Paris, 09 Juni 2026

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben das gemeinsame Kampfflugzeug-Projekt FCAS nach rund neun Jahren und erbitterten Wirtschaftsstreitigkeiten zwischen Airbus und Dassault am Montag für gescheitert erklärt.

Ein Projekt von historischem Anspruch

Damit ist eines der ehrgeizigsten und teuersten Rüstungsvorhaben in der Geschichte Europas offiziell beendet. FCAS – das Future Combat Air System – sollte nach dem Willen seiner politischen Initiatoren ein Sechstgenerations-Kampfjet samt Drohnen, Sensoren und einer vernetzten „Combat Cloud“ werden, das den Eurofighter der Bundeswehr und spanischen Luftstreitkräfte sowie den französischen Rafale ab spätestens 2040 ersetzt. Das Projekt war mit einem Budget von über 100 Milliarden Euro geplant und galt als das bislang größte und teuerste europäische Rüstungsvorhaben, an dem neben Deutschland und Frankreich auch Spanien beteiligt war.

Den politischen Start hatte das Vorhaben im Juli 2017 genommen, als der damalige französische Präsident Emmanuel Macron und die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel FCAS auf der Pariser Luftfahrtmesse Le Bourget feierlich ins Leben riefen. Von Beginn an war das Projekt auch ein Symbol für die Fähigkeit der beiden historischen Rivalen, in der Verteidigungspolitik zusammenzuarbeiten. Diese Symbolkraft ist nun verloren.