Merlier erobert dritten Tour-Etappensieg im Sprint von Chalon-sur-Saône
Chalon-sur-Saône, 16. Juli 2026
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Kurzfassung
Tim Merlier hat die zwölfte Etappe der Tour de France im Massensprint gewonnen und damit seinen dritten Tagessieg bei dieser Frankreich-Rundfahrt eingefahren. Der Belgier setzte sich nach 179,1 Kilometern von Magny-Cours nach Chalon-sur-Saône vor dem Niederländer Olav Kooij und seinem belgischen Landsmann Jasper Philipsen durch.
Chalon-sur-Saône, 16. Juli 2026
Der belgische Sprinter Tim Merlier hat die zwölfte Etappe der 113. Tour de France im Massensprint gewonnen und seinen dritten Tagessieg bei dieser Rundfahrt eingefahren, während Spitzenreiter Tadej Pogačar das Gelbe Trikot verteidigte.
Merliers dritter Streich bei dieser Tour
Tim Merlier (Soudal Quick-Step) entschied am Donnerstag die zwölfte Etappe der Tour de France in Chalon-sur-Saône für sich. Nach 179,1 Kilometern von Magny-Cours nach Chalon-sur-Saône setzte sich der 33-Jährige im Sprint einer etwa 15 Fahrer umfassenden Gruppe vor dem Niederländer Olav Kooij (Decathlon-CMA CGM) und dem Belgier Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) durch. Merlier, der bereits die siebente und achte Etappe gewonnen hatte, feierte damit seinen insgesamt sechsten Tagessieg bei einer Frankreich-Rundfahrt. „Es war gar nicht so leicht, da meine Funkverbindung nicht funktioniert hat. Aber ich bin ruhig geblieben. Ich hatte einfach einen guten Tag“, sagte Merlier nach dem Rennen. Im Siegerinterview stand sein Sohn an seiner Seite. „Mein Kind und meine Frau gibt mir die nötige Extra-Motivation“, erklärte der Belgier.
Die Etappe, die mit drei Bergwertungen der niedrigsten Kategorie als flach galt, galt vielen Beobachtern als „letzte Chance der Sprinter“ bei dieser Tour. Für das Tempo im Feld sorgten andere Teams – allen voran Alpecin-Premier Tech mit Silvan Dillier an der Spitze des Pelotons. Rund 25 Kilometer nach dem Start auf der früheren Formel-1-Rennstrecke in Magny-Cours hatte sich eine vierköpfige Spitzengruppe mit dem Franzosen Baptiste Veistroffer abgesetzt. Auch Mauro Schmid (Jayco AlUla) versuchte früh im Rennen einen Ausreißversuch und attackierte rund 30 Kilometer vor dem Ziel erneut im Rahmen einer Gruppe, die sich lösen wollte. Doch das Peloton holte die Ausreißer bereits 35 Kilometer vor dem Ziel wieder ein.
Massensturz trübt den Zielsprint
Den Zielsprint überschattete ein schwerer Massensturz auf den letzten Metern. Der kolumbianische Sprinter Fernando Gaviria, 31 Jahre alt, kam zu Fall und riss mehrere weitere Fahrer mit. „Gaviria überquerte die Ziellinie schwer gezeichnet“ mit einer Verletzung im Schulterbereich, wie die Veranstalter mitteilten. Ob der Kolumbianer die Tour fortsetzen kann, war zunächst unklar. Auch einige andere Fahrer wurden durch das Missgeschick des kolumbianischen Sprinters heftig getroffen. Der Sturz trennte das Feld in zwei Teile. Die Favoriten der Gesamtwertung – angeführt vom überlegenen Spitzenreiter Tadej Pogačar – überstanden das sturzbeeinträchtigte Finale der Etappe allerdings unbeschadet. „Wie er überstanden auch die Klassementstars um den überlegenen Spitzenreiter Tadej Pogačar das sturzbeeinträchtigte Finale der Etappe unbeschadet“, hieß es im Bericht der Nachrichtenagentur APA.
