Papst Leo XIV. hat am Montag im Vatikan seine erste Enzyklika „Magnifica Humanitas“ vorgestellt, die sich mit den Gefahren und ethischen Herausforderungen Künstlicher Intelligenz befasst.

Es war ein Novum in der Kirchengeschichte: Das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken weltweit präsentierte sein mehr als 100 Seiten umfassendes Lehrschreiben persönlich – gemeinsam mit hohen Kardinälen, Theologen und dem Mitgründer des KI-Unternehmens Anthropic, Chris Olah.

Das auf den 15. Mai datierte Dokument trägt den Untertitel „Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“. Darin kritisiert der 70-jährige erste US-amerikanische Pontifex scharf die Macht globaler Technologiekonzerne.

Kritik an Tech-Konzernen und Ausbeutung

„Kleine, sehr einflussreiche Gruppen können Informationen und Konsum lenken, demokratische Prozesse konditionieren und die wirtschaftliche Dynamik beeinflussen“, heißt es in der Enzyklika. Der Papst warnt davor, dass immer ausgefeiltere Algorithmen Entscheidungen und Vorlieben leicht beeinflussen können.

Zugleich betont das Schreiben, dass hinter den scheinbar „immateriellen“ KI-Systemen eine Kette von Ausbeutung und Abhängigkeit stecke. „Nichts ist in der Welt der KI immateriell oder magisch“, zitiert der Papst. Jeder digitale Dienst basiere auf der oft unsichtbaren Arbeit von Millionen Menschen.