Hitzewelle erfasst Österreich und Deutschland: Spitzenwerte bis zu 39 Grad erwartet
Wien, 27. Juli 2026
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Kurzfassung
Eine neue Hitzewelle erfasst in dieser Woche Österreich und Deutschland. Meteorologen erwarten verbreitet Temperaturen zwischen 33 und 39 Grad, in manchen Regionen sind auch 40 Grad nicht ausgeschlossen. Tropische Nächte und anhaltende Trockenheit verschärfen die Lage.
Meteorologinnen und Meteorologen erwarten in der zweiten Wochenhälfte in Österreich und Deutschland eine Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 39 Grad Celsius, wobei einzelne Modelle auch die 40-Grad-Marke für möglich halten.
Höhepunkt am Donnerstag
Die aktuelle Wetterlage stellt Deutschland und Österreich vor eine neue Belastungsprobe. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) klettern die Temperaturen bereits am Mittwoch im Südwesten auf bis zu 33 Grad, am Donnerstag könnten es in Franken sogar 39 Grad werden. MDR-Meteorologin Michaela Koschak warnt für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vor Werten von bis zu 38 Grad. "38 oder 39 Grad werden sicherlich erreicht und ich halte auch die 40 Grad für möglich", sagt DWD-Meteorologe Christian Schütz. Im Südwesten Deutschlands seien wieder bis zu 40 Grad Celsius möglich.
Auch in Österreich beginnt die nächste Hitzewelle laut Geosphere Austria bereits am Mittwoch. Am Donnerstag und Freitag setzt sich die heiße Wetterlage weiter fort, die Höchstwerte erreichen 30 bis 39 Grad. Die absoluten Spitzenwerte werden in Oberösterreich, Niederösterreich sowie in Wien erwartet. In Niederösterreich gilt ab Donnerstag in nahezu allen Regionen die Hitzewarnung der Alarmstufe "Orange". Im östlichen Flachland könnten die Temperaturen örtlich an der 38-Grad-Marke kratzen.
Tropische Nächte als zusätzliche Belastung
Am Dienstag sorgt eine wechselhafte Wetterphase noch für eine kurze Verschnaufpause. In Österreich liegen die Tageshöchstwerte am Dienstag bei 27 bis 32 Grad, ab Mittwoch steigen sie auf 30 bis 36 Grad. In Deutschland zeigt sich der Dienstag mit 27 bis 28 Grad und viel Sonnenschein ab dem Nachmittag laut Koschak als Übergangstag. Während der Montag in Niederösterreich mit 23 bis 30 Grad noch vergleichsweise angenehm ausfiel, dreht der Sommer ab Mittwoch deutlich auf.
Besonders kritisch ist die Entwicklung der Nächte. "Eventuell schon in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, aber relativ sicher dann in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag", sagt Schütz. In diesen Nächten könnten die Tiefsttemperaturen bei 23 bis 25 Grad liegen. "Das heißt in den Innenstädten sind tropische Nächte wieder ein Thema", erklärt Koschak. DWD-Meteorologe Markus Eifried weist darauf hin, dass die Nacht zum Mittwoch die letzte kühle Möglichkeit zum Durchlüften sei. Auf Helgoland bleibt es mit 25 Grad noch am angenehmsten.
Gewitter und Starkregen als Begleiterscheinung
Dass die 40 Grad tatsächlich erreicht werden, hängt laut Schütz von mehreren Details ab. Entscheidend sei, ob der Rauch der französischen Brände im Südwesten Frankreichs nach Deutschland ziehe oder ob Wolkenfelder durchziehen würden. Gleichzeitig steigt das Schauer- und Gewitterrisiko deutlich an. "Es gibt dann zum Teil auch kräftige Schauer und Gewitter", warnt Schütz. Mit Starkregen, Hagel und Sturmböen müsse gerechnet werden. Die Schwerpunkte deuteten sich vom Südwesten über die Landesmitte bis in den Nordosten an, wobei es noch Unsicherheiten gebe.
Am Freitag sind in Bayern nochmals 37 Grad möglich, danach schwächt sich die Hitze leicht ab. "Freitag, Samstag und Sonntag könnte es ein bisschen kühler werden", prognostiziert die MDR-Meteorologin. "Das heißt, die Temperaturen liegen nur noch so um die 30 Grad." Allerdings werde die Luft dann "vor allem sehr schwül", wie der Experte sagt. Für die nächste Woche zeichnet sich nach derzeitigem Stand der Modelle bereits eine neue Hitzewelle ab. "Über das Wochenende hinaus wird es sehr warm bis heiß bleiben", sagt der Meteorologe.
