Die Marcia Lucas, deren Arbeit an der ursprünglichen „Star Wars“-Trilogie Filmgeschichte schrieb, ist Ende Mai im Alter von 80 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben.
Die für ihren Oscar-prämierten Schnitt von „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ bekannte Editorin Marcia Lucas ist im Alter von 80 Jahren an Krebs gestorben. Sie prägte als Cutterin nicht nur die ursprüngliche Trilogie, sondern auch Klassiker wie Martin Scorseses „Taxi Driver“.
Die Marcia Lucas, deren Arbeit an der ursprünglichen „Star Wars“-Trilogie Filmgeschichte schrieb, ist Ende Mai im Alter von 80 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben.
Das berichtete das Branchenmagazin „Variety“ am Freitag unter Berufung auf den Anwalt der Familie. Lucas, die auch als ehemalige Ehefrau von „Star Wars“-Schöpfer George Lucas bekannt war, galt als eine einflussreiche, aber oft im Verborgenen wirkende Kraft des Hollywood-Kinos der 1970er und 1980er Jahre.
In einem Statement der Angehörigen, aus dem „Variety“ zitierte, hieß es: „Ihre Arbeit war bekannt für ihre emotionale Intelligenz, Rhythmus und Humanität – eine seltene Fähigkeit, um die Wahrhaftigkeit einer Szene ausfindig zu machen und Herz, Momentum und Klarheit auf die Leinwand zu bringen.“
Die in Kalifornien geborene Lucas hatte ihre Ausbildung zur Editorin in den 1960er Jahren absolviert. Schon früh arbeitete sie mit George Lucas zusammen, etwa 1971 an dessen Regiedebüt „THX 1138“. Das Paar war von 1969 bis 1983 verheiratet und hat eine gemeinsame Tochter.
Ihren größten Erfolg feierte sie mit dem ersten „Star Wars“-Film. Nachdem George Lucas festgestellt hatte, dass der Film einer kompletten Überarbeitung bedurfte, holte er sie in die Postproduktion. Für ihren Schnitt von „Krieg der Sterne“ (später „Star Wars: Eine neue Hoffnung“) wurde sie 1978 gemeinsam mit Richard Chew und Paul Hirsch mit dem Oscar ausgezeichnet.
Marcia Lucas‘ Einfluss auf die Saga ging weit über den reinen Schnitt hinaus. Wie sie selbst in der 2022 veröffentlichten Dokumentarserie „Inside Star Wars“ bestätigte, stammte die Idee von ihr, die Figur des Obi-Wan Kenobi auf dem Todesstern sterben zu lassen. Auch dass sich Kenobi auflöste und später als körperlose Stimme zu Luke Skywalker sprach, war ihr Einfall.
George Lucas und Schauspieler Mark Hamill bestätigten diese Darstellung. „Variety“ berichtete zudem, dass der Kuss zwischen Luke Skywalker und Prinzessin Leia auf ihre Überzeugungsarbeit hin im Film blieb. Einem Reporter erklärte sie einst ihre Leidenschaft für den Schnitt mit den Worten: „Ich besitze die angeborene Fähigkeit, gutes Material zu nehmen und es noch besser zu machen – und schlechtes Material zu nehmen und es zumindest passabel zu gestalten.“
An der Fortsetzung „Das Imperium schlägt zurück“ war sie nur wenig beteiligt, da sie sich entschied, für die gemeinsame Tochter zu sorgen, und die Leitung des Schnitts früh ablehnte. Erst bei „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ stieg sie wieder ein, nachdem der erste Schnitt nicht funktionierte.
In „Inside Star Wars“ sagte sie, George Lucas habe ihr alle emotionalen Szenen des Films zum Schneiden gegeben. „Er gab mir alle emotionalen Szenen“, so Lucas. Sie überarbeitete sowohl die Wiedervereinigung von Luke Skywalker und Obi-Wan Kenobi als auch das Ende von Darth Vader, inklusive neu gedrehter Szenen.
Während der Postproduktion von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ zerbrach die Ehe des Paares laut Zeugenaussagen unwiderruflich. Marcia Lucas wollte sich demnach früher scheiden lassen, doch George Lucas habe darauf bestanden, bis nach der Veröffentlichung des dritten „Star Wars“-Films zu warten.
Nach der Trennung brach George Lucas den Kontakt zu ihr vollständig ab. In der Dokumentation sagte sie: „Als ich ihn verließ, tat er so, als hätte ich nie existiert.“
Neben den „Star Wars“-Filmen prägte Lucas‘ Werk auch andere einflussreiche Filme der Siebzigerjahre, darunter Martin Scorseses „Taxi Driver“ und „New York, New York“. Die Produktionsfirma Lucasfilm schloss sich der internationalen Filmgemeinde an und bekundete ihre Trauer um die Verstorbene.