Krösche bleibt in Frankfurt: Mailand-Wechsel geplatzt | nachrichten360
Markus Krösche bleibt Sportvorstand von Eintracht Frankfurt – Wechsel zum AC Mailand vom Tisch
Frankfurt am Main, 20 Juni 2026
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Kurzfassung
Sportvorstand Markus Krösche hat sich gegen einen Wechsel zum AC Mailand entschieden und bleibt bei Eintracht Frankfurt. Sein Vertrag bei den Hessen läuft noch bis zum 30. Juni 2028, ein ablösefreier Abschied wäre in diesem Sommer ohnehin nicht möglich gewesen.
Frankfurt am Main, 20 Juni 2026
Markus Krösche, seit fünf Jahren Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, hat Medienberichten zufolge einem lukrativen Angebot des italienischen Spitzenklubs AC Mailand eine Absage erteilt und wird seine Tätigkeit am Main bis mindestens 2028 fortsetzen.
Die Personalie hatte über Tage die Fußballbranche beschäftigt. Der italienische Spitzenklub AC Mailand, der nach einer enttäuschenden Saison ohne Champions-League-Platz einen umfassenden Umbau einleitete, soll Krösche nach Sky-Italia-Berichten als neuen „Head of Football" an den San Siro lotsen wollen. Dem Vernehmen nach standen Mailands Klubbosse Gerry Cardinale und Zlatan Ibrahimovic mit den Frankfurtern in Kontakt. Daraus wird nun vorerst nichts.
Wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch unter Berufung auf übereinstimmende Medienberichte meldete, ist ein Wechsel Krösches nach Mailand vom Tisch. Der 45-Jährige, dessen Vertrag bei den Hessen bis zum 30. Juni 2028 läuft, besitzt für diesen Sommer ohnehin keine Ausstiegsklausel. Nach Angaben der Bild-Zeitung wäre für einen sofortigen Transfer eine Ablösesumme von mindestens zehn Millionen Euro fällig geworden. Laut Bild beträgt die Klausel für den Winter sieben Millionen Euro.
Mailand lockte mit Millionen
Krösche selbst habe den Verein informiert, dass er trotz des Interesses aus Italien in Frankfurt bleibe, hieß es. Damit endet eine Phase der Ungewissheit, die in Frankfurt durchaus mit Sorge beobachtet worden war. Immerhin war laut Fachmagazin Kicker ein Vierjahresvertrag mit einem Gesamtvolumen von etwa 40 Millionen Euro im Gespräch.
Auch der Aufsichtsratsvorsitzende der Eintracht, Mathias Beck, stellte klar: „Von Seiten des AC Mailand gab es niemanden, der wegen Markus Krösche auf uns zugekommen ist." Beck verwies zudem auf ein Gespräch mit Krösche im Hauptausschuss: „Wir als Hauptausschuss von Eintracht Frankfurt haben nach Rücksprache mit Markus Krösche auch keinen Hinweis darauf, dass er die Eintracht vor Ende seiner Vertragslaufzeit 2028 verlassen möchte."
Beck widerspricht Kontaktberichten
Krösche ist seit dem 1. Juni 2021 als Sportvorstand in Frankfurt tätig und hat den Verein in dieser Phase sportlich wie wirtschaftlich neu aufgestellt. Unter seiner Ägide erwirtschaftete die Eintracht nach clubeigenen Angaben einen Transfersaldo von rund 150 Millionen Euro – der höchste Wert eines Bundesligisten im entsprechenden Zeitraum. Allein der bevorstehende Verkauf von Nathaniel Brown an den FC Bayern München würde das Plus über die Marke von 200 Millionen Euro treiben. Der Gesamtwert des 29-köpfigen Profikaders wird mit 377,55 Millionen Euro angegeben.
Die sportliche Bilanz der vergangenen Saison fiel allerdings durchwachsen aus. Die Mannschaft schloss die Bundesliga auf dem achten Platz ab und verpasste damit die Qualifikation für den Europapokal. Auch der Trainerstuhl war ein Sorgenkind: Dino Toppmöller war im Januar nach zweieinhalb Jahren im Amt entlassen worden, der Spanier Albert Riera hatte die Mannschaft in der abgelaufenen Saison betreut – was laut Einschätzung der Verantwortlichen als Fehlgriff gewertet wurde. Mit Adi Hütter wurde anschließend ein bekannter Name zurückgeholt.
Wirtschaftliche Bilanz unter Krösche
Der Blick bei den Hessen richtet sich nun nach vorn. Nach Informationen der FAZ steht Marcel Schäfer auf der Liste möglicher Nachfolge-Kandidaten für den Fall, dass sich an der Personalie Krösche mittelfristig etwas ändern sollte. Der 42-Jährige ist seit fast zwei Jahren als Geschäftsführer Sport bei RB Leipzig tätig. Aktuell steht bei den Sachsen allerdings Trainer Ole Werner nach Medienberichten vor der Entlassung – in diese Entscheidung soll Schäfer nicht eingebunden gewesen sein.