Anhaltende Trockenheit verschärft die Lage
Die anhaltende Trockenheit verschärft die Situation zusätzlich. Schütz' Wetter-Kollege Bernd Madelener lenkt den Fokus auf die Gefahr der momentanen Bodenbeschaffenheit. "Der Boden ist so hart, wenn es da mal ein paar kleine Gewitter gibt, fließt das Wasser einfach weg und kann gar nicht in den Boden eindringen", erklärt Madlener. Es sei zwar vereinzelt Gewitterniederschlag angekündigt, aber dieser reiche nicht aus, um die Trockenheit zu lindern. "Lokal kommt das manchen zwar nicht so vor, aber generell betrachtet ist die Lage relativ dramatisch", so der Experte. Das Landeszentrum Wald hatte bereits am Sonntag für den Harz, das Jerichower Land und die Region Wittenberg die Warnstufe 4 ausgerufen.
Die Meteorologen sehen in der aktuellen Wetterlage keine stabile Omega-Wetterlage, sondern eher eine Südwestströmung. Damit könnten weitere Hitzewellen folgen. "Also wir müssen uns auf heiße Tage einstellen", prognostiziert Koschak. "Aber auch wir werden ordentlich ins Schwitzen kommen", sagt sie mit Blick auf die Menschen in Mitteldeutschland. In den Hochgebirgsregionen wie den Alpen zeigt sich das Wetter unterdessen wechselhafter: Laut ORF-Wetterprognose können am Nachmittag von Vorarlberg über Salzburg und Oberkärnten bis in die westliche Obersteiermark einzelne Regenschauer oder Gewitter niedergehen.
Regional starke Temperaturunterschiede
Die Nachricht wurde am 27. Juli 2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Die kommunalen Warnsysteme in Deutschland umfassen insgesamt fünf Warnstufen, in den übrigen Teilen Deutschlands gelten aktuell die Stufen 2 und 3. In weiten Teilen Österreichs und Deutschlands ist in der zweiten Wochenhälfte mit einer erheblichen Hitzebelastung zu rechnen – die Menschen werden aufgerufen, ausreichend zu trinken, körperliche Anstrengungen in den Mittagsstunden zu vermeiden und ihre Wohnungen möglichst über die kühleren Nachtstunden zu lüften.
Zum Vergleich: Während der Süden und die Mitte Deutschlands unter der extremen Hitze leiden, bleibt der Norden deutlich kühler. Bei viel Sonne werden dort bis zu 33 Grad erreicht, "im Norden bleibe es bei Temperaturen um die 22 Grad deutlich kühler", wie der Meteorologe erklärt. Die Temperaturunterschiede zwischen den Regionen sind damit beträchtlich und reichen von angenehmen 22 Grad an den Küsten bis zu potenziell 40 Grad im Südwesten.
Fragen & Antworten
Welche Temperaturen werden in Österreich erwartet?
Laut Geosphere Austria erreichen die Höchstwerte am Donnerstag und Freitag 30 bis 39 Grad, wobei die absoluten Spitzenwerte in Oberösterreich, Niederösterreich und in Wien erwartet werden. In Niederösterreich gilt ab Donnerstag die Hitzewarnung der Alarmstufe "Orange".
Wann ist der Höhepunkt der Hitzewelle in Deutschland?
Der Deutsche Wetterdienst erwartet den Höhepunkt am Mittwoch und Donnerstag. Im Südwesten sind am Mittwoch bis zu 33 Grad möglich, am Donnerstag in Franken bis zu 39 Grad. Einzelne Modelle halten auch die 40-Grad-Marke für möglich.
Warum sind die Nächte in dieser Hitzewelle besonders problematisch?
In den Nächten von Mittwoch auf Donnerstag könnten die Tiefsttemperaturen bei 23 bis 25 Grad liegen, was Meteorologen als tropische Nächte bezeichnen. Laut DWD-Meteorologe Markus Eifried ist die Nacht zum Mittwoch die letzte kühle Möglichkeit zum Durchlüften der Wohnungen.
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