Mexiko gewinnt das WM-Eröffnungsspiel gegen Südafrika mit 2:0
Mexiko-Stadt, 11. Juni 2026
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Kurzfassung
Mexiko hat das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt gegen Südafrika mit 2:0 gewonnen. Vor rund 80.000 Zuschauern trafen Julián Quiñones und Raúl Jiménez für den Co-Gastgeber.
Mexiko hat das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt gegen Südafrika mit 2:0 (1:0) gewonnen, wobei Julián Quiñones in der 9. Minute und Raúl Jiménez per Kopf in der 67. Minute trafen.
Stadion und Eröffnung
Im legendären Aztekenstadion setzte sich der Co-Gastgeber im Eröffnungsspiel gegen Südafrika verdient mit 2:0 (1:0) durch. „Nicht einmal 9 Minuten mussten die 80'000 Zuschauer im legendären Aztekenstadion auf den ersten Treffer warten." Schon nach wenigen Sekunden hatte Stürmer Raúl Jiménez nach einem Angriff über rechts aus bester Position am glänzend reagierenden südafrikanischen Torhüter Ronwen Williams scheitern können, ehe die mexikanische Offensive den Bann brach.
Den Auftakt besorgte Julián Quiñones, der nach neun Minuten das Leder zwischen den Beinen von Goalie Ronwen Williams hindurch im Netz versenkte. „Julian Quinones durfte sich als Torschütze feiern lassen. Teamkollege Erik Lira hatte Südafrikas Verteidiger Sphephelo Sithole beim Aufbau unter Druck gesetzt und zu einem leichten Ballverlust gebracht. Quinones zögerte nicht lange und versenkte das Leder zwischen den Beinen von Goalie Ronwen Williams hindurch im Netz." Nach dem Führungstreffer feierten die mexikanischen Fans ausgelassen das traditionelle Mariachi-Lied „Cielito Lindo" – „Ay, ay, ay, ay, canta y no llores."
Spielverlauf und Tore
In der Anfangsphase präsentierten sich die Südafrikaner, die mit einer Fünfer-Abwehrkette äußerst defensiv antraten, anfällig für grobe Patzer im Aufbau. „Unmittelbar nach Wiederanpfiff unterlief Goalie Williams der nächste haarsträubende Fehlpass im Aufbau." Die mexikanische Mannschaft, die laut Bericht „Den Mexikanern genügte eine durchschnittliche Leistung für die drei Punkte", kontrollierte das Geschehen weitgehend und hätte vor der Pause durch Jiménez' abgelenkten Schuss, den Williams gerade noch behändigen konnte, sowie durch Quiñones, der in der 42. Minute nur den Pfosten traf, sogar noch höher führen können.
Nach dem Seitenwechsel sorgte Raúl Jiménez mit einem Kopfball für die Vorentscheidung. „Jimenez köpfte eine exzellente Flanke von Roberto Alvarado zum 2:0 (67.) ein." Es war im 127. Länderspiel das 46. Tor für den 35-jährigen Sturmtank. Die mexikanischen Fans skandierten in der Folge immer wieder den Namen des Angreifers, während Trainer Javier Aguirre auf Seiten des Co-Gastgebers personell durchwechselte.
In der 66. Minute wurde mit Gilberto Mora ein auffälliger junger Akteur eingewechselt, der unmittelbar nach seiner Einwechslung Anteil am zweiten Treffer hatte. Mora, der erst 17 Jahre alt ist, gilt als eines der größten mexikanischen Talente und feierte im Aztekenstadion sein WM-Debüt. „Mora, Mora"-Sprechchöre hallten durch das weite Rund.
Drei Platzverweise durch Sampaio
Das Spiel wurde vom brasilianischen Schiedsrichter Wilton Sampaio geleitet, der insgesamt drei Platzverweise aussprach. Bereits in der 49. Minute musste Sphephelo Sithole nach einer Notbremse gegen Brian Gutiérrez, der allein aufs Tor zulief, mit Rot vom Platz – „Nachdem Brian Gutierrez allein aufs Tor losgezogen war, konnte sich Unglücksrabe Sithole nur mit einem Notbremsefoul behelfen. Schiedsrichter Wilton Sampaio (BRA) blieb keine andere Wahl, als die rote Karte zu zücken." In der 84. Minute folgte Themba Zwane, der Roberto Alvarado ins Gesicht gegriffen hatte; Sampaio entschied nach Ansicht der Videobilder auf eine Tätlichkeit. In der Nachspielzeit leistete sich Mexiko-Kapitän César Montes seinerseits eine Notbremse an Khuliso Mudau und sah ebenfalls Rot. „Der brasilianische Schiedsrichter verteilt insgesamt drei rote Karten."
