Der Verein aus Edinburgh, der in der schottischen Premiership spielt, trifft nun in der nächsten Runde auf einen anderen Gegner und hat sich für die starke Leistung in Wien belohnt.

Rapid bleibt nach der Niederlage nur die Konzentration auf die österreichische Bundesliga. Die Enttäuschung über das verpasste internationale Ziel wird jedoch noch einige Tage nachwirken, zumal das Team in den Wochen zuvor stark aufgetreten war und sich Hoffnungen auf die Gruppenphase gemacht hatte.