Santa Clara, 17 Juni 2026

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft hat ihr WM-Auftaktspiel gegen Jordanien mit 3:1 gewonnen, muss aber um den Gesundheitszustand von Abwehrspieler Stefan Posch bangen, der bei einem Kopf-an-Kopf-Duell in der Schlussphase der Partie mit einem gegnerischen Spieler zusammengeprallt war.

Im ersten Spiel der österreichischen Nationalmannschaft bei der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft kam es in der Schlussphase zu einer beunruhigenden Szene: Stefan Posch, der 29-jährige Verteidiger des ÖFB-Teams, kollidierte in der 87. Minute in der Mittelfeldzone mit dem jordanischen Spieler Odeh Al-Fakhouri. Beide Akteure hatten einander nicht gesehen und waren mit dem Kopf aneinandergerast. Wie der Pressedienst dpa berichtete, mussten beide Spieler unmittelbar nach dem Zusammenprall medizinisch behandelt werden. "Beide Spieler hatten einander nicht gesehen, waren mit dem Kopf aneinander rauscht. Posch und sein Gegenüber hatten behandelt werden müssen."

Posch konnte die Partie nach einer kurzen Pause allerdings zu Ende spielen. Die Erleichterung darüber währte jedoch nur kurz: Direkt nach dem Spiel herrschte im Teamquartier Unklarheit über den Zustand des Defensivspielers. Eine erste Diagnose war zunächst nicht verfügbar, wie es in der Berichterstattung der dpa hieß: "Eine erste Diagnose ist noch offen."

Rangnick äußert sich besorgt

Angesichts der unklaren Lage äußerte sich ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick unmittelbar nach dem Schlusspfiff besorgt über den Zustand seines Schützlings. "Bei Posch besteht die Gefahr, dass er sich am Kiefer etwas getan hat", sagte Rangnick auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Rangnick ergänzte: "Der Kiefer hat wohl ein bisschen geknackst" und fügte die Hoffnung hinzu: "Wir müssen hoffen, dass es kein Kieferbruch ist."

Die Befürchtungen sind nicht unbegründet: Sollte sich der Verdacht auf einen Kieferbruch bestätigen, droht Posch laut Rangnick das vorzeitige Turnier-Aus. "Weil, wenn es das wäre, würde er tatsächlich für den Rest des Turniers ausfallen", erklärte der ÖFB-Teamchef. Rangnick sprach zudem von einer entsprechenden Vorsichtsmaßnahme: "Eine Röntgenuntersuchung soll Klarheit bringen."

Angst vor Kieferbruch

Posch, der zuletzt für den Bundesligisten Mainz 05 aktiv war und im ÖFB-Team als rechter Verteidiger spielt, war bereits nach etwa einer Stunde Spielzeit ausgewechselt worden. Damals wurde der Wechsel noch mit muskulären Problemen begründet. "Er spürte ein bisschen die Muskulatur", beschrieb Rangnick die damalige Situation.

Neben Posch steht auch der Gesundheitszustand von ÖFB-Kapitän David Alaba im Fokus. Der 33 Jahre alte Innenverteidiger, der die Champions League viermal gewonnen hat, gab nach dem Spiel jedoch weitgehend Entwarnung. "Ich komme ja aus einer Phase, wo ich ein bisschen muskuläre Probleme hatte. Dementsprechend hat mein Muskel irgendwo ein bisschen zugemacht. Aber alles gut", sagte Alaba.

Entwarnung von Kapitän Alaba

Rangnick hatte zuvor auf der Pressekonferenz angedeutet, dass auch Alabas Gesundheitszustand nicht vollständig geklärt sei. Nach dessen eigenen Worten dürfte die Situation jedoch weniger gravierend sein als bei seinem Mannschaftskollegen Posch.

Sportlich verlief der WM-Auftakt für Österreich erfolgreich: Das Team setzte sich am Mittwoch mit 3:1 gegen Jordanien durch. Das Ergebnis geriet angesichts der bangen Minuten um Posch und der unsicheren Diagnose jedoch zur Nebensache. Die österreichische Mannschaft wartet nun auf die Ergebnisse der Röntgenuntersuchung, um Klarheit über die Verletzungsschwere ihres Verteidigers zu erhalten.

Sportlicher Auftakt mit Schatten

Die WM findet in den Vereinigten Staaten statt; die Partie gegen Jordanien wurde in Santa Clara ausgetragen. Mit dem Sieg zum Auftakt hat sich Österreich eine grundsätzlich solide Ausgangsposition verschafft – allerdings steht hinter dem Personal und der weiteren Turnierplanung vorerst ein großes Fragezeichen.

Sollte Posch tatsächlich einen Kieferbruch erlitten haben, wäre er nicht nur für die kommenden Gruppenspiele, sondern für das gesamte Turnier nicht mehr einsetzbar. Ein solcher Ausfall wäre ein schwerer Schlag für die österreichische Defensive, die in Santa Clara bereits ohne den etatmäßigen Innenverteidiger antrat und auf die Vielseitigkeit von Posch angewiesen ist, der sowohl rechts in der Abwehr als auch in der Mitte eingesetzt werden kann.

Mögliche Konsequenzen für den Kader

Posch hatte sich in der Vergangenheit als robust erwiesen und zahlreiche Einsätze für Klub und Nationalmannschaft absolviert. Sein Wechsel zu Mainz 05 hatte erst jüngst für Aufsehen gesorgt. Nun steht die österreichische Delegation vor einem nervenaufreibenden Warten auf die Befunde der medizinischen Abteilung.

Für die österreichische Öffentlichkeit und die mitgereisten Fans war der Auftaktsieg zunächst ein Grund zur Freude. Die Bilder des Kopf-an-Kopf-Duells in der 87. Minute und die nachfolgende Behandlungspause hatten jedoch die Stimmung gedämpft. Rangnicks Worte auf der Pressekonferenz machten deutlich, dass die Zuversicht im Lager des ÖFB-Teams nur verhalten ist.

Das medizinische Team des österreichischen Verbandes wird Posch in den kommenden Stunden untersuchen. Die Ergebnisse der Röntgenaufnahmen dürften zeigen, ob der Verdacht auf einen Kieferbruch bestätigt werden kann oder ob die Verletzung weniger schwerwiegend ist. Bis dahin bleibt die Personalie Posch die zentrale Frage im österreichischen Lager.

Die nächsten Spiele in der Gruppenphase stehen für die ÖFB-Auswahl bereits in Kürze bevor. Sollte Posch ausfallen, müsste Rangnick auf Alternativen in der Defensive zurückgreifen. Welche Optionen dem Teamchef zur Verfügung stehen, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.