Fachleute warnen vor einer besorgniserregend hohen Zahl psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen in Österreich und fordern einen massiven Ausbau der Versorgungsstrukturen.

Lage in Österreich

Georg Psota, langjähriger Chefarzt der Wiener Psychosozialen Dienste (PSD), hat beim Forum Alpbach auf die hohe Belastung der jungen Generation hingewiesen. „Bei den Zehn- bis 18-Jährigen haben wir eine 'Punktprävalenz' von psychischen Erkrankungen von 23,9 Prozent“, sagte Psota. Damit sei an einem bestimmten Tag fast jedes vierte Kind oder jeder vierte Jugendliche betroffen. Über ein ganzes Jahr hinweg liege die sogenannte Jahresprävalenz sogar bei rund 35 Prozent.

Besonders häufig seien Angststörungen, ADHS, Depressionen und Substanzmissbrauch. „Da sind am häufigsten Angststörungen, ADHS, Depressionen und Substanzmissbrauch“, erläuterte Psota. Zwar seien in diesen Angaben alle Schweregrade zusammengefasst, doch sie seien trotzdem besorgniserregend hoch. Etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen müssten behandelt werden.