Prinz Harry, der Musiker Elton John und fünf weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sind am Dienstag mit ihrer Sammelklage gegen den Verlag Associated Newspapers Limited vor dem Londoner High Court gescheitert.

Associated Newspapers Limited (ANL), Herausgeber der Boulevardzeitungen "Daily Mail" und "The Mail on Sunday", wies die Anschuldigungen von Beginn an zurück. Nun gab das Gericht den Beklagten Recht: In einem schriftlichen Urteil von 436 Seiten kam die Richterin zu dem Schluss, dass die Kläger ihre Vorwürfe illegaler Informationsbeschaffung nicht ausreichend belegen konnten. Die Klage wurde daher abgewiesen.

Zum Kreis der Kläger gehörten neben Prinz Harry und Elton John auch dessen Ehemann David Furnish sowie weitere Prominente. Sie hatten dem Verlag vorgeworfen, über Jahre hinweg Telefonate und Mailbox-Nachrichten abgehört sowie intime Unterlagen wie Krankenakten über private Ermittler beschafft zu haben, um Schlagzeilen zu generieren.

Die Vorwürfe im Detail

Elton John hatte die Praktiken des Verlags in seiner Zeugenaussage im Februar als "abscheulich und jenseits jeglicher Standards menschlichen Anstandes" bezeichnet. Prinz Harry wiederum sagte am Zeugenstand, er sei dafür, dass er sich für seine Frau eingesetzt habe, weiter verfolgt worden: "Indem ich hier aufstehe und Stellung gegen sie beziehe, hat man mich weiter verfolgt".