Ein Entwurf der österreichischen Regierung sieht für KI-gestützte Behördenentscheidungen deutlich kürzere Widerspruchsfristen für Bürger vor als für den Staat zur Korrektur.

Hintergrund der Novelle

Die Diskussion entzündet sich an einer Novelle, die den Einsatz großer Sprachmodelle in der öffentlichen Verwaltung regeln soll. Kritiker wie der Jurist Sebastian Kneidinger bemängeln, dass die nun vorliegende Regierungsvorlage vom Erstentwurf abweicht und das Widerspruchsrecht gegen KI-Entscheidungen vollständig gestrichen wurde.

Konkret sieht der Entwurf vor, dass Betroffene eine durch ein LLM, also ein großes Sprachmodell, erzeugte Entscheidung innerhalb von zwei Wochen anfechten können. Behörden hingegen sollen sich das Recht vorbehalten dürfen, eine solche Entscheidung noch bis zu zwei Monate nach Erlass wieder aufzuheben. Für menschlich getroffene Entscheidungen gelten laut den vorliegenden Unterlagen andere Fristen, was die Asymmetrie aus Sicht der Kritiker verschärft.