Irans Armee droht mit Ausweitung des Konflikts und setzt Angriffe nach Pause der USA aus
Berlin, 26. Juli 2026
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Kurzfassung
Der iranische Armeesprecher Amir Akraminia hat die Aussetzung der iranischen Vergeltungsangriffe bekannt gegeben, solange die USA ihre Luftangriffe pausieren. Gleichzeitig drohte er mit einer geografischen Ausweitung des Kriegsgebiets, falls Washington die Angriffe fortsetze. Die Spannungen in der Straße von Hormuz bleiben hoch, wo die Revolutionsgarden die Kontrolle über ein 240.000 Quadratkilometer großes Gebiet beanspruchen.
Der iranische Armeesprecher Amir Akraminia hat die zeitweise Aussetzung iranischer Angriffe auf arabische Verbündete der USA angekündigt und zugleich mit einer Ausweitung des Kriegsgebiets gedroht, falls die US-Streitkräfte ihre Luftangriffe fortsetzen.
Hintergrund der Eskalation
Nach Angaben des iranischen Militärs erstrecke sich das Kriegsgebiet bereits von Jordanien bis zu den Anrainerstaaten des Persischen Golfs. Der Armeesprecher erklärte, die iranische Armee habe ihre Angriffe auf arabische Verbündete der USA vorübergehend eingestellt, da die US-Streitkräfte in den vergangenen beiden Nächten keine Luftangriffe geflogen hätten. Diese Parallelität der Pause wertet die iranische Seite als Bestätigung ihrer Vergeltungslogik. Nach 13 aufeinanderfolgenden Nächten mit US-Angriffen hatte Washington am Wochenende eine Pause eingelegt, wie aus US-Medienberichten hervorgeht.
Die iranische Armee kündigte an, ihre Angriffe in der Region ebenfalls einzustellen, sofern die USA ihre Angriffe pausieren. Diese Haltung bekräftigte auch das iranische Außenministerium, das die Position als "Angriff für Angriff" beschrieb. Das iranische Außenministerium erklärte zudem, die Gespräche mit Vertretern des Omans am Wochenende in Teheran seien produktiv gewesen, die technischen und politischen Konsultationen dauerten an. Die Haltung Teherans gegenüber der Pause bleibt dabei laut einem iranischen Insider gegenüber Reuters skeptisch: "Die vorherrschende Meinung ist, dass die Pause eher taktischer Natur und nicht ernst gemeint ist."
Iranische Drohgebärden und Vergeltungslogik
Gleichzeitig drohte Akraminia mit einer Ausweitung des Konflikts. Sollte die US-Regierung sich erneut von Israel "in die Irre führen lassen" und auf einer Fortsetzung des Krieges bestehen, werde Iran den Konflikt "geografisch ausweiten". Das iranische Militär sei zudem auf weitere Szenarien vorbereitet, einschließlich einer großangelegten Luftoperation sowie einer Bodenoffensive der US-Streitkräfte, wie der Sprecher mitteilte. Eine nicht namentlich genannte Quelle erklärte laut Bericht: "Die USA befänden sich in einer schwierigen Lage und suchten wahrscheinlich nach einer neuen Strategie."
Inhaltliche Grundlage der iranischen Drohungen war nach Angaben des Sprechers die Erfahrung mit Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf Schiffe im Roten Meer, die Akraminia als Bestätigung früherer iranischer Warnungen interpretierte. Bereits zuvor hatte es Zusammenstöße zwischen der Huthi-Miliz und Saudi-Arabien gegeben. Die Angriffe auf Schiffe im Roten Meer gelten als Indiz dafür, dass die iranische Seite ihre Strategie der regionalen Druckausübung weiterverfolgt. Akraminia bezeichnete die Lage der USA als "schwierigen und instabil", die USA suchten vermutlich "nach einer neuen Strategie".
Straße von Hormus im Zentrum des Konflikts
Im Zentrum der aktuellen Spannungen steht die strategisch wichtige Straße von Hormus, die für den globalen Öl- und Flüssiggastransport von entscheidender Bedeutung ist. Nach iranischen Medienberichten wurde dort ein Öltanker durch eine Seemine beschädigt: "In der Straße von Hormus ist nach Berichten iranischer Medien ein Öltanker durch eine Seemine beschädigt worden." Der Iran "beansprucht die Kontrolle darüber für sich". Der Iran "fordert von Handelsschiffen die Einhaltung einer festgelegten Passage durch die Meerenge". Das Schiff sei zudem von einer vorgeschriebenen Route abgewichen, berichteten mehrere iranische Nachrichtenagenturen. "Der Tanker habe zuvor sein Radarsystem ausgeschaltet."
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, die Kontrolle über ein 240.000 Quadratkilometer großes Gebiet im Persischen Golf und in der Straße von Hormus durchzusetzen. Diese Fläche entspreche etwa dem Dreifachen des österreichischen Staatsgebiets. Sie hätten nach eigenen Angaben sechs Handelsschiffe vor einer Durchfahrt durch die Meerenge gestoppt. Versuche des US-Militärs, den Kurs von Schiffen zu ändern, würden "mit einer entschlossenen Reaktion und Warnschüssen beantwortet". Betroffene Schiffe seien gezwungen worden umzukehren. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, erklärte laut dem Staatssender PressTV, es habe keine Veränderung der Verkehrslage in der Meerenge gegeben und verwies auf bilaterale Gespräche mit Vertretern des Oman, dessen Territorialgewässer einen Teil der internationalen Schifffahrtsroute umfassen.