Pogačar verteidigt Gelbes Trikot souverän
Im Gesamtklassement änderte sich durch die flache Etappe nichts: Pogačar (Slowenien/UAE Emirates-XRG), der viermalige Gesamtsieger, behauptete das Gelbe Trikot souverän. „Das Gelbe Trikot bleibt auf den Schultern von Tadej Pogacar (SLO/UAE Team Emirates)“, wie die Agentur APA am Abend berichtete. Der Slowene verbrachte einen verhältnismäßig ruhigen Tag im Feld und belegte im Etappenklassement Rang 51 – zeitgleich mit seinen Rivalen. Sein Vorsprung auf den ersten Verfolger Jonas Vingegaard (Dänemark/Visma-Lease a Bike) beträgt weiterhin 3:36 Minuten. Remco Evenepoel (Belgien) bleibt mit 4:06 Minuten Rückstand Dritter. „Pogacars erster Verfolger Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) liegt weiter über 3 Minuten hinter dem Topfavoriten zurück“, fasste die Agentur sid zusammen.
Hinter den drei Erstplatzierten folgten Biniam Girmay (Eritrea), Milan Fretin (Belgien), Anthony Turgis (Frankreich), Max Kanter (Deutschland), Clement Russo (Frankreich), Mads Pedersen (Dänemark) und Huub Artz (Niederlande) – alle mit derselben Zeit wie der Etappensieger, der für die 179,1 Kilometer 3:38:52 Stunden benötigte. Remco Evenepoel belegte Rang 19, Jonas Vingegaard kam auf Platz 43 und Tadej Pogačar wurde als 51. gewertet – ebenfalls mit der Siegerzeit.
Österreicher im Mittelfeld
Im Gesamtklassement führt nach zwölf von 21 Etappen weiterhin Tadej Pogačar (43:04:01 Stunden) vor Jonas Vingegaard (+3:36) und Remco Evenepoel (+4:06). Auf den weiteren Plätzen folgen Juan Ayuso (+4:22), Paul Seixas (+4:35), Florian Lipowitz (+4:44), Isaac del Toro (+5:08), Mattias Skjelmose (+5:45), Lenny Martinez (+6:34) und Tom Pidcock (+11:49). Die Gesamtdistanz der diesjährigen Tour beträgt 3.321,2 Kilometer.
Für das österreichische Team verlief die Etappe durchwachsen. Marco Haller kam nach dem Sturz noch als 32. ins Ziel und liegt in der Gesamtwertung mit fast drei Stunden Rückstand auf dem 164. Platz. Felix Großschartner, der als Helfer von Pogačar arbeitet, wurde offiziell als 73. gewertet und ist als bester Österreicher 35. der Gesamtwertung mit 1:06:02 Stunden Rückstand auf den Spitzenreiter.
Merliers Teamkollegen und Konkurrenten reagierten mit Respekt auf den erneuten Sprintcoup des Belgiers. Nach seinem enttäuschenden 15. Platz im Sprint am Mittwoch meldete sich der Soudal-Profi eindrucksvoll zurück. „Für den 33-Jährigen vom Team Soudal war es der insgesamt sechste Tagessieg im Rahmen einer Tour de France“, bilanzierte die Agentur sid. Bereits am Vortag hatten Kooij und Philipsen die Plätze zwei und drei belegt – der drittplatzierte Alpecin-Profi war allerdings nach einer Rempelei zurückgereicht worden. Diesmal durften beide ohne Einspruch aufs Podium.
Der Belgier erklärte nach dem Rennen, dass die Bedingungen alles andere als einfach gewesen seien. Trotz der fehlenden Funkverbindung im entscheidenden Moment habe er einen kühlen Kopf bewahrt. Die zusätzliche Motivation durch seine Familie sei ein entscheidender Faktor für seine starken Leistungen bei dieser Tour. Die Etappe hatte am Vormittag mit dem Start auf der traditionsreichen Rennstrecke in Magny-Cours begonnen, wo einst Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher achtmal triumphiert hatte.
Die Veranstalter werteten den Tag trotz des schweren Sturzes als gelungenen Auftakt in das Wochenende. Mit drei Sprintankünften in Folge hatte Merlier eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er zu den schnellsten Männern im Peloton gehört. Sein dritter Etappensieg bei dieser Tour katapultierte ihn in die Geschichte der Frankreich-Rundfahrt – nur die wenigsten Sprinter haben je drei Etappen innerhalb einer einzigen Austragung gewonnen.
