Beim Olympia-Referendum in Hamburg stimmten 54,9 Prozent der Wähler gegen eine Bewerbung um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044, woraufhin der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher die Kandidatur noch am Wahlabend zurückzog.

Das endgültige Ergebnis des Bürgerentscheids vom Sonntag zeigt 357.911 Nein-Stimmen (54,9 Prozent) gegenüber 293.819 Ja-Stimmen (45,1 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 49,5 Prozent, rund 1,3 Millionen Hamburgerinnen und Hamburger ab 16 Jahren waren stimmberechtigt. Bereits bei der ersten Auszählung gegen 19:08 Uhr zeichnete sich mit 54,8 Prozent Gegenstimmen eine klare Ablehnung ab.

Reaktionen aus Politik und Wirtschaft

Peter Tschentscher (SPD) informierte DOSB-Präsident Thomas Weikert unmittelbar nach Bekanntwerden des Ergebnisses über den Rückzug. „Das Votum gegen die Bewerbung ist für den Senat verbindlich. Ich bedauere die Entscheidung, aber ich habe soeben den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes darüber informiert, dass Hamburg die Bewerbung um die Olympischen und Paralmypischen Spiele nicht aufrecht erhält“, sagte der Erste Bürgermeister.

Die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) bezeichnete das Ergebnis als „bittere Enttäuschung“ und sprach von einer verpassten Chance für die Stadt. Sportsenator Andy Grote (SPD) dankte den Unterstützern der Bewerbung und kündigte an, wichtige Projekte aus dem Olympia-Konzept – insbesondere zur Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen – dennoch weiterzuverfolgen.

Auch die Hamburger Wirtschaft zeigte sich enttäuscht. Norbert Aust, Präses der Handelskammer Hamburg, erklärte, Olympische und Paralympische Spiele hätten große Chancen für die internationale Sichtbarkeit, die wirtschaftliche Entwicklung und die Infrastruktur der Stadt geboten. „Ein positives Votum wäre ein wichtiges Signal gewesen, dass wir in Hamburg ambitioniert sind und uns Großes zutrauen – weit über den Sport hinaus“, so Aust. Zugleich betonte er, Hamburgs Zukunft hänge nicht von der Durchführung Olympischer Spiele ab.