Bogotá, 01. Juni 2026
Bei der ersten Runde der kolumbianischen Präsidentschaftswahl am Sonntag hat der rechtsgerichtete Anwalt Abelardo de la Espriella überraschend die meisten Stimmen erhalten, während der linksgerichtete Senator Iván Cepeda auf dem zweiten Platz landete und Amtsinhaber Gustavo Petro das Ergebnis öffentlich anzweifelt.
Nach Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen entfielen auf de la Espriella rund 43,7 Prozent, auf Cepeda etwa 41 Prozent. Die konservative Senatorin Paloma Valencia, die als politische Erbin des früheren Präsidenten Álvaro Uribe angetreten war, erreichte lediglich etwa 6,5 Prozent und stellte sich unmittelbar nach ihrer Niederlage hinter de la Espriella.
Da keiner der insgesamt 14 Kandidaten die absolute Mehrheit erzielte, findet am 21. Juni eine Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten statt. Die Wahlbeteiligung lag nur bei etwas mehr als der Hälfte der rund 41 Millionen Wahlberechtigten.
Petro spricht von Unregelmäßigkeiten
Noch in der Nacht zum Montag meldete sich der scheidende Präsident Gustavo Petro auf der Online-Plattform X zu Wort. Er sprach von „Unregelmäßigkeiten“ im Zusammenhang mit der Software zur Stimmenauszählung und dem Wählerverzeichnis und erklärte, das vorläufige Ergebnis nicht anzuerkennen. Petro kündigte an, die endgültige, von Richtern überprüfte Auszählung abwarten zu wollen.