Vom Spielverlauf her war der Sieg der Mexikaner ungefährdet. Die Elf von Trainer Hugo Broos, die Südafrika betreut, präsentierte sich tief stehend und ohne zwingende Offensivaktionen. Gegen die übrigen Gegner in Gruppe A, Südkorea und Tschechien, wartet auf die Südafrikaner in den kommenden Tagen Schwerarbeit. „Für Südafrika geht es am kommenden Freitag gegen Tschechien weiter." Mexiko bestreitet sein zweites Gruppenspiel tags darauf gegen Südkorea; das erklärte Ziel der Mannschaft von Javier Aguirre ist es, „endlich einmal über das Viertelfinale hinauskommen".
Feiern und Proteste in Mexiko-Stadt
Bereits vor dem Anpfiff hatte im Stadion eine halbstündige, farbenfrohe Eröffnungsfeier stattgefunden. „Das Highlight der halbstündigen Show war der Auftritt von Shakira. Die kolumbianische Sängerin gab den WM-Song «Dai Dai» zum Besten." Zudem waren ein Chor und eine Live-Band auf der Bühne zu sehen, die auf das Spiel einstimmen sollten. Weltweit verfolgten nach Schätzungen rund 1,5 Milliarden Menschen die Partie vor den Fernsehgeräten.
Das Aztekenstadion, in dem einst sowohl Pelé als auch Maradona Weltmeister-Titel feiern konnten, bildete den würdigen Rahmen für den Auftakt. Rund 80.000 Zuschauer strömten am Morgen des Eröffnungstages in das Stadion. Für Mexiko bedeutet das Eröffnungsspiel zudem den Start in eine rund vierwöchige Turnierphase als Co-Gastgeber.
Public Viewing in Herten
Abseits des sportlichen Geschehens war die Eröffnung von politischen Protesten begleitet. Eine kleine Gruppe von Mitarbeitern des Stromnetzes versammelte sich am frühen Morgen am Ángel de la Independencia, um gegen Rentenkürzungen zu demonstrieren. Die Behörden rechneten insgesamt mit neun Protestmärschen und 26 Versammlungen verschiedener Gruppen im Verlauf des Tages. Vor dem Stadion demonstrierten Angehörige von im Konflikt zwischen Staat und Drogenkartellen verschwundenen Menschen. „Wir haben hierzulande aber eben auch ein Riesenproblem mit verschwundenen Menschen, und darauf wollen wir heute aufmerksam machen", sagte Montserrat Ramírez Sabino, die seit vier Monaten nach vier vermissten Familienangehörigen sucht. „Wir Mexikaner lieben den Fußball, das ist ein großer Teil unserer Kultur."
Zugleich kritisierten Fans die hohen Ticketpreise. Agustín, ein mexikanischer Anhänger, sagte: „Für mexikanische Durchschnittsverdiener wie uns waren die Tickets einfach viel zu teuer." Sein Begleiter Beto zeigte sich dennoch beeindruckt: „Es ist alles unglaublich." Agustín ergänzte: „Aber wir sind Mexikaner bis in die Haarspitzen, wohnen hier um die Ecke und wollten das alles trotzdem genießen." Lehrkräfte blockierten unterdessen mit einem Sitzstreik den offiziellen Fan-Festival am Zócalo und marschierten auf der Calzada de Tlalpan in Richtung Süden, wodurch der Verkehr zwischen Stadion und Stadtzentrum stundenlang zum Erliegen kam. Hintergrund war ein siebenstündiges, ergebnislos gebliebenes Verhandlungsgespräch mit der Regierung.
In der deutschen Region Herten war das Eröffnungsspiel Anlass für einen Familientag auf dem Gelände der Zeche Ewald. Die Veranstalter hatten drei Großbildschirme, eine Bühne, Biergarnituren sowie Essens- und Getränkestände aufgebaut und Maskottchen mehrerer großer NRW-Vereine eingeladen. Wegen des Regens verfolgten die meisten der rund 100 Fußballfans das Spiel jedoch im großen Zelt. Die WDR-Reporterin Josie Le Blond sprach vor Ort mit dem gebürtigen Südafrikaner Fabian Nel und seiner Freundin Alina sowie mit der Deutschland-Fan Elke aus Marl.