US-Position zwischen Drohung und Diplomatie
US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag erklärt, er erwäge neue, massivere Angriffe auf den Iran. Zugleich sagte er, es gebe Verhandlungen, "die von Tag zu Tag ernsthafter würden". Ohne Einigung werde es Angriffe auf "weitaus höheres Niveau" geben. Die US-Regierung erklärte am Samstag, Trump habe "immer deutlich gemacht, dass er die Diplomatie bevorzugt, aber er hat dem Iran gezeigt, was passieren wird, wenn er nicht ernsthaft an den Verhandlungstisch kommt". US-Botschafter Mike Waltz bestätigte beim Sender CBS, "zusätzliche Kapazitäten würden in die Region verlegt". Trump "gibt den Gesprächen etwas Raum, er lässt ihnen ein wenig Zeit".
Der US-Sender CBS hatte unter Berufung auf Insider berichtet, die US-Angriffe seien ausgesetzt worden, weil am Freitag ein Vermittler des Omans zu Gesprächen nach Teheran gereist sei. Laut der New York Times, die sich auf zwei mit der Diskussion vertraute Personen berief, hat Trump vorläufig beschlossen, von Plänen zur Eskalation der Angriffe auf den Iran abzusehen. Der Präsident und seine Berater seien besorgt über eine Ausweitung des Konflikts, die Erschöpfung der Verteidigungsvorräte, die Entfremdung der Verbündeten im Nahen Osten und am Persischen Golf sowie über Beeinträchtigungen der Energieversorgung und der Weltwirtschaft. CNN berichtete, die USA hätten die Angriffe "auf Eis gelegt", da es Sorgen über die Bestände an militärischem Material gebe. US-Vizepräsident JD Vance habe laut CNN Vorbehalte gegen die Fortsetzung der Angriffe geäußert.
Die Sorge um die Verteidigungsvorräte betrifft nach Angaben der New York Times vor allem Ausrüstung der Golfstaaten zur Abwehr iranischer Angriffe, etwa Patriot-Abfangraketen. Unterdessen hatte das US-Militär nach US-Medienberichten rund eine Woche zuvor zusätzliche Kampfjets und Tankflugzeuge in die Region verlegt. Die USA hatten ihre Angriffe auf Iran Ende Februar gemeinsam mit Israel begonnen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wird am Dienstag in Washington erwartet.
Diplomatische Bemühungen und unklare Lage
Im Hintergrund stehen Bemühungen um eine diplomatische Lösung, die jedoch fragil bleibt. US-Medienberichten zufolge herrschen in der US-Regierung zugleich Vorbehalte gegen eine Fortsetzung der Angriffe. Die Sorge vor einer Beeinträchtigung der globalen Energieversorgung und der Weltwirtschaft spielt dabei eine zentrale Rolle. Katar hatte vor zwei Wochen nach erneuten iranischen Angriffen vorübergehend ein Aussetzen des Schiffsverkehrs empfohlen, das alle meeresbasierten Tätigkeiten einschließlich Fischerei und Freizeitbooten umfasste. Mittlerweile laufe der Schiffsverkehr in Katar wieder normal, teilte das katarische Transportministerium mit: "Fahrten für alle Arten von Schiffen seien ab heute wieder regulär möglich." Die Haltung des Irans bleibt indes abwartend. Der Iran werde seine Angriffe aussetzen, solange die USA die ihren unterbrächen, wie ein iranischer Insider gegenüber Reuters erklärte. Eine Verhandlungslösung scheint möglich, ist aber nicht gesichert.
Fragen & Antworten
Wer ist Amir Akraminia und welche Rolle spielt er in der aktuellen Krise?
Amir Akraminia ist der Sprecher der iranischen Armee. Er kündigte die Aussetzung der iranischen Angriffe parallel zur US-Pause an und drohte zugleich mit einer geografischen Ausweitung des Konflikts, falls die USA ihre Luftangriffe fortsetzen. Seine Aussagen wurden von der iranischen Nachrichtenagentur Mehr verbreitet.
Warum hat die US-Regierung die Angriffe auf den Iran ausgesetzt?
Nach Angaben der New York Times und des Senders CBS haben der US-Präsident Donald Trump und seine Berater Bedenken wegen einer Ausweitung des Konflikts, einer Erschöpfung der Verteidigungsvorräte, einer Entfremdung der Verbündeten in der Region sowie möglicher Beeinträchtigungen der Energieversorgung und der Weltwirtschaft. CBS berichtete zudem, ein omanischer Vermittler sei am Freitag zu Gesprächen nach Teheran gereist.
Welche Bedeutung hat die Straße von Hormus in diesem Konflikt?
Die Meerenge ist eine zentrale Route für den globalen Öl- und Flüssiggastransport. Die iranischen Revolutionsgarden beanspruchen die Kontrolle über ein 240.000 Quadratkilometer großes Gebiet im Persischen Golf und in der Straße von Hormus und stoppten nach eigenen Angaben sechs Handelsschiffe. Der Iran fordert von Handelsschiffen die Einhaltung einer festgelegten Passage.
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