IOC beschließt 10.000-Dollar-Zuschuss für alle Olympia-Teilnehmer
Lausanne, 25. Juni 2026
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Kurzfassung
Das Internationale Olympische Komitee hat einen Zuschuss von 10.000 US-Dollar für jeden Olympia-Teilnehmer beschlossen. Pro Vier-Jahres-Periode stellt das IOC dafür rund 140 Millionen Dollar bereit, ausgezahlt wird über die Nationalen Olympischen Komitees.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Mittwoch am Rande eines Sondergipfels in Lausanne beschlossen, künftig jedem Olympia-Teilnehmer einen Zuschuss von 10.000 US-Dollar (rund 8.800 Euro) zu zahlen.
Mit der Entscheidung beendet das IOC eine jahrzehntelange Linie, Preisgelder bei Olympischen Spielen abzulehnen. Wie der Ringe-Zirkel am Mittwoch mitteilte, werden künftig alle Spiele-Teilnehmer die Prämie erhalten. Vorangegangen waren nach Angaben der IOC-Athletenkommission monatelange Verhandlungen mit der Finanzabteilung des IOC.
Nach jeweils einer Ausgabe von Sommer- und Winterspielen sind nach Angaben der Dachorganisation rund 14.000 Athletinnen und Athleten berechtigt, den Zuschuss zu beantragen. Pro Vier-Jahres-Periode stellt das IOC dafür insgesamt 140 Millionen Dollar (rund 123 Millionen Euro) bereit. Unclaimed subsidies will remain in the IOC fund and benefit future generations of athletes.
Finanzierung und Auszahlungsweg
Die Auszahlung erfolgt über die Nationalen Olympischen Komitees (NOKs). Diese müssen nachweisen, dass die Sportlerinnen und Sportler die volle Summe erhalten haben. Die Athletinnen und Athleten müssen den Zuschuss über die Plattform "Athlete365" beantragen. Laut IOC-Präsidentin Kirsty Coventry werde es rund sechs Monate dauern, bis alle Anträge bearbeitet sind.
Bereits alle Teilnehmer der Winterspiele von Mailand und Cortina d'Ampezzo haben Anspruch auf das Geld. Schon die Aktiven, die bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo im Februar gestartet sind, können diese Sonderprämie beantragen. Damit greift die neue Regelung rückwirkend für den gesamten aktuellen Olympia-Zyklus.
Abgrenzung zu früheren Siegprämien
Die Höhe der Prämie unterscheidet sich deutlich von den Siegprämien vergangener Ausgaben. Es gab dort einen Siegerbonus von umgerechnet 250.000 Euro – allerdings nur für Goldmedaillengewinner. Die neue Regelung setzt einen anderen Akzent: Sie honoriert ausdrücklich die Teilnahme und nicht nur den Erfolg.
Klar ist allerdings auch, dass der neue IOC-Zuschuss von 10.000 Dollar für jeden Olympia-Teilnehmer soll auch Sport-Millionären aus Fußball, Tennis und anderen Sportarten angeboten werden. Damit erhalten also ausnahmslos alle Aktiven denselben Betrag – unabhängig von ihrer jeweiligen Sportart, ihrem Einkommen oder ihrem Marktwert.
Reaktionen aus der Athletenkommission
Pau Gasol, der Vorsitzende der IOC-Athletenkommission, wies darauf hin, dass jeder Sportler die Prämie auch spenden oder ablehnen könnte. Diese Möglichkeit stehe auch hoch bezahlten Fußballprofis, Tennis-Millionären oder Ski-Stars offen. Gasol sagte: "Sie sind berechtigt, dieses Geld zu empfangen. Sie entscheiden, wie sie damit umgehen. Wir wollen, dass auch sie gewürdigt werden".
Der frühere Basketball-Star aus Spanien, selbst einst Großverdiener in der NBA, sprach von einem historischen Schritt. "Das ist ein fantastischer Moment, ein historischer Moment für alle Olympioniken", sagte Gasol. "Nicht nur Medaillengewinner, nicht nur Sportler aus bestimmten Ländern". Damit werde die gesamte Bewegung gestärkt, betonte er.
Hintergrund: Diskussion über Athleten-Vergütung
Gleichzeitig gab Gasol den Athletinnen und Athleten einen pragmatischen Rat mit auf den Weg: "Sie sollten das mit Bedacht nutzen". Die Entscheidung, wie das Geld verwendet, gespendet oder zurückgegeben wird, liege vollständig bei den Empfängern. "Das ist ein Sieg für jeden von uns und wird unsere Bewegung weiter stärken", betonte der spanische Ex-Basketballer.
