Der Naturbadesee Markt St. Martin im Bezirk Oberpullendorf ist am Freitag aufgrund einer Grenzwertüberschreitung bei Escherichia coli (E. coli) gesperrt worden, wie das Landesmedienservice Burgenland mitteilte.
Auslöser: E.-coli-Belastung über Grenzwert
Wie das Landesmedienservice Burgenland am Freitag bekannt gab, gilt das Badeverbot am Naturbadesee Markt St. Martin im Bezirk Oberpullendorf bis auf Weiteres. Die Sperre sei nach einer Probenahme ausgesprochen worden, bei der der Grenzwert für Escherichia-coli-Bakterien überschritten war. "Das Badeverbot wurde am Freitag verhängt und gilt bis auf Weiteres", teilte das Landesmedienservice Burgenland mit.
Erst vor wenigen Tagen war aus demselben Grund für den Badeteich St. Margarethen (Bezirk Eisenstadt Umgebung) ein Badeverbot ausgesprochen worden. Damit sind binnen kurzer Zeit zwei beliebte Badestellen im Burgenland von einer bakteriellen Verunreinigung betroffen.
Mögliche Ursache: Unwetter und Fäkalien
Als mögliche Ursache der Verunreinigung nannten die Behörden starke Unwetter und Niederschläge in den Tagen vor der Probennahme. "Eine mögliche Quelle der Verschmutzung sei eine Kontamination des Füllwassers infolge der starken Unwetter und Niederschläge in den Tagen vor der Probennahme", hieß es aus dem Landesmedienservice. Die erhöhte Bakterienbelastung könnte demnach von menschlichen oder tierischen Fäkalien verursacht worden sein, die durch die Regenfälle in das Gewässer gelangt seien.
Die durchschnittliche Lebensdauer von E.-coli-Bakterien beträgt drei Wochen. Bis die Werte wieder unter den gesetzlichen Grenzwert sinken, müssen Badegäste auf alternative Stellen ausweichen. Die Behörden betonten, dass die Aufhebung des Badeverbots erst erfolgen werde, wenn die Kontrolle eine unbedenkliche Wasserqualität bestätige.
Vorgehensweise der Behörden
"Das Badeverbot wird erst aufgehoben, wenn der Grenzwert nicht mehr überschritten wird", erklärte das Landesmedienservice. Der Betreiber arbeite bereits an einer Lösung, um die Belastung rasch einzudämmen. Konkrete Maßnahmen – etwa ein vollständiger Wasserwechsel oder eine gezielte Desinfektion – wurden in der Mitteilung allerdings nicht genannt.
Die Bezirkshauptmannschaft Oberpullendorf, die für die Anordnung der Sperre zuständig ist, steht nach eigenen Angaben in engem Austausch mit dem Betreiber und dem Gesundheitsamt. Eine erneute Beprobung des Sees sei bereits in die Wege geleitet worden, hieß es. Erst wenn die Werte im gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen lägen, dürfe das Bad wieder geöffnet werden.
Für die Region Mittelburgenland, die in den Sommermonaten zahlreiche Badegäste anzieht, bedeutet die Sperre einen herben Einschnitt. Vielerorts ist der Naturbadesee ein zentraler Treffpunkt für Familien und Touristinnen und Touristen. Die zuständigen Stellen riefen dazu auf, die ausgehängten Hinweise vor Ort zu beachten und andere, behördlich freigegebene Badestellen aufzusuchen.
Auswirkungen auf Tourismus und Badegäste
Die Sperre reiht sich in eine Reihe ähnlicher Fälle in Österreich, in denen Naturgewässer nach Starkregenereignissen vorübergehend geschlossen werden mussten. Fachleute verweisen darauf, dass nach heftigen Niederschlägen grundsätzlich ein erhöhtes Risiko bestehe, dass Keime aus der Umgebung in Badeseen gelangten – insbesondere dann, wenn landwirtschaftliche Flächen oder Kanalisationen in unmittelbarer Nähe liegen.
Der Naturbadesee bleibt nach derzeitigem Stand bis zum Ende der Sommerferien zumindest teilweise geschlossen. Wann genau wieder gebadet werden darf, hängt vom Ergebnis weiterer Wasserproben ab. Betroffene werden gebeten, sich über die Website des Landes Burgenland und die Aushänge vor Ort über den aktuellen Stand zu informieren.
