Adi Hütter neuer Eintracht Frankfurt Trainer 2026 Rückkehr | nachrichten360
Adi Hütter kehrt als Cheftrainer zu Eintracht Frankfurt zurück – Vertrag bis 2029
Frankfurt, 01. Juni 2026
Werner100359 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Kurzfassung
Adi Hütter ist zum zweiten Mal Cheftrainer von Eintracht Frankfurt geworden und unterschrieb einen Vertrag bis 2029. Der 56-jährige Österreicher folgt auf Albert Riera und kehrt fünf Jahre nach seinem umstrittenen Abgang zurück.
Adi Hütter wurde am Montag offiziell als neuer Cheftrainer von Eintracht Frankfurt vorgestellt und kehrt damit fünf Jahre nach seinem Abschied zu dem Bundesligisten zurück.
Der 56-jährige Österreicher unterschrieb einen Vertrag bis 2029 und tritt die Nachfolge des Spaniers Albert Riera an, der nach weniger als vier Monaten im Amt entlassen worden war. Hütter hatte den Klub bereits von 2018 bis 2021 trainiert und war damals freiwillig zu Borussia Mönchengladbach gewechselt.
Sportvorstand Markus Krösche begründete die Entscheidung mit Hütters Kenntnis des Vereinsumfelds. „Es sei ein Vorteil, dass der neue Trainer die Strukturen, 'das Umfeld und Personen im und um den Club herum kennt und es keiner besonderen Eingewöhnungszeit bedarf'“, erklärte Krösche.
Hütter selbst zeigte sich bei der Pressekonferenz emotional. „Für mich ist es etwas ganz Besonderes und emotional, wieder Trainer der Eintracht zu sein“, sagte er. „Die Zeit, die wir gemeinsam in Frankfurt hatten, hat mich geprägt und habe ich nie vergessen. Rückblickend hatte ich immer das Gefühl, noch nicht fertig zu sein.“
Ein umstrittener Abschied und späte Einsicht
In seiner ersten Amtszeit führte Hütter die Eintracht 2019 bis ins Halbfinale der Europa League. Sein damaliger Abgang im Sommer 2021 hatte jedoch für erhebliche Verstimmungen gesorgt, weil er den Wechsel zu Borussia Mönchengladbach mitten in der entscheidenden Saisonphase öffentlich machte.
Damals stand Eintracht Frankfurt auf dem vierten Tabellenplatz und hatte sieben Punkte Vorsprung, verspielte diesen jedoch und verpasste die Champions-League-Qualifikation. Hütter räumte nun ein, dass seine damalige Aussage, es würden sich nur die Farben ändern, „absoluter Schwachsinn“ und ein großer Fehler gewesen sei.
„Den Abgang hätte ich mir natürlich anders gewünscht“, sagte Hütter. Die Differenzen zwischen ihm und dem Klub seien inzwischen aber längst ausgeräumt. Er habe nach der vergangenen Saison mehrere intensive Gespräche mit Krösche geführt, der ihm klar die sportliche Richtung vorgegeben habe.
Die sportliche Vision: Offensivfußball mit Disziplin
„Er hat da ganz klar die Richtung vorgegeben, das hat mir imponiert“, so Hütter. Krösche lobte seinerseits die fußballerische Ausrichtung des Trainers: „Adi Hütter steht für mutigen Offensivfußball, Klarheit und Disziplin. Er hat bei seinen Stationen gezeigt, dass er temporeichen Umschaltfußball mit Ballbesitz vereinen kann.“
Hütter erklärte, er habe seinen Spielstil während seiner Zeit bei AS Monaco weiterentwickelt, wo er häufig auf tiefstehende Gegner traf. „Wir haben mit Monaco oft gegen tiefstehende Gegner gespielt. Dafür brauchst du kreative Spieler“, sagte er. Zudem wolle er den Spielern eine klare Idee vermitteln, die sowohl offensive Pläne als auch gutes Verteidigen als Basis umfasse.