Die Initiative ist auch eine Reaktion auf eine veränderte Diskussionslage im internationalen Spitzensport. Zuletzt hatten die umstrittenen "Enhanced Games", bei denen Teilnehmern auch der Einsatz von Doping erlaubt ist, die Diskussion über die Vergütung von Athleten mit ihrer ersten Auflage in Las Vegas neu befeuert. Vor diesem Hintergrund suchte das IOC nach Wegen, die Wertschätzung für sauberen Spitzensport strukturell zu verankern.
Verankert ist die Prämie nun direkt in der Förderstruktur des IOC. Die Mittel fließen über die NOKs, die zugleich die korrekte Auszahlung kontrollieren müssen. Damit soll sichergestellt werden, dass die volle Summe tatsächlich bei den Sportlerinnen und Sportlern ankommt und nicht etwa von Zwischenstellen gekürzt wird.
Mit dem Beschluss geht zugleich ein Signal an Länder mit schwächerer Sportinfrastruktur aus. In vielen Staaten ist die olympische Karriere kaum finanzierbar; eine universelle Prämie von 10.000 Dollar kann dort spürbare Entlastung schaffen. Kritiker könnten einwenden, dass dieser Betrag für Topstars aus den Fußball-Ligen oder dem Profitennis symbolisch bleibt – Gasol verwies aber ausdrücklich darauf, dass auch diese Gruppe den Zuschuss erhalten soll.
Ausblick auf kommende Spiele
Gleichzeitig stellt der Mechanismus sicher, dass das IOC Geld nicht doppelt ausgibt. Pro Zyklus stehen 140 Millionen Dollar bereit – bei rund 14.000 Anspruchsberechtigten ergibt sich rechnerisch der angekündigte Betrag. Nicht abgerufene Mittel fließen in einen IOC-Fonds und sollen zukünftigen Sportler-Generationen zugutekommen.
Die konkrete Umsetzung startet über das digitale Portal "Athlete365", über das alle teilnehmenden Athletinnen und Athleten ihren Antrag stellen können. Coventry zufolge ist mit einer Bearbeitungszeit von rund sechs Monaten zu rechnen. Damit dürften die ersten Auszahlungen voraussichtlich im Spätsommer oder Frühherbst 2026 auf den Konten eintreffen.
Mit dem Pilotprojekt bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo im Februar 2026 wird die Regelung unmittelbar angewendet. Auch für die kommenden Sommerspiele ist die Prämie vorgesehen. Pau Gasol und die IOC-Athletenkommission sehen darin den Auftakt zu einer umfassenderen Reform der finanziellen Wertschätzung im olympischen Sport.
Insgesamt unterstreicht der Beschluss einen Kurswechsel: weg vom reinen Medaillenschnitt hin zu einer breiteren Anerkennung der olympischen Bewegung. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Regelung Bestand hat – und ob ähnliche Modelle Schule machen, etwa bei kontinentalen Meisterschaften oder anderen multinationalen Wettbewerben.
Für die Sportlerinnen und Sportler selbst bedeutet die Prämie vor allem eins: Planungssicherheit. Der Betrag von 10.000 Dollar kann in Ländern mit niedrigem Einkommen einen erheblichen Teil der Lebenshaltungskosten während der Vorbereitung abdecken. In den großen Ligen fällt er dagegen weniger ins Gewicht – bleibt aber als symbolische Geste des IOC gegenüber allen Teilnehmenden bestehen.
Am Ende ist es vor allem ein politisches Signal: Das IOC reagiert auf die wachsende Diskussion über faire Bezahlung im Spitzensport und positioniert sich gegen Modelle wie die "Enhanced Games". Die Prämie ist Ausdruck einer olympischen Idee, die Teilhabe und Würde für alle Athletinnen und Athleten betont – unabhängig von Rang, Herkunft oder Einkommen.
Fragen & Antworten
Wie hoch ist der neue IOC-Zuschuss und wer bekommt ihn?
Das IOC zahlt künftig 10.000 US-Dollar (rund 8.800 Euro) an jeden Teilnehmer der Olympischen Spiele. Anspruchsberechtigt sind rund 14.000 Athletinnen und Athleten pro Vier-Jahres-Periode, einschließlich der Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo.
Wer hat die Entscheidung verkündet und wie wurde sie begründet?
Die Entscheidung fiel am Mittwoch am Rande eines IOC-Sondergipfels in Lausanne. Vorsitzender der IOC-Athletenkommission Pau Gasol sprach von einem historischen Moment, der nicht nur Medaillengewinner oder Sportler aus bestimmten Ländern bevorzugen solle.
Wie und wann wird der Zuschuss ausgezahlt?
Die Athletinnen und Athleten beantragen den Zuschuss über die Plattform "Athlete365". Laut IOC-Präsidentin Kirsty Coventry dauert die Bearbeitung rund sechs Monate; ausgezahlt wird über die Nationalen Olympischen Komitees, die den Erhalt der vollen Summe nachweisen müssen.
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