Manuel Neuer beendet nach WM-Aus gegen Paraguay endgültig seine Nationalmannschaftskarriere
Foxborough, 30. Juni 2026
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Kurzfassung
Nach dem bitteren Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay hat Torhüter Manuel Neuer sein endgültiges Karriereende im DFB-Trikot bestätigt. Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte den 40-Jährigen vor dem Turnier überraschend als Nummer eins zurückgeholt.
Torhüter Manuel Neuer hat nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay (3:4 im Elfmeterschießen) sein endgültiges Karriereende im DFB-Trikot bestätigt.
Die Nachricht markiert das Ende einer Ära: Um 01:28 Uhr Ortszeit war die Länderspielkarriere des 40 Jahre alten Keepers endgültig vorbei. Im Interview mit dem Streamingdienst MagentaTV sagte Neuer auf die Frage, ob er nach seiner Rückkehr die „Power" für einen weiteren Neustart im DFB-Team hätte: „Nein, das ist extrem bitter, so aufzuhören." Auch in der „Sportschau" bestätigte er knapp, dass das Sechzehntelfinale gegen Paraguay sein letztes Länderspiel gewesen sei.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte Neuer vor der WM 2026 überraschend wieder als Nummer eins zurückgeholt. Der Torhüter, der nach der Heim-EM 2024 in Deutschland (Viertelfinal-Aus) bereits seinen Rücktritt erklärt hatte, war daraufhin zur Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko noch einmal angetreten. Insgesamt bestritt Neuer nach Angaben der Datenbank 128 Länderspiele für Deutschland. Zwar konnte der Welttorhüter des FC Bayern München im Elfmeterschießen gegen Paraguay einen Strafstoß halten, doch herausragende Winner-Aktionen blieben in diesem Turnier aus.
Abschied nach 128 Länderspielen
Neuer war bei den vergangenen WM-Turnieren 2018, 2022 und nun 2026 auch eines der Gesichter für das frühe Scheitern des DFB-Teams. Das letzte gewonnene K.-o.-Spiel einer deutschen Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft datiert aus dem Finale vor zwölf Jahren in Rio de Janeiro gegen Argentinien. Wie bereits 2018 in Russland und 2022 in Katar verpasste die deutsche Auswahl beim XXL-Turnier mit erstmals 48 Mannschaften in Amerika zum dritten Mal in Folge die Runde der besten 16 Teams.
Torschütze Kai Havertz hatte sich nach dem Ausscheiden als erster deutscher Spieler an das Mikrofon getraut. „Meine zweite WM, zweimal reingeschissen", sagte er im ZDF. Kapitän Joshua Kimmich schloss unterdessen einen Rücktritt aus: „Es gibt nicht viel zu sagen, mir fehlen auch bisschen die Worte." Der 31-Jährige kündigte an, weiter für Deutschland spielen zu wollen: „Was ich niemals tun werde ist: Aufgeben." Damit ist Kimmich neben Neuer einer der wenigen Ü30er im Kader.
Nagelsmann will im Amt bleiben
Anders als Neuer plant auch Nagelsmann nicht zu gehen. Der 38 Jahre alte Bundestrainer erklärte noch im Stadion von Foxborough seine Bereitschaft, im Amt zu bleiben. „Das ist ausgeschlossen", sagte Nagelsmann auf die Frage nach einem Rücktritt. Sein Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund läuft noch bis nach der EM 2028 – ebenso wie der von Sportdirektor Rudi Völler. Völler stärkte Nagelsmann unmittelbar nach dem Aus den Rücken: „Ich bin immer noch überzeugt davon, dass er der Richtige ist."
Die Reaktionen auf das Ausscheiden fielen in Deutschland verheerend aus. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus rechnet nach dem frühen WM-Aus mit einem Abschied von Nagelsmann und einem neuen Bundestrainer. „Es gibt wahrscheinlich einiges aufzuarbeiten, auf dem Platz, außerhalb des Platzes", sagte Matthäus der „Bild". Jürgen Klinsmann sprach von einer „Blamage": „Die Art und Weise, wie wir heute Abend ausgeschieden sind, ist verheerend, ist eine Blamage, ist etwas, womit niemand, wirklich niemand gerechnet hat", sagte er im Interview bei „ESPN".
Harte Kritik von Klinsmann und Matthäus
Auch Jürgen Klopp wehrte sich bei „MagentaTV" gegen Spekulationen, er selbst könnte Nachfolger werden. „Es gibt nicht viel zu sagen, mir fehlen bisschen die Worte", sagte der langjährige Chefcoach von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool. Matthäus kritisierte die Leistung im Sechzehntelfinale, empfand sie aber nicht als Einzelfall: „Aber wir haben ja schon gegen Ecuador Katastrophe gespielt", befand der 65-Jährige. Christoph Kramer forderte im „ZDF" personelle Konsequenzen: „Dazu darf es niemals kommen."
Die Diskussion um eine mögliche Trainerablösung verlief parallel zur Debatte über die sportliche Zukunft des Teams. Nagelsmann hatte im September 2023 die Nachfolge von Hansi Flick angetreten. Völler bezeichnete ihn als „Wunschlösung" und wichtigsten Ansprechpartner im Verband. „Wenn man in so einer Form ausgeschieden ist, werden es viele nicht verstehen", sagte Völler. „Ich finde immer noch, er ist ein absoluter Toptrainer."