Auf dem Transfermarkt stehen die Frankfurter unterdessen vor weiteren Weichenstellungen. Bei Junior Dina Ebimbe, zuletzt an Stade Brest ausgeliehen, wird am Main keine Zukunft gesehen. Wie die Bild-Zeitung berichtet, hat es zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Schalke 04 bereits Gespräche gegeben. Demnach könne Schalke nur eine Ablösesumme im Bereich von einer Million Euro zahlen, während die Frankfurter um die vier Millionen Euro für Ebimbe anstreben. Aktuellste Verpflichtung der Eintracht ist laut Transferliste Arnaud Kalimuendo.
Personalien rund um die Eintracht
Auch abseits des Platzes meldeten die Hessen Neues: Die Eintracht Frankfurt Fußball AG hat zehn Prozent der Anteile am Eishockey-Erstligisten Löwen Frankfurt erworben und wird künftig die Bereiche Sponsoring und Hospitality der „Kufencracks" verantworten. Die Bekanntgabe erfolgte am Mittwoch. „Die Eintracht bringt in der Vermarktung, im Merchandising und in der Digitalisierung eine Schlagkraft mit, die für uns nochmals eine neue Dimension öffnet", sagte Löwen-Geschäftsführer Stefan Krämer. Gesellschafter Andreas Stracke scheidet nach 16 Jahren auf eigenen Wunsch aus dem Eishockeyklub aus.
Parallel liefen Meldungen aus der Nationalmannschaft. Eintracht-Verteidiger Arthur Theate saß beim 1:1 Belgiens gegen Ägypten in Seattle 90 Minuten auf der Bank, nachdem die Belgier durch ein Eigentor von Mohamed Hany in der 66. Minute ausgeglichen hatten. Für Theate geht es am Sonntag (21 Uhr) in Los Angeles gegen den Iran weiter. Farès Chaibi verlor in der Nacht auf Mittwoch mit der algerischen Nationalmannschaft 0:3 gegen den amtierenden Weltmeister Argentinien – Lionel Messi erzielte alle drei Tore und zog mit seinem 16. WM-Tor mit Miroslav Klose gleich.
Im Hintergrund baut unterdessen der AC Mailand sein Personalgefüge neu auf. Neben Coach Massimiliano Allegri mussten auch der Geschäftsführer, der Sportdirektor und der Technische Direktor gehen. Mit Rúben Amorim wurde ein portugiesischer Trainer als neuer Cheftrainer verpflichtet. Zudem war der ehemalige Eintracht-Coach Oliver Glasner zwischenzeitlich als Kandidat für den Mailänder Trainerposten gehandelt worden, ehe Amorim kam. Krösche selbst hätte als „Head of Football" eine Schlüsselrolle im neuen Mailänder Gefüge übernehmen sollen.
Dino Toppmöller, der im Januar in Frankfurt entlassen worden war, ist unterdessen beim französischen Erstligisten RC Lens angekommen. Wie der Ligue-1-Klub am Dienstag bekanntgab, unterschrieb der 45-Jährige einen Vertrag bis 2028. Lens war im Vorjahr Vizemeister geworden, ehe Erfolgstrainer Pierre Sage den Klub in Richtung Crystal Palace verlassen hatte – wo Ex-Eintracht-Coach Oliver Glasner aufgehört hatte. Lensas Sportdirektor Jean-Louis Leca zeigte sich überzeugt: „Dino hat genau das Profil, das wir gesucht haben. Er ist ein Trainer, der 45 Europapokalspiele geleitet hat, die Champions League kennt, mehrere Sprachen einschließlich Französisch spricht und den Ruf genießt, junge Spieler besser zu machen."
Toppmöller findet neuen Klub in Lens
Beim Personal Noah Fenyö ist derweil Klarheit geschaffen worden: Der 20-Jährige verlässt die Eintracht nach einem halbjährigen Leihaufenthalt fest in Richtung des ungarischen Erstligisten Ujpest FC, wie die Frankfurter am Montag mitteilten. Fenyö hatte 2024 einen Profivertrag in Frankfurt erhalten, in der ersten Mannschaft kam er allerdings nie zum Einsatz. Die Eintracht sicherte sich nach eigenen Angaben eine Rückkaufoption.
Für Krösche und die Eintracht gilt es nun, die Weichen für die kommende Saison zu stellen. Mit dem Verbleib des Sportvorstands steht zumindest die wichtigste personelle Konstante. Die sportliche Kurskorrektur nach dem verpassten Europapokal und der als Fehlgriff bewerteten Trainerverpflichtung wird Aufgabe der kommenden Wochen sein.