Öl- und Gaspreise geben nach – Bitcoin steigt wieder über 65.000 Dollar
Frankfurt am Main, 27. Juli 2026
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Kurzfassung
Nach dem vorläufigen Ende einer 13-tägigen US-Angriffsserie im Iran sind die Ölpreise deutlich gefallen: Brent verbilligte sich um 5,58 Prozent auf 91,38 Dollar, WTI um 5,46 Prozent auf 84,43 Dollar. Gleichzeitig stieg Bitcoin wieder über die Marke von 65.000 Dollar, während die Aktienmärkte in Asien und Europa zulegten.
Nach dem Aussetzen der US-Angriffe auf den Iran sind die Ölpreise zu Wochenbeginn deutlich gefallen, während Bitcoin wieder über 65.000 Dollar notiert und die Aktienmärkte in Asien und Europa zulegen.
Hintergrund: Angriffspause im Iran-Konflikt
Der Preis für ein Barrel der Nordsee-Referenzsorte Brent sank am Montag um 5,58 Prozent auf 91,38 Dollar, zeitweise lag der Preis bei rund 92 Dollar und damit mehr als fünf Prozent im Minus. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich um 5,46 Prozent auf 84,43 Dollar. Hintergrund ist das vorläufige Ende einer 13-tägigen US-Angriffsserie im Iran, das die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten nährte.
In der vergangenen Woche hatten die Notierungen zwischenzeitlich wieder die Schwelle von 100 Dollar pro Barrel überschritten, nachdem sich der Iran-Krieg auf das Rote Meer ausgeweitet hatte. Nach Angaben des Analysten Thomas Altmann von QC Partners nährt die Angriffspause die Hoffnung auf Frieden. Auch die Analysten von ANZ Research erklärten: "Die Feindseligkeiten im Roten Meer haben Sorgen vor weiteren Versorgungsengpässen geschürt".
Diplomatische Signale aus Washington und Teheran
US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, Washington spreche derzeit mit Teheran, das in den Verhandlungen "von Tag zu Tag ernsthafter" werde. Das US-Militär hatte am Wochenende zwei Nächte in Folge keine neuen Angriffe auf Ziele im Iran gemeldet. Laut Berichten hat Iran signalisiert, dass es die Luftangriffe aussetzen werde, solange die USA dies ebenfalls tun.
An den Finanzmärkten schlug sich die Entspannung in steigenden Kursen nieder. Bitcoin kletterte zurück über die Marke von 65.000 Dollar und notierte nach Angaben von Dow Jones Newswires zuletzt bei 65.406 Dollar, ein Plus von 0,5 Prozent. Auch Ethereum legte deutlich zu und erreichte rund 1.965 Dollar; nach Einschätzung von Analyst Subburaj könnte dies den Beginn einer Rotation in alternative Kryptowährungen markieren.
Kryptomärkte: Bitcoin und Ethereum im Aufwind
Ein breiter Aufschwung bei den sogenannten Altcoins blieb allerdings noch aus: Die Bitcoin-Dominanz, also der Anteil von Bitcoin an der Gesamtmarktkapitalisierung des Kryptomarktes, lag zuletzt bei 58,6 Prozent. Der CMC20-Index, der die 20 größten Krypto-Assets abbildet, stand bei 132,89 Dollar, ein Plus von 2,05 Prozent binnen 24 Stunden. Solana, XRP und die übrigen Top-10-Token zeigten sich ebenfalls im Plus; lediglich Hyperliquid wies auf Sieben-Tage-Sicht ein Minus von 0,37 Prozent auf.
An den asiatischen Börsen zeigte sich überwiegend Optimismus. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex DAX vor dem Xetra-Start ein knappes Prozent höher auf 25.325 Punkte. Der Hang-Seng-Index in Hongkong stieg zeitweise um 0,3 Prozent. Dagegen gab der südkoreanische Leitindex Kospi bis 10:30 Uhr Ortszeit um ein Prozent nach, der japanische Nikkei 225 verlor 0,2 Prozent. An den chinesischen Festland-Börsen notierte der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten zu Beginn 0,5 Prozent im Minus.
Asien und Europa: Gemischte Eröffnung
In den USA legten die S&P-500-Futures um 0,7 Prozent zu, die Nasdaq-Futures stiegen um 1,1 Prozent. Auch an den Devisenmärkten zeigte sich ein klassisches Risiko-on-Bild: Der Euro und der australische Dollar gewannen gegenüber dem US-Dollar an Wert. Der Euro-Stoxx-50 handelte 0,5 Prozent höher bei 6.239 Punkten.
Bei den Einzelwerten in Europa stand die SAP-Aktie im Fokus. Der Softwarekonzern hatte solide Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, die nach Einschätzung von Metzler dazu beitragen dürften, einige der KI-bezogenen Sorgen zu zerstreuen. Atoss Software setzte mit einem Plus von 4,0 Prozent die zweistelligen Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinnen fort und bestätigte seine Jahresziele.
