Die US-amerikanische Filmeditorin Marcia Lucas, die 1978 für den Schnitt von „Krieg der Sterne“ einen Oscar gewann, ist Ende Mai im Alter von 80 Jahren an Krebs gestorben.
Die Oscar-prämierte Filmeditorin Marcia Lucas, die mit ihrem Schnitt maßgeblich zum Erfolg des ersten „Star Wars“-Films beitrug, ist Ende Mai im Alter von 80 Jahren an Krebs gestorben. Ihr Einfluss auf Schlüsselszenen der Originaltrilogie wurde erst spät vollständig gewürdigt.
Die US-amerikanische Filmeditorin Marcia Lucas, die 1978 für den Schnitt von „Krieg der Sterne“ einen Oscar gewann, ist Ende Mai im Alter von 80 Jahren an Krebs gestorben.
Das berichtete das Branchenmagazin Variety am Freitag unter Berufung auf den Anwalt der Familie. Lucasfilm, die von ihrem Ex-Mann George Lucas gegründete Produktionsfirma, schloss sich der internationalen Filmgemeinschaft an und bekundete ihre Trauer.
Marcia Lucas wurde in Kalifornien geboren und in den 1960er Jahren zur Editorin ausgebildet. Sie arbeitete an einflussreichen Filmen der 1970er Jahre mit, darunter Martin Scorseses „Taxi Driver“ und „New York, New York“.
Ihre prägendste Schaffensphase erlebte sie jedoch an der Seite von George Lucas, mit dem sie von 1969 bis 1983 verheiratet war. Das Paar bekam eine gemeinsame Tochter. Marcia Lucas stieg in die Postproduktion des ersten „Star Wars“-Films ein, nachdem George Lucas festgestellt hatte, dass der Film einer kompletten Überarbeitung bedurfte.
Gemeinsam mit den Co-Editoren Richard Chew und Paul Hirsch erhielt sie 1978 den Oscar für den besten Schnitt. Die Familie würdigte ihre Arbeit in einer Stellungnahme als geprägt von „emotionaler Intelligenz, Rhythmus und Humanität – eine seltene Fähigkeit, um die Wahrhaftigkeit einer Szene ausfindig zu machen und Herz, Momentum und Klarheit auf die Leinwand zu bringen“.
Laut George Lucas und dem Schauspieler Mark Hamill war es Marcia Lucas' Idee, die Figur Obi-Wan Kenobi auf dem Todesstern sterben zu lassen. In der Dokumentarserie „Inside Star Wars“ von 2022 bestätigte sie, dass auch die Vorstellung, Obi-Wan löse sich auf und spreche später als körperlose Stimme zu Luke Skywalker, von ihr stammte.
Variety zufolge wurde der ikonische Kuss zwischen Luke und Prinzessin Leia auf ihr Drängen hin im Film belassen. Marcia Lucas' Urteil hatte bei George Lucas großes Gewicht; sie galt als seine „Geheimwaffe der Postproduktion“ und verlieh den ersten „Star Wars“-Filmen laut Zeugen einen „Oscar-reifen Schliff“.
An „Das Imperium schlägt zurück“ war sie kaum beteiligt, da sie sich um die gemeinsame Tochter kümmerte und die Schnittleitung früh ablehnte. Bei „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ stieg sie erst ein, nachdem der erste Schnitt nicht funktionierte. Der Doku-Reihe zufolge überarbeitete sie sowohl die Wiedervereinigung von Luke und Obi-Wan als auch das Ende von Darth Vader grundlegend und brachte Nachdrehs in eine völlig neue Richtung.
Anderen Zeugen zufolge zerstritten sich die Eheleute endgültig während der Postproduktion von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“. Marcia Lucas wollte sich früher scheiden lassen, doch George Lucas bestand Berichten zufolge darauf, bis nach der Veröffentlichung des dritten Films zu warten.
Nach der Trennung brach George Lucas laut Marcia Lucas jeden Kontakt ab. „Als ich ihn verließ, tat er so, als hätte ich nie existiert“, sagte sie. Jahrzehntelang blieb ihr Beitrag zur Originaltrilogie unterbewertet. Die Dokumentarserie „Inside Star Wars“ ist auf der Streamingplattform Joyn verfügbar.
Marcia Lucas selbst beschrieb ihr Talent einmal mit den Worten: „Ich besitze die angeborene Fähigkeit, gutes Material zu nehmen und es noch besser zu machen – und schlechtes Material zu nehmen und es zumindest passabel zu gestalten.“