Nach dem Tod des iranischen Obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei bei US-israelischen Angriffen am 28. Juni sind am Montag nach staatlichen Angaben mehrere Millionen Menschen in Teheran dem Trauerzug durch die Hauptstadt gefolgt, während Beobachter die Feierlichkeiten als Machtdemonstration des Regimes deuten.

Hintergrund: Tod des Obersten Führers

Die Prozession am Montag markierte den ersten Höhepunkt der sechstägigen Trauerfeierlichkeiten. Nach Angaben der Behörden säumten Millionen Menschen die Straßen Teherans, als der Sarg Chameneis zusammen mit drei getöteten Familienmitgliedern durch die Hauptstadt getragen wurde. Bei Temperaturen um die 40 Grad sorgte künstlicher Sprühregen für Abkühlung, während die Menge „Gott ist groß" rief, wie der Deutschlandfunk berichtete. Die Behörden rechnen insgesamt mit bis zu 20 Millionen Teilnehmenden über die gesamte Trauerperiode.

Zuvor war der Sarg drei Tage lang in der „Großen Mosalla", einem riesigen Moscheenkomplex, aufgebahrt worden. Am Dienstag sollte die Prozession in die Theologie-Hochburg Ghom weiterziehen, bevor sie schließlich in der Geburtsstadt Chameneis, Maschhad, endet. In Maschhad befindet sich der einzige Schrein eines der zwölf schiitischen Imame im Iran, des achten Imam Reza. In Ghom soll der einflussreiche Ayatollah Makarem Shirazi das Totengebet leiten, in Maschhad Noori Hamedani, wie iranische Medien berichteten. In Teheran trat der 97-jährige Großajatollah Jafar Sobhani als Vorbeter auf.