Bogotá, 02. Juni 2026
Bei der ersten Runde der kolumbianischen Präsidentschaftswahl am Sonntag hat der Rechtspopulist Abelardo de la Espriella mit rund 44 Prozent die meisten Stimmen erhalten und trifft nun in der Stichwahl am 21. Juni auf den linksgerichteten Senator Iván Cepeda, der auf etwa 41 Prozent kam.
Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichte, müssen sich die beiden Kontrahenten in drei Wochen einem entscheidenden zweiten Wahlgang stellen. Die konservative Senatorin Paloma Valencia, die im Vorfeld als Favoritin galt, landete mit nur rund sieben Prozent der Stimmen abgeschlagen auf dem dritten Platz und sprach noch am Wahlabend ihre Unterstützung für de la Espriella aus.
Der 47-jährige Anwalt und Multimillionär Abelardo de la Espriella, der sich selbst „der Tiger“ nennt, trat in einem Trikot der kolumbianischen Fußballnationalmannschaft mit der Aufschrift „Presidente“ vor seine Anhänger. Hinter mehreren Zentimetern dickem Panzerglas erklärte er die Stichwahl zur „finalen Kampf um das Vaterland“ und kündigte an: „Ich werde mich für Kolumbien umbringen, falls es nötig ist.“
Der „Tiger“ und sein Vorbild Trump
De la Espriella, der den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump als sein Vorbild bezeichnet, verspricht eine kompromisslose Sicherheitspolitik. Er will zehn Megagefängnisse für Mitglieder bewaffneter Gruppen bauen und gemeinsame Luftangriffe mit den Vereinigten Staaten durchführen. Zudem strebt er engere Sicherheitsbeziehungen mit den USA und Israel an.
