Bei einer kritischen Kunstaktion am Karl-Lueger-Denkmal im ersten Wiener Gemeindebezirk ist eine Gruppe um den Künstler Alon Ishay am Mittwoch von der Polizei gestoppt und unmittelbar danach von Passanten antisemitisch beleidigt, bespuckt und teils körperlich angegriffen worden.
Wie die Wiener Landespolizeidirektion auf Anfrage bestätigte, rückten kurz nach Beginn der künstlerischen Performance mehrere Polizeifahrzeuge mit Blaulicht und hoher Geschwindigkeit zum Dr.-Karl-Lueger-Platz aus. Rund 15 bis 20 Beamte beendeten die Aktion, bei der der Künstler Alon Ishay das Denkmal mit wasserlöslicher Sprühkreide und Stickern mit der Aufschrift "Schande" markiert hatte. Gegen Ishay und Vizerektorin Gerhild Steinbuch wurden Anzeigen wegen Störung der öffentlichen Ordnung erstattet, zudem wurde eine Sachverhaltsdarstellung wegen schwerer Sachbeschädigung an die Staatsanwaltschaft gerichtet. Die Polizei stellte zudem in Aussicht, den Beteiligten die Kosten des Einsatzes in Rechnung zu stellen.