Einzelwerte: SAP stark, Volkswagen unter Druck
Belastet wurde der Handelstag durch Nachrichten aus der Autobranche: Volkswagen kassierte seine Umsatz- und Absatzprognose für 2026 und lag im Frankfurter Handel 0,1 Prozent im Minus. Die operative Marge von 4,2 Prozent blieb unter den Erwartungen von 4,7 Prozent, das Betriebsergebnis lag mit 3,5 Milliarden Euro unter dem Konsens von 3,8 Milliarden Euro. Die Adidas-Aktie erholte sich von einem anfänglichen Schwächeanfall und notierte noch 3,6 Prozent im Minus.
Ebenfalls schwächer zeigten sich die Kurse von Southwest Airlines nach herabgestuften Analysteneinschätzungen, während Arcadis mit einem Plus von 8,7 Prozent auf 42,84 Euro einer der Tagesgewinner im europäischen Handel war. Im Zollstreit kündigten die USA neue Abgaben zwischen 10 und 12,5 Prozent gegenüber ihren wichtigsten Handelspartnern an, die den temporären globalen Zollsatz von 10 Prozent ablösen sollen, der am Freitag ausläuft.
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verbesserte sich unterdessen: Der Einkaufsmanagerindex (PMI) im Verarbeitenden Gewerbe stieg im Juli über die Expansionsschwelle von 50 Punkten. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleister zusammen – erhöhte sich auf 51,9 Zähler von 50,0 im Vormonat. Die Industrie verliert in Deutschland nach wie vor monatlich rund 15.000 Arbeitsplätze.
Ausblick: Fed-Sitzung im Fokus
Am Devisenmarkt notierte der Euro zuletzt bei 1,1386 Dollar, der Bitcoin-Kurs pendelte sich bei rund 65.500 Dollar ein. Gold notierte bei 4.045 Dollar mit einem leichten Minus, während Silber um 0,7 Prozent auf 58,05 Dollar zulegte. Platin gab um 0,6 Prozent auf 1.590 Dollar nach. Alle Notierungen erfolgten ohne Gewähr.
Bei Gold stieg die Konzernmarge leicht an, während die Notierungen an den Edelmetallmärkten insgesamt wenig verändert blieben. Die Anleger blicken nun auf die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve am 28. und 29. Juli. Laut Subburaj preisen die Märkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 36,3 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein. Der fallende Ölpreis nimmt nach Einschätzung von Beobachtern etwas Druck von den Inflationssorgen – das eigentliche Risiko bleibe jedoch die Fed-Sitzung.
Im Kryptobereich verweisen Cycle-Analysten auf das historische Vier-Jahres-Muster von Bitcoin. Joao Wedson, Gründer und Chef des Analysehauses Alphractal, wies darauf hin, dass in der Vergangenheit jeweils rund 900 Tage zwischen einem Halving – der regelmäßigen Halbierung der Bitcoin-Belohnung – und dem Tiefpunkt des folgenden Bärenmarktes vergingen. Der aktuelle Zyklus steht demnach bei Tag 827, was auf eine Bodenbildung hindeuten könnte, mit einem möglichen endgültigen Tief in den kommenden zwei Monaten.
Cycle-Analyse: Bodenbildung bei Bitcoin?
Die Nachricht wurde am 27. Juli 2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Die Meldung basiert auf Daten der Nachrichtenagenturen dpa und Dow Jones Newswires sowie auf Marktdaten von CoinMarketCap und IG.
Die Entspannung an den Rohstoffmärkten dürfte auch die Diskussion über eine mögliche Spritpreisbremse in Deutschland neu beleben. Die US-Ankündigung neuer Zölle zwischen 10 und 12,5 Prozent gegenüber den wichtigsten Handelspartnern markiert eine weitere Eskalationsstufe im Handelskonflikt, die jedoch von den Marktakteuren am Montag weitgehend ignoriert wurde.
Insgesamt zeigt sich ein Marktumfeld, das von der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Nahen Osten getragen wird. Sollte die Angriffspause zwischen den USA und dem Iran andauern, könnte sich der Abwärtsdruck auf die Ölpreise fortsetzen und die Inflation weiter entschärfen.
Fragen & Antworten
Warum sind die Ölpreise zu Wochenbeginn deutlich gefallen?
Nach dem vorläufigen Ende einer 13-tägigen US-Angriffsserie im Iran und einer mehrtägigen Angriffspause haben sich die Sorgen vor Versorgungsengpässen am Roten Meer und in der Region entspannt, was den Ölpreis drückte.
Welche diplomatischen Fortschritte zwischen den USA und dem Iran werden berichtet?
US-Präsident Donald Trump erklärte, Washington führe Gespräche mit Teheran, das nach seinen Worten von Tag zu Tag ernsthafter werde. Das US-Militär meldete zwei Nächte in Folge keine neuen Angriffe, und Iran signalisierte, die Luftangriffe auszusetzen, solange die USA dies ebenfalls tun.
Wie hat sich der Kryptomarkt zum Wochenstart entwickelt?
Bitcoin stieg zurück über die Marke von 65.000 Dollar und notierte zuletzt bei rund 65.500 Dollar. Ethereum legte mit einem Plus von 4,65 Prozent deutlich stärker zu und erreichte rund 1.965 Dollar, während die Bitcoin-Dominanz bei 58,6 Prozent verharrte.
Ölpreis fällt, Bitcoin über 65.000 Dollar – Märkte im | nachrichten360