Ein Forschungsteam des Eurac Research in Bozen hat in der Gletschermumie Ötzi Hinweise auf kälteangepasste Hefepilze gefunden, die auch rund 5300 Jahre nach dem Tod des Mannes noch aktiv sein könnten.
Ötzi, die weltweit bekannteste Gletschermumie, gibt der Wissenschaft auch mehr als fünf Jahrtausende nach dem Tod des Mannes noch Rätsel auf. Ein Team um den Erstautor Mohamed Sarhan vom Institut für Mumienforschung des italienischen Forschungszentrums Eurac Research in Bozen berichtet im Fachjournal "Microbiome" vom Fund vier verschiedener Hefepilzvarianten, die auf der Haut, im Magen und im Darm der Mumie nachgewiesen wurden. Die Ergebnisse legen nahe, dass Mikroben selbst bei minus sechs Grad Celsius in dem Körper überleben und sich auf niedrigem Niveau sogar vermehren können.
Vier Hefepilzgattungen im Fokus
Konkret identifizierten die Forschenden die vier Hefepilzgattungen "Phenoliferia", "Goffeauzyma", "Mrakia" und "Glaciozyma". Diese kälteliebenden Organismen dürften nach Ötzis Tod aus dem Gletscherumfeld an der österreichisch-italienischen Grenze auf und über die Körperöffnungen in die Mumie gelangt sein. Frank Maixner, Direktor des Eurac-Instituts für Mumienstudien und Co-Autor der Arbeit, sagte: "Diese Hefepilze haben Ötzi auf seiner langen Reise durch die Jahrtausende begleitet."