Port-au-Prince, Haiti – 30. März 2026

Bei einem brutalen Angriff der Bande "Gran Grif" sind in der haitianischen Region Artibonite mindestens 70 Menschen getötet und 30 weitere verletzt worden. Die Gewalt hat fast 6.000 Menschen zur Flucht gezwungen und verschärft die ohnehin schon prekäre humanitäre Lage in dem Karibikstaat.

Hintergrund der Gewalt

Die Artibonite-Region gilt als die Kornkammer Haitis und war bisher weniger von Bandengewalt betroffen als die Hauptstadt Port-au-Prince. Doch in den letzten Monaten haben sich die Konflikte zwischen rivalisierenden Banden auch auf ländliche Gebiete ausgeweitet. Laut Menschenrechtsgruppen kontrollieren die Banden mittlerweile weite Teile der Hauptstadt, während die haitianischen Sicherheitskräfte mit Unterstützung einer internationalen UN-Truppe und eines privaten US-Militärunternehmens gegen sie kämpfen.

Seit 2021 sind in Haiti fast 20.000 Menschen durch Bandengewalt ums Leben gekommen. Mehr als eine Million Menschen wurden durch die anhaltenden Konflikte vertrieben, was die ohnehin schon schwere Nahrungsmittelkrise im Land weiter verschärft.

Details des Angriffs

Der Angriff der "Gran Grif"-Bande ereignete sich am Sonntagmorgen in der Artibonite-Region. Die genaue Zahl der Todesopfer schwankt je nach Quelle: Während die Polizei zunächst von 16 Toten sprach, gab die Zivilschutzbehörde 17 Tote an. Eine UN-Sprecherin verurteilte den Angriff und schätzte, dass zwischen 10 und 80 Menschen getötet wurden.