Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, ist am Samstag mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten, nachdem die Debatte um die Geburt seines Kindes durch eine Leihmutter in den USA die Union in eine schwere Glaubwürdigkeitskrise gestürzt hatte.

Rücktrittserklärung und Begründung

In einem am Samstag an die Mitglieder der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gerichteten Schreiben, das mehreren Nachrichtenagenturen vorlag, erklärte Spahn seinen Rücktritt. Er habe die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, zuvor über seinen Schritt informiert. Spahn begründete die Entscheidung mit dem wachsenden Spagat zwischen seiner privaten Lebenssituation und den an ihn als Fraktionsvorsitzenden gerichteten Erwartungen. Wörtlich schrieb er: „Denn der Spagat zwischen meiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an mich als Vorsitzenden unserer Fraktion ist größer geworden, als ich es erwartet hatte."