Nach dem Begräbnis von Ayatollah Ali Chamenei hat die iranische Führung Vergeltung für dessen Tod angekündigt und die Rache als Forderung des Volkes bezeichnet.

Die iranische Staatsführung hat unmittelbar nach den Trauerfeierlichkeiten für Ayatollah Ali Chamenei Vergeltung angekündigt. In einer im Staatsfernsehen verlesenen Mitteilung, die seinem Sohn und Nachfolger Modschtaba Chamenei zugeschrieben wird, hieß es: "Rache ist die Forderung unseres Volkes und muss ganz gewiss erfolgen". Das Schreiben war auf Freitag datiert und wurde am Samstag im Staatsfernsehen ausgestrahlt.

In der Erklärung kündigte Modschtaba Chamenei an, das "Blut" seines Vaters und Vorgängers sowie aller "Märtyrer" der "beiden Kriege" gegen Israel und die USA zu rächen. Die Wortwahl unterstreicht, dass die iranische Seite den Konflikt als fortlaufenden Kampf gegen zwei externe Mächte einordnet. Die Trauerfeierlichkeiten selbst waren nach Beobachtungen des ZDF-Reporters Jörg Brase "extrem anti-amerikanisch" geprägt.

Hintergrund: Chameneis Tod und die Vorgeschichte

Hintergrund der Eskalation ist ein israelischer Luftangriff, bei dem Ali Chamenei am 28. Juni getötet worden sein soll. Laut US-Medienberichten war er nach dem Angriff verletzt; das iranische Staatsfernsehen hatte ihn bereits vor Monaten als "Kriegsversehrten" bezeichnet, ohne Einzelheiten zu nennen. Mehr als fünf Wochen führten die USA und Israel nach dem 28. Juni gemeinsame Operationen gegen iranische Ziele durch.