Am Pfingstwochenende 2026 kamen rund 20.000 Österreicher in den Adriaort Lignano, um unter dem Motto „Tutto Gas“ zu feiern – trotz zahlreicher Polizeieinsätze zog die Stadtverwaltung eine insgesamt positive Bilanz.
Die Feierlichkeiten konzentrierten sich am Sonntagabend auf den Hauptplatz Piazza della Fontana. Nach Angaben der Gemeinde waren am Montagmorgen bereits Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens unterwegs, um die Straßen von Flaschen und Plastikbechern zu reinigen. Von den Spuren der Nacht sei nichts mehr zu sehen gewesen, hieß es.
Die Polizei musste am Sonntagabend mehrfach einschreiten. Einsätze gab es vor allem wegen übermäßigen Alkoholkonsums, kleinerer Diebstähle, Raufereien und Ruhestörungen. In Wohngebieten nahe der Partymeile wurden zudem Glasflaschen von Balkonen geworfen. Die Beamten griffen ein, um die Lage zu beruhigen.
Lage laut Polizei unter Kontrolle
Sicherheitskommissar Alessio Codromaz zog dennoch ein verhalten positives Fazit. „Die Situation sei im Vergleich zu früheren Pfingstwochenenden besser kontrollierbar gewesen“, sagte er. Nach Behördenangaben waren keine Krankenhausbehandlungen nötig. Die meisten Vorfälle standen in direktem Zusammenhang mit Alkohol oder Streitigkeiten.
Nicht alle Anwohner teilten die Sicht der Stadt. Auf Facebook sprach ein Einheimischer von einer „Barbareninvasion“ und schrieb: „Auch dieses Jahr ist es zur Barbareninvasion gekommen. Die Gewinne bleiben bei den Lokalbetreibern, die Schäden trägt die Gemeinde Lignano: Ein fragwürdiges Geschäft.“ Die Spannungen in Wohnvierteln neben der Feiermeile lösten sich erst mit der Beruhigung der Lage.
Kritik und Vorfälle
Die Carabinieri verzeichneten außerdem einzelne Verstöße. Ein 19-jähriger Österreicher wurde wegen des Besitzes eines Klappmessers mit 17 Zentimeter langer Klinge angezeigt. Ein 41-jähriger Mann aus Friaul war auf einem Ferrari mit österreichischen Kennzeichen gemeldet worden. Gegen 14 Österreicher verhängten die Behörden Geldstrafen – vor allem wegen lauter Musik während der Nachtstunden, unanständigen Verhaltens in der Öffentlichkeit und Wildpinkelns.
Bereits am Pfingstmontag, dem ersten großen Rückreisetag, waren zusätzliche Vorkehrungen getroffen worden. Mehr Personal sollte den Verkehr regeln, und auf der Autobahn A23 Udine–Tarvisio stand ein Pannendienst bereit. In Österreich galt zudem ein Fahrverbot für schwere Fahrzeuge.
Maßnahmen für den Rückreiseverkehr
An den Grenzübergängen und entlang der Reiseroute wurden zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen. So richtete man am Grenzterminal Pontebba und im Industriegebiet von Amaro Stellplätze ein, um den Rückstau abzufedern. Die Maßnahmen sollten verhindern, dass sich die Feierlaune in Verkehrschaos entlädt.
Trotz der registrierten Zwischenfälle fiel die Bilanz der Stadtverwaltung am Ende milde aus. Die Kombination aus verstärkter Polizeipräsenz, organisatorischer Vorsorge und dem Ausbleiben schwerer Verletzungen ließ die Verantwortlichen von einem gelungenen Pfingstwochenende sprechen. Man sei auf die nächste Großveranstaltung vorbereitet, hieß es aus dem Rathaus.
