Das norwegische Königshaus hat bekannt gegeben, dass König Harald V. in den vergangenen Wochen wegen einer Form von Blutarmut mit Kortison behandelt wurde und sich nun im Krankenhaus befindet.

Das norwegische Königshaus teilte mit, dass der Monarch wegen einer sogenannten hämolytischen Anämie ärztlich versorgt werde, einer Form von Blutarmut, bei der rote Blutkörperchen vorzeitig zerstört werden. In den vergangenen Wochen sei er mit Kortison behandelt worden, hieß es in der Erklärung.

Behandlung mit Kortison

Die Mitteilung erfolgte nach der Rückkehr des Königs aus einem privaten Aufenthalt auf Teneriffa. Wegen einer Infektion sei die Heimreise verschoben worden, erklärte das Königshaus. Harald V. werde im Krankenhaus weiter behandelt und beobachtet.

Rückkehr aus dem Urlaub

Die norwegische Mette-Marit und Kronprinz Haakon hatten zuvor bereits mitgeteilt, ihr Vater sei erkrankt. Haakon vertrat den Monarchen zuletzt bei offiziellen Terminen, darunter bei einem Besuch in Malaysia, und übernahm in dieser Zeit Aufgaben des Staatsoberhaupts.

Die Erkrankung wirft die Frage nach der künftigen Belastbarkeit des 89-Jährigen auf. In den vergangenen Jahren hatte sich der Gesundheitszustand des Königs wiederholt zugespitzt; Infektionen und Behandlungen hatten seine öffentliche Agenda bereits mehrfach eingeschränkt.

Folgen für das Königshaus

Das Königshaus äußerte sich bislang nicht im Detail zum weiteren Zeitplan der Behandlung. Auch zu möglichen Auswirkungen auf kommende offizielle Termine oder geplante Reisen gab es zunächst keine Angaben.

Sonja, die Frau des Monarchen, begleitet ihn nach Angaben des Hauses in dieser Zeit. Astrid, die Schwester des Königs, gehört ebenfalls zur erweiterten königlichen Familie Norwegens und trat in der Vergangenheit wiederholt stellvertretend bei repräsentativen Aufgaben auf.

Die Staatsspitze Norwegens steht mit dem Königshaus in regelmäßigem Kontakt über den Gesundheitszustand des Staatsoberhaupts. Die konstitutionelle Stellung des Monarchen in Norwegen ist seit 1814 rein repräsentativ; politische Entscheidungen liegen bei der Regierung und dem Parlament, dem Storting.

Beobachterinnen und Beobachter verweisen darauf, dass die Kronprinzenfamilie mit Kronprinz Haakon und Mette-Marit in den vergangenen Monaten verstärkt öffentliche Aufgaben übernommen hat. Dies werde als schrittweise Vorbereitung auf eine mögliche Regentschaftsphase gedeutet, ohne dass das Königshaus dies offiziell kommentiert habe.

Die Bekanntgabe wurde von norwegischen Medien kurzfristig aufgegriffen und in den Staatsmedien sowie auf der Webseite des Königshauses veröffentlicht. Das Königshaus kündigte an, über den Gesundheitszustand des Königs bei wesentlichen Veränderungen erneut zu informieren.