„Wir hoffen, dass Deutschland und Südafrika diesmal die Gruppenphase überstehen", sagte Alina. „Das kommt aber noch, das liegt einfach am Wetter", ergänzte sie mit Blick auf die ausbleibende Euphorie. Ihr Freund Fabian Nel zeigte sich sportlich: „Wenn es um Rugby gehen würde, würde ich sagen: Südafrika kommt ins Finale. Die Fußballer sind leider nicht so gut. Ich hoffe, sie kommen in dieser schweren Gruppe trotzdem weiter." Die in schwarz-rot-goldener Kleidung erschienene Elke erklärte: „Ich bin in WM-Stimmung" und traut der deutschen Mannschaft in diesem Jahr den WM-Titel zu. „Sie freut sich auf das deutsche Auftaktspiel am Sonntag." Der Beitrag „Verregnetes Rudelgucken in Herten" wurde am 12.06.2026 um 1:00 Uhr im WDR Aktuell ausgestrahlt; die Berichterstattung basiert auf den Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort sowie auf Gesprächen mit den genannten Fans.
Mora – ein Ausnahmetalent
Aus Schweizer Sicht steht in der Nacht auf Freitag (Schweizer Zeit) in der Gruppe A die Partie zwischen Südkorea und Tschechien an, die ab 03:50 Uhr live auf SRF zwei zu sehen ist. Das ZDF liefert rund um die Uhr alle Highlights der nächtlichen WM-Spiele.
Bei dem historischen Auftritt im Aztekenstadion wurde auch Gilberto Mora besonders gefeiert. Mit 17 Jahren und 240 Tagen ist er der sechstjüngste Spieler in der Geschichte einer Fußball-Weltmeisterschaft und löschte zudem den bisherigen mexikanischen Rekord. Sein Debüt im Nationaltrikot gab er vor etwa einem Jahr; seither war er der jüngste Spieler in der Geschichte des mexikanischen Fußballverbands. Mit „Mora, Mora"-Rufen feierten ihn die über 80.000 Fans am Donnerstag. Sein Marktwert wird auf zehn Millionen Euro geschätzt, womit er zu den 25 wertvollsten Spielern des Jahrgangs 2008 gehört und in der mexikanischen Liga MX den dritten Rang belegt. Sein Klub Club Tijuana, dessen Gesamtkader auf 191,85 Millionen Euro taxiert wird, hat seinen Vertrag um drei Jahre verlängert. Beraterin Rafaela Pimenta hat bereits angekündigt, für Mora mindestens 18 Millionen Euro Ablöse zu erwarten; europäische Klubs haben Interesse angemeldet. „Er hat sich hervorragend entwickelt. Er war schon einer der besten Spieler Mexikos beim letzten Gold Cup. Daher vertraut ihm Nationaltrainer Javier Aguirre, dass er auch bei der WM sein breites Spektrum an Fähigkeiten zeigt. Er ist ein sehr reifer Spieler, obwohl er erst 17 Jahre alt ist", erklärte der Transfermarkt-Experte Osvaldo González Camacho.
Camacho sieht für den Teenager dennoch Steine im Weg: „Ich denke, das wird in den europäischen Ligen sehr schwierig, da er sich bisher noch nicht wirklich bewährt hat." Mora sei großem Druck ausgesetzt, „weil wir die Erwartungen an die Zukunft der mexikanischen Liga auf ihn projizieren". Camacho blickt dennoch optimistisch nach vorn: „Die Zukunft sieht vielleicht vielversprechender aus, nicht nur wegen Gilberto Mora, sondern auch wegen anderer aufstrebender Stars."
Fragen & Antworten
Wer hat die Tore für Mexiko im Eröffnungsspiel geschossen?
Julián Quiñones brachte Mexiko in der 9. Minute in Führung, Raúl Jiménez erhöhte in der 67. Minute per Kopfball nach Flanke von Roberto Alvarado auf 2:0.
Welche Karten verteilte Schiedsrichter Wilton Sampaio?
Der brasilianische Unparteiische zeigte insgesamt drei Mal Rot: Sphephelo Sithole (49.) und Themba Zwane (84.) auf Seiten Südafrikas sowie César Montes (90.+2) bei Mexiko.
Wie geht es für beide Mannschaften im Turnier weiter?
Südafrika trifft am kommenden Freitag auf Tschechien, Mexiko spielt tags darauf gegen Südkorea – beide Partien in Gruppe A.