Seit 20 Tagen liegt ein Wal in der Wismarer Bucht vor der Ostseeinsel Poel fest, während eine private Rettungsinitiative am Sonntag ihren vierten Tag der Bemühungen um das Tier fortsetzt.
Gesundheitszustand des Wals gibt Anlass zur Hoffnung
Die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert sieht trotz der langen Strandungsdauer eine „reale Chance“ für das Überleben des Wals. „Wir wären gerne noch schneller“, gab sie zu, betonte aber die Fortschritte des Teams. Experten vor Ort unterstützen diese Einschätzung und verweisen auf stabile Vitalzeichen des Tieres.
Ein Sprecher von Greenpeace erklärte, der Gesundheitszustand des Wals lasse sich an der Atemfrequenz ablesen. Ein geschwächtes Tier atme flacher und häufiger, was bisher nicht der Fall sei. Die Rettungsgruppe hatte am Samstag versucht, das Maul des Wals zu kontrollieren, um mögliche Reste von Fischernetzen in den Barten zu entfernen.
Ruhephase als entscheidender Faktor
Wissenschaftler, Behördenvertreter und NGO-Mitarbeiter sind sich einig, dass der Wal nun vor allem Ruhe benötigt. Weitere Eingriffe könnten dem Tier massiven Schaden zufügen, heißt es von den beteiligten Fachleuten. Die Rettungsinitiative konzentriert sich daher darauf, den Wal zu stabilisieren, ohne ihn unnötig zu stressen.
Der Wal liegt seit dem 30. März unverändert im flachen Wasser des Kirchsees in der Wismarer Bucht. Die private Aktion wurde ins Leben gerufen, nachdem staatliche Stellen keine unmittelbaren Rettungsmaßnahmen einleiteten. Die Beteiligten hoffen, dass sich der Zustand des Wals weiter stabilisiert, um ihn langfristig zurück in tiefere Gewässer zu bringen.

