Der Drittligist SG Sonnenhof Großaspach hat den Zweitligisten Arminia Bielefeld in der ersten Runde des DFB-Pokals durch ein Elfmeterschießen bezwungen und für eine Pokalüberraschung gesorgt.

Vor 5.719 Zuschauern in der Mechatronik Arena entwickelte sich zwischen dem gastgebenden Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach und dem favorisierten Zweitligisten Arminia Bielefeld ein ausgeglichenes Duell, das nach 120 Minuten keinen Sieger gefunden hatte und im Elfmeterschießen entschieden werden musste.

In der regulären Spielzeit und der Verlängerung lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch. Großaspach, das sich über die Qualifikationsrunden für den DFB-Pokal empfohlen hatte, hielt gegen den finanziell deutlich besser ausgestatteten Zweitligisten über die gesamte Distanz dagegen und erzwang durch konzentrierte Defensivarbeit das Entscheidungsschießen vom Punkt.

Held des Abends: Torhüter Maximilian Reule

Dort wurde Großaspachs Torhüter Maximilian Reule zum Helden des Abends. Der Schlussmann parierte die Versuche von Maximilian Bauer und Tim Handwerker und leitete damit den Ausscheiden des klassenhöheren Kontrahenten ein. Auch Roberts Uldrikis brachte seinen Elfmeter nicht im Tor unter, indem er über die Querlatte schoss.

Großaspach, das im baden-württembergischen Aspach beheimatet ist, nutzte die sich bietende Chance und verwandelte die eigenen Strafstöße sicher genug, um am Ende die Oberhand zu behalten. Der Verein aus der 3. Liga, der bereits im Ligabetrieb für seine Heimstärke bekannt ist, feierte damit den größten Pokalcoup seit Jahren.

Enttäuschung bei Arminia Bielefeld

Für Arminia Bielefeld, das nach dem Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga in dieser Saison eine Runde weiterkommen wollte, bedeutet das Aus einen herben Dämpfer zum Saisonstart. Trainer und Mannschaft müssen die Enttäuschung rasch verarbeiten, da im Ligaalltag bereits die nächsten Aufgaben warten.

Der Verein aus Ostwestfalen hatte in den vergangenen Jahren wiederholt für Pokalüberraschungen gesorgt, diesmal allerdings kippte das Duell gegen den Außenseiter aus dem Schwäbischen. Die Enttäuschung bei den mitgereisten Bielefelder Anhängern war nach dem letzten verschossenen Elfmeter deutlich spürbar.

Auswirkungen auf die weitere Saison

Großaspach trifft in der zweiten Runde nun auf einen anderen Erst- oder Zweitligisten und kann dabei weiter von der Rolle des Außenseiters profitieren. Bereits jetzt hat die Mannschaft von Trainerstab und Verein mit dem Einzug in die nächste Runde ein Saisonziel vorzeitig erreicht, das vor dem Anpfiff als kaum erreichbar gegolten hatte.

Das Ergebnis unterstreicht die Ausgeglichenheit im deutschen Pokalwettbewerb, in dem regelmäßig unterklassige Mannschaften gegen höher eingestufte Vereine bestehen. Großaspach reiht sich damit in eine Liste von Pokalschrecks ein, die den Wettbewerb seit Jahren prägen.

Nach dem Schlusspfiff feierten die Großaspacher Spieler und Fans den Erfolg ausgelassen auf dem Rasen. Die Mannschaft hatte über das gesamte Spiel hinweg den Plan ihrer Trainer konsequent umgesetzt und am Ende auch die nötige Nervenstärke bewiesen, die ein Elfmeterschießen erfordert.

Für die kommenden Wochen gilt es für Großaspach, den Schwung aus diesem Pokalabend in den Ligaalltag mitzunehmen, während Bielefeld diese Enttäuschung so schnell wie möglich abschütteln muss, um in der 2. Bundesliga nicht in eine sportliche Krise zu geraten.