Die sportliche Analyse fiel über alle Lager hinweg ernüchternd aus. Deutschland hatte zwar viel Ballbesitz, wirkte aber wenig angriffslustig. Havertz sagte: „Wir sind natürlich auch alle enttäuscht." Das Team habe sich viel vorgenommen: „Jetzt wieder zu enttäuschen, ist natürlich kein schönes Gefühl." Per Mertesacker forderte: „Wir müssen uns einiges wieder hart arbeiten." Joshua Kimmich brachte es auf den Punkt: „Fakt ist, dass wir das all den Menschen zu Hause nicht geben konnten."
Streit um das aberkannte Tah-Tor
Ein weiterer Streitpunkt war eine Schiedsrichterentscheidung in der Verlängerung. Nach einer Ecke köpfte Jonathan Tah Deutschland zur vermeintlichen 2:1-Führung, der Treffer wurde jedoch nach Eingriff der Video-Schiedsrichterin wegen eines angeblichen Foulspiels aberkannt. „Das ist nicht nur ein Skandal, das ist ein Vollskandal", sagte Nagelsmann im „ZDF". Bei „MagentaTV" hatte er die Entscheidung zuvor als „Witz" bezeichnet. „MagentaTV"-Experte Patrick Ittrich widersprach: „Für mich ist das keine klare Fehlentscheidung vom Schiedsrichter." Mats Hummels forderte ebenfalls personelle Konsequenzen.
Das Spiel endete 3:4 im Elfmeterschießen – Deutschlands erstes verlorenes Elfmeterschießen bei einer Weltmeisterschaft. Der paraguayische Torhüter Orlando Gill entschärfte die Elfmeter von Kai Havertz und Nick Woltemade und brachte Jonathan Tah so aus dem Konzept, dass dieser den Ball weit über das Tor in den Abendhimmel von Massachusetts jagte. „Ich habe jeden Spieler, jeden Aspekt, jedes Detail analysiert, und Gott sei Dank konnte ich zwei Elfmeter halten, was für die Qualifikation entscheidend war", sagte der 26-Jährige der Zeitung „ABC".
Paraguay feiert historischen Sieg
Während Zehntausende Fans in Paraguay den Sensationssieg feierten, richtete sich Gill mit einer persönlichen Botschaft an die Heimat: „Diese besondere Auszeichnung ist für meinen Neffen, der schwer krank im Krankenhaus liegt." Präsident Santiago Peña rief nach dem Einzug ins Achtelfinale einen Nationalfeiertag aus: „Paraguay gibt niemals auf! Feiertag, verdammt noch mal!" Es ist Paraguays erste WM-Teilnahme seit 2010.
Aus Quotensicht war das letzte Spiel der deutschen Mannschaft beim Turnier in Nordamerika zumindest ein Erfolg. Durchschnittlich 17,57 Millionen Menschen sahen das Ausscheiden im Elfmeterschießen im „ZDF"; der Marktanteil lag nach Angaben der AGF Videoforschung bei 74,5 Prozent. Der Bestwert wurde beim 7:1 gegen Curaçao mit im Schnitt 23,43 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern in der ARD erreicht.
Die internationale Presselandschaft reagierte mit Schlagzeilen wie „WM-Fiasko für Deutschland", „Sensationell: Deutschland scheidet im Elfmeterschießen aus" und „Deutschland ist RAUS aus der WM nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay". Die „Daily Mail" sprach vom „größten Schock dieser WM bisher", die „L'Équipe" wertete das Ergebnis als „die größte Überraschung der bisherigen Weltmeisterschaft". Die „La Repubblica" schrieb: „Deutschland ist nicht mehr Deutschland."
Neuer selbst hatte seinen Entschluss bereits nach dem EM-Viertelfinal-Aus 2024 angekündigt, war dann aber zur WM zurückgekehrt. Nun erklärte er: „Wenn man das Gesamte sieht: Ich bin nicht traurig. Aber ich bin nicht traurig aufgrund der gezeigten Leistung." Die Enttäuschung über das frühe Ausscheiden mischte sich bei ihm mit dem Stolz auf das Erreichte – und dem Wissen, dass nach 128 Länderspielen Schluss ist.
Die Rückkehr des Torwarts hatte im Vorfeld der WM intensive Diskussionen ausgelöst. Nagelsmann verteidigte seine Entscheidung: „Er ist ja einer, der führen will, das zeigt er auch bei Bayern München." Auch Baumann wurde als „Teamplayer" hervorgehoben – der Ersatzkeeper hatte sich öffentlich hinter Neuer gestellt. Am Ende stand ein sportlicher Tiefpunkt, der personelle wie strukturelle Fragen aufwarf und den Blick schon jetzt auf die EM 2028 richtete.
Fragen & Antworten
Wann hat Manuel Neuer sein letztes Länderspiel bestritten?
Manuel Neuer bestritt sein letztes Länderspiel am 30. Juni 2026 beim WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay, das Deutschland mit 3:4 im Elfmeterschießen verlor. Er bestätigte das Karriereende im „Sportschau"-Interview und bei MagentaTV.
Wie viele Länderspiele hat Neuer für Deutschland absolviert?
Nach Angaben der Datenbank absolvierte Neuer insgesamt 128 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft. Er war der einzige Spieler des aktuellen DFB-Kaders, der bereits beim WM-Titel 2014 in Brasilien dabei war.
Wie reagierten die Verantwortlichen des DFB auf das WM-Aus?
Bundestrainer Julian Nagelsmann erklärte unmittelbar nach dem Spiel, er wolle im Amt bleiben; sein Vertrag läuft bis 2028. Sportdirektor Rudi Völler stärkte ihm den Rücken. Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann forderten dagegen personelle Konsequenzen.
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