Sein vorheriges Engagement bei AS Monaco endete im Oktober des Vorjahres mit einer Entlassung. Nun kehrt er mit seinen beiden Co-Trainern Christian Peintinger und Klaus Schmidt nach Frankfurt zurück. Hütter betonte, er wolle das Bestmögliche aus einem spannenden Kader herausholen, wofür harte Arbeit nötig sei.
Kaderfragen und die Rolle von Nathaniel Brown
Mit Blick auf den Kader sprach Hütter auch über Nathaniel Brown, der zuletzt beim 4:0-Testspielsieg Deutschlands gegen Finnland in Mainz über die volle Distanz auf dem Platz stand. Brown selbst bezeichnete den Auftritt als „besonderen Moment“ und sprach von einem offenen Konkurrenzkampf mit David Raum um die Linksverteidigerposition.
Hütter nannte Brown ein „Objekt der Begierde“ und fügte hinzu: „Da schauen wir noch, wie wir ihn hier behalten können.“ Der Trainer unterstrich zudem, dass er stets versucht habe, junge Spieler weiterzuentwickeln und einzubauen.
Seinen Führungsstil beschrieb Hütter als ausgewogen: „Ich bin sicherlich nicht der Freund der Spieler, aber ich bin auch weit weg davon ihr Gegner zu sein. Ich mag dieses Nähe-Distanz-Verhältnis.“ Ein Trainer sei zudem Motivator, Kommunikator und manchmal auch eine Vaterfigur.
Persönliches und der Blick nach vorn
Abseits des Platzes gab sich Hütter betont heimatverbunden. Er bevorzuge Handkäs ohne Musik und habe selten Äppelwoi getrunken, sagte er. Sein Zuhause werde der Stadtwald sein. „Als ich gestern angekommen bin und vom Hotel aus die Skyline gesehen habe, da habe ich mir gedacht: 'Adi, das ist der richtige Platz für dich'“, berichtete er.
Die Eintracht beendete die abgelaufene Bundesliga-Saison auf dem achten Platz und verpasste damit einen europäischen Wettbewerb. Hütter bezeichnete die Entwicklung des Klubs in den vergangenen zehn Jahren als atemberaubend und freue sich auf die Mitarbeiter, die neue Aufgabe und die ganze Eintracht-Familie.
Nebenschauplätze: U21-Rekord und Länderspiele
Unterdessen sorgte die U21 der Eintracht für Schlagzeilen: Das Team gewann sein letztes Hessenliga-Spiel mit 7:5 gegen den CSC Kassel und übertraf als erste Mannschaft die Marke von 90 Punkten. Der bisherige Rekord von 88 Punkten war vom SV Darmstadt 2004 gehalten worden.
Auch andere Eintracht-Profis waren während der Länderspielpause im Einsatz. Ritsu Doan spielte 45 Minuten für Japan beim 1:0-Sieg gegen Island, während Aurèle Amenda beim 4:0-Erfolg der Schweiz gegen Jordanien auf der Bank saß.
Fragen & Antworten
Warum kehrt Adi Hütter zu Eintracht Frankfurt zurück?
Adi Hütter sagte, er habe rückblickend immer das Gefühl gehabt, noch nicht fertig zu sein, und nach intensiven Gesprächen mit Sportvorstand Markus Krösche habe er sich für die Rückkehr entschieden.
Was war an Hütters erstem Abgang von Eintracht Frankfurt umstritten?
Hütter gab seinen Wechsel zu Borussia Mönchengladbach 2021 mitten in der entscheidenden Saisonphase bekannt, woraufhin die Eintracht einen Sieben-Punkte-Vorsprung verspielte und die Champions League verpasste.
Welche Ziele verfolgt Adi Hütter mit Eintracht Frankfurt?
Hütter will mit mutigem Offensivfußball, klarer Disziplin und der Weiterentwicklung junger Spieler das Bestmögliche aus dem Kader herausholen und wieder erfolgreich sein.