Vorschau: Ballon d'Alsace als erste Hürde
Am Freitag wartet auf das Fahrerfeld die längste Etappe der diesjährigen Tour de France. Über 205,8 Kilometer geht es von Dole nach Belfort. Rund 25 Kilometer vor dem Ziel ist dabei der Ballon d'Alsace zu bewältigen, ein Berg der ersten Kategorie in den südlichen Vogesen mit einer Höhe von 1.173 Metern. „Bevor es am Wochenende in die nächsten Gebirgsetappen geht, dürften sich am Freitag Ausreißer eine Chance auf den Sieg ausrechnen“, hieß es im Vorfeld.
Die Etappe dürfte Ausreißern deutlich bessere Chancen bieten als der Massensprint des Vortages. Der Ballon d'Alsace mit seiner Erstkategorie-Bergwertung in der Schlussphase macht ein Zusammenführen des Feldes durch die Sprinterteams schwierig. Fahrer wie Mattias Skjelmose, Lenny Martinez oder Tom Pidcock, die in der Gesamtwertung bereits einen deutlichen Rückstand aufweisen, könnten die Bergetappe nutzen, um auf einen Etappensieg zu fahren.
Weitere Bergetappen stehen bevor
Nach dem Ruhetag am 20. Juli stehen weitere schwere Bergetappen an. Am 19. Juli geht es über 183,9 Kilometer von Champagnole auf das Plateau de Solaison, am 23. Juli von Voiron nach Orcieres-Merlette (185,2 km), am 24. Juli von Gap zur Alpe d'Huez (127,9 km) und am 25. Juli vom Le Bourg d'Oisans erneut zur Alpe d'Huez (170,9 km). Dazwischen liegt am 21. Juli ein Einzelzeitfahren von Evian-les-Bains nach Thonon-les-Bains über 26,1 Kilometer. Die Tour endet am 26. Juli mit der 21. Etappe von Thoiry zu den Pariser Champs-Élysées über 133 Kilometer.
Merliers dritter Etappensieg ordnet sich in die dominante Vorstellung seines Teams Soudal Quick-Step bei dieser Tour ein. Der Belgier hat mit seinen Siegen auf der siebenten, achten und zwölften Etappe entscheidend dazu beigetragen, dass sein Team eine der erfolgreichsten Mannschaften dieser Frankreich-Rundfahrt ist. Sein insgesamt achter Etappensieg bei einer großen Landesrundfahrt unterstreicht seine Klasse als einer der konstantesten Sprinter im aktuellen Peloton.
Die Stimmung im Soudal-Team war nach dem Etappensieg entsprechend gelöst. Merliers Teamkollegen feierten den Erfolg ihres Kapitäns in Chalon-sur-Saône. Die nächste Chance für die Sprinter dürfte erst beim abschließenden Massensprint auf den Champs-Élysées am 26. Juli kommen – sofern die Etappe wie geplant in einem Sprint entschieden wird. Bis dahin dürften die Kletterer das Geschehen in den Hochgebirgs-Etappen der kommenden Tage bestimmen.
Fragen & Antworten
Wer hat die zwölfte Etappe der Tour de France 2026 gewonnen?
Der belgische Sprinter Tim Merlier (Soudal Quick-Step) gewann die zwölfte Etappe über 179,1 Kilometer von Magny-Cours nach Chalon-sur-Saône im Massensprint vor dem Niederländer Olav Kooij und dem Belgier Jasper Philipsen.
Wie groß ist der Vorsprung von Tadej Pogačar im Gesamtklassement?
Tadej Pogačar führt das Gesamtklassement nach zwölf von 21 Etappen mit einer Zeit von 43:04:01 Stunden an und hat 3:36 Minuten Vorsprung auf Jonas Vingegaard sowie 4:06 Minuten auf Remco Evenepoel.
Was passierte beim Sturz kurz vor dem Ziel der zwölften Etappe?
Rund 300 Meter vor dem Ziel kam der kolumbianische Sprinter Fernando Gaviria zu Fall und riss mehrere weitere Fahrer mit sich, wodurch das Feld in zwei Teile getrennt wurde; Gaviria überquerte die Ziellinie mit Verletzungen im Schulterbereich.
Tour de France 12. Etappe: Merlier siegt, Pogačar | nachrichten360