Iranischer Drohnenangriff auf Flughafen in Kuwait fordert Todesopfer und 63 Verletzte
Berlin, 03 Juni 2026
عبدالعزيز علي / Wikimedia Commons / Public domain
Kurzfassung
Bei einem iranischen Drohnen- und Raketenangriff auf den internationalen Flughafen in Kuwait wurde nach Angaben des kuwaitischen Gesundheitsministeriums mindestens ein Mensch getötet und 63 weitere verletzt. Nach offiziellen Angaben wurden bei den Angriffen auch diplomatische Vertretungen beschädigt, der kommerzielle Flugverkehr am Flughafen musste zeitweise eingestellt werden.
Berlin, 03 Juni 2026
Beim Angriff iranischer Revolutionsgarden auf Kuwait in der Nacht auf Mittwoch wurde am internationalen Flughafen des Golfstaats mindestens ein Mensch getötet und 63 weitere verletzt, während der kommerzielle Flugbetrieb vorübergehend ausgesetzt werden musste.
Nach Angaben des kuwaitischen Gesundheitsministeriums wurden bei dem iranischen Angriff am Flughafen mindestens ein Mensch getötet und 63 weitere verletzt. Das Gesundheitsministerium erklärte dazu wörtlich: „An dem Flughafen wurden laut Gesundheitsministerium mindestens ein Mensch getötet und 63 weitere verletzt."
Ausmaß der Zerstörung
Unter den Verletzten befanden sich nach offiziellen Angaben Reisende, Mitarbeiter des Flughafens und andere Zivilisten. Die kuwaitische Regierung sprach von einem Angriff auf die Zivilbevölkerung und kündigte eine umfassende Aufarbeitung an.
Das kuwaitische Außenministerium erklärte, bei den Angriffen sei „erneut wichtige und zivile Infrastruktur" beschädigt worden. Neben dem Flughafen seien nach offiziellen Angaben auch diplomatische Vertretungen getroffen worden, wie das Ministerium mitteilte. Die genaue Höhe der Schäden wird derzeit geprüft.
Begründung aus Teheran
Das kuwaitische Verteidigungsministerium und die Streitkräfte sprachen von „erhebliche materielle Schäden" am Flughafengelände. Der Drohnenangriff habe weite Teile der Infrastruktur getroffen, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Auslöser der Angriffe war nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden eine Reaktion auf US-Angriffe auf einen iranischen Öltanker und die Insel Qeshm. Die Revolutionsgarden erklärten über den Kurierdienst Telegram, sie hätten „Als Antwort auf diese Aggression [...] der Ali-al-Salem-Luftwaffenstützpunkt in Kuwait, auf dem Hubschrauber stationiert sind, sowie das Hauptquartier der Fünften US-Flotte in Bahrain von den Streitkräften der Revolutionsgarden mit Raketen und Drohnen ins Visier genommen."
Rolle der USA
Die iranischen Revolutionsgarden übernahmen die Verantwortung für die Angriffe auf Kuwait und Bahrain. Sie begründeten den Beschuss als Vergeltung für vorherige amerikanische Angriffe auf iranische Ziele.
Nach Angaben des US-Regionalkommandos (Centcom) griff der Iran in der Nacht auf Mittwoch Kuwait sowie weitere Ziele in der Region an. Die USA gaben an, mehrere Angriffe aus Teheran abgewehrt und ihrerseits iranische Stellungen ins Visier genommen zu haben. „Die USA wehrten nach eigenen Angaben mehrere Angriffe Teherans ab und nahmen ihrerseits iranische Ziele ins Visier."
Der US-Regionalkommando Centcom erklärte, der Iran habe in der Nacht Kuwait und weitere Ziele in der Region angegriffen. Die Vereinigten Staaten seien nach eigenen Angaben in die Abwehr eingebunden gewesen.
Der Konflikt hatte nach Angaben der vorliegenden Berichte bereits Ende Februar mit US- und israelischen Luftangriffen auf die Islamische Republik begonnen. Teheran reagierte seinerseits mit Raketen- und Drohnenattacken auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.
