Das österreichische Justizministerium hat auf eine parlamentarische Anfrage hin 387 Todesfälle in heimischen Justizanstalten zwischen 2015 und 2024 offengelegt, von denen 101 auf Suizid zurückgingen – allein 38 davon in Untersuchungshaft. Volksanwältin Gabriela Schwarz (ÖVP) bezeichnete die Zahlen als alarmierend und forderte eine zweite Risiko-Einschätzung nach den ersten Haftwochen.

Hintergrund: 387 Todesfälle in zehn Jahren

Die Antwort des Justizministeriums auf eine parlamentarische Anfrage, datiert auf den 8. Juni, zeigt das Ausmaß der Todesfälle im österreichischen Strafvollzug über ein ganzes Jahrzehnt. Demnach starben zwischen 2015 und 2024 insgesamt 387 Menschen in Justizanstalten, 101 davon durch Suizid. Auf die Untersuchungshaft (U-Haft) entfielen 72 Todesfälle – von denen 38 Suizide waren, also mehr als jeder zweite Todesfall in U-Haft.