Internationale Reaktionen
Der Golfstaat Kuwait, ein ölreicher Verbündeter der USA, sei in den vergangenen Wochen wiederholt Ziel von Angriffen gewesen. Damit reiht sich der Angriff auf den Flughafen in eine Serie iranischer Vergeltungsschläge ein.
Das deutsche Auswärtige Amt verurteilte die iranischen Angriffe auf Kuwait und Bahrain scharf. In einer Stellungnahme hieß es: „Angriffe auf Unbeteiligte und insbesondere auf zivile Infrastruktur seien in keiner Weise hinnehmbar und müssten sofort eingestellt werden."
Auswirkungen auf den Flugverkehr
Das kuwaitische Außenministerium verurteilte seinerseits die iranischen Drohnen- und Raketenangriffe und forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Zudem wurden diplomatische Vertretungen als beschädigt gemeldet, darunter nach inoffiziellen Hinweisen auch konsularische Einrichtungen.
Der kommerzielle Flugverkehr am Flughafen wurde nach Bekanntwerden der Angriffe zeitweise vollständig eingestellt, wie aus den Meldungen hervorgeht: „Zeitweise musste der kommerzielle Flugverkehr dort eingestellt werden." Mehrere Fluggesellschaften strichen ihre Verbindungen nach Kuwait oder leiteten Maschinen auf alternative Flughäfen um.
Die Sicherheitsbehörden in Kuwait leiteten unmittelbar nach den Angriffen Ermittlungen ein. Spezialteams untersuchten die Einschlagstellen der Drohnen und Raketen am Flughafengelände sowie an den betroffenen diplomatischen Gebäuden.
Die Nachricht über die Angriffe wurde am 03.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Damit erreichte die Eskalation der militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA, Israel und Iran auch die deutsche Berichterstattung überregional.
Hintergrund des Konflikts
Internationale Beobachter sehen in dem Angriff auf einen zivilen Flughafen einen weiteren Wendepunkt im seit Monaten andauernden Konflikt. Die Tatsache, dass ausdrücklich auch zivile Infrastruktur und internationale Einrichtungen betroffen waren, verschärft die diplomatischen Spannungen in der Golfregion erheblich.
Die Weltgemeinschaft steht vor der Herausforderung, eine Eskalation in der ohnehin angespannten Region zu verhindern. Kuwait hat unterdessen seine Luftverteidigung in höchste Alarmbereitschaft versetzt und arbeitet eng mit den US-Streitkräften in der Region zusammen.
Der Angriff auf den Flughafen von Kuwait verdeutlicht die Ausweitung des Konflikts auf zivile Ziele und die damit verbundenen Risiken für die regionale Stabilität. Die kommenden Tage werden zeigen, ob diplomatische Kanäle greifen, um weitere Gewalt zu verhindern.
Fragen & Antworten
Wie viele Menschen wurden bei dem Angriff auf den Flughafen in Kuwait verletzt?
Nach Angaben des kuwaitischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens ein Mensch getötet und 63 weitere verletzt. Unter den Verletzten befanden sich Reisende, Flughafenmitarbeiter und andere Zivilisten.
Wer hat die Angriffe auf Kuwait und Bahrain verübt?
Die iranischen Revolutionsgarden übernahmen die Verantwortung für die Drohnen- und Raketenangriffe. Sie erklärten, als Vergeltung auf US-Angriffe auf einen iranischen Öltanker und die Insel Qeshm gehandelt zu haben.
Wie hat die internationale Gemeinschaft auf den Angriff reagiert?
Das deutsche Auswärtige Amt verurteilte die Angriffe und bezeichnete sie als in keiner Weise hinnehmbar. Das kuwaitische Außenministerium verurteilte den Beschuss ebenfalls und forderte eine umfassende Aufarbeitung.
Iranischer Drohnenangriff auf Kuwait: Toter und 63 | nachrichten360