Grabher und Kraus stehen in Kitzbühel im Halbfinale
Kitzbühel, 17. Juli 2026
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Kurzfassung
Die beiden Österreicherinnen Julia Grabher und Sinja Kraus haben beim WTA125-Challengerturnier in Kitzbühel das Halbfinale erreicht. Kraus besiegte die Russin Erika Andrejewa klar mit 6:4, 6:1, Grabher setzte sich gegen die Belgierin Jeline Vandromme durch.
Beim WTA125-Challengerturnier in Kitzbühel haben die Österreicherinnen Julia Grabher und Sinja Kraus am Freitag das Halbfinale erreicht und sorgen damit für ein rein österreichisches Halbfinal-Duo bei dem mit 100.000 Euro dotierten Sandplatzturnier in Tirol.
Kraus schlägt Andrejewa klar
Beim WTA125-Challengerturnier in Kitzbühel haben die Österreicherinnen Julia Grabher und Sinja Kraus am Freitag das Halbfinale erreicht. Damit stehen zum ersten Mal zwei heimische Spielerinnen gleichzeitig in der Vorschlussrunde eines Challengerturniers dieser Kategorie in Österreich.
Die als Nummer zwei gesetzte Kraus feierte gegen die Russin Erika Andrejewa einen ungefährdeten 6:4, 6:1-Erfolg. Nach 1:28 Stunden und mit dem ersten Matchball war die Partie zugunsten der Wienerin entschieden. Bei 5:4 aus ihrer Sicht gelang ihr im ersten Satz das entscheidende Break, im zweiten nahm sie der 22-Jährigen gleich dreimal den Aufschlag ab, ein Rebreak war für Andrejewa zu wenig.
Kraus, die im aktuellen WTA-Ranking auf Platz 94 geführt wird, ist die beste Österreicherin im Ranking. Mit dem Halbfinal-Einzug stößt sie im Live-Ranking erstmals in die Top 90 der Weltrangliste vor. Im Falle eines Turniersiegs würden ihr sogar die Top 80 winken.
Gegenüber dem ORF zeigte sich Kraus zufrieden mit ihrer Leistung: „Ein Zweisatzsieg gegen eine nicht einfache Spielerin, da kann ich sehr zufrieden sein“, erklärte sie im TV-Interview. „Ich bin auch im Match immer besser geworden, darüber bin ich sehr happy.“
Grabher kämpft Vandromme nieder
Die Vorarlbergerin Julia Grabher, als Nummer vier gesetzt, bezwang die Belgierin Jeline Vandromme, die als Nummer sieben in das Turnier gegangen war, mit 6:2, 7:6 (7/5). Nach rund zwei Stunden Spielzeit durfte die 30-Jährige jubeln. Vor allem im zweiten Durchgang hatte Grabher gegen das erst 18-jährige belgische Talent erheblich zu kämpfen.
Nach sicherem Satzgewinn bäumte sich ihre Gegnerin auf, führte 4:2 und hatte bei 5:4 zwei Break- und damit Satzbälle. Doch der Schützling von Günter Bresnik hielt den Aufschlag, und nach Break und Rebreak ging es ins Tiebreak, in dem sich Grabher durchsetzte.
„Ich bin megahappy, dass ich durch bin, es war ein sehr schweres Match“, erklärte Grabher nach dem Match. „Ich habe mich gegenüber den letzten Runden gesteigert und bin deswegen sehr zufrieden“, sagte sie zudem. Die Vorarlbergerin beschrieb die Stimmung als besonders angenehm: „Es hat einfach Spaß gemacht, es sind auch echt viele Leute da.“
Sprung in den Top 90
Im Live-Ranking würde sich Grabher mit dem Halbfinal-Einzug von Platz 116 auf 112 verbessern, wie aus den vor Turnierbeginn vorliegenden Berechnungen hervorgeht. Bei einem Titel in Tirol könnte sie zudem knapp zurück in die Top 100 der Weltrangliste schaffen. „Am Ende war ein bisserl das Glück auf meiner Seite“, sagte sie.
Mit Kraus und Grabher treffen am Samstag zwei Spielerinnen aufeinander, die zuletzt unterschiedliche Entwicklungen genommen haben. Kraus, die vom Österreichischen Tennisverband als größte heimische Hoffnung gehandelt wird, hat in dieser Saison bereits mehrfach auf der WTA-Tour gepunktet und im Frühjahr erstmals die Top 100 erreicht. Grabher, die in ihrer Karriere bereits Weltranglistenplatz 43 innehatte, arbeitet seit ihrer Verletzungspause im vergangenen Jahr an der Rückkehr in die erweiterte Weltspitze.
Starke Saison, klare Pläne
Beim Tiebreak im zweiten Satz gegen Vandromme bewies Grabher Nervenstärke. Die Belgierin hatte im zweiten Durchgang zunächst mit 4:2 geführt, ehe Grabher zurückkam und das Tiebreak mit 7:5 für sich entschied. „Ich habe genau das gespielt, was ich mir vorgenommen habe. Plan voll aufgegangen“, fasste sie ihre Leistung zusammen.
Für die zweitgesetzte Kraus, die in Kitzbühel von Günter Bresnik betreut wird, geht es im Halbfinale gegen die als Nummer fünf gesetzte Spanierin Marina Bassols Ribera. Diese hatte im Viertelfinale die Argentinierin Maria Lourdes Carle mit 6:2, 6:1 abgefertigt. Kraus geht die Aufgabe mit Zuversicht an: „In erster Linie konzentriere ich mich auf mich und versuche, meine Stärken auszuspielen“, sagte sie im ORF-Interview.
Österreichisches Halbfinal-Duo
„Ich freue mich jetzt mega auf den großen Centre-Court im Halbfinale“, sagte Kraus. Bei den Spielbedingungen verwies sie auf das Publikum: „Ich hoffe, dass sie mich im Halbfinale wieder anfeuern.“ Die Stimmung auf der Anlage sei hervorragend, die Zuschauer seien zahlreich erschienen.
Im zweiten Halbfinale trifft Grabher auf die Siegerin des Spiels zwischen der topgesetzten Slowenin Veronika Erjavec und der Polin Gina Feistel. Damit ist klar, dass mindestens eine Österreicherin am Sonntag im Finale stehen wird. Sollten sowohl Grabher als auch Kraus ihre Halbfinals gewinnen, käme es zu einem rein österreichischen Endspiel in Tirol.
Das WTA125-Turnier in Kitzbühel ist mit 100.000 Euro dotiert und wird auf Sand ausgetragen. Es ist eines der wenigen Damen-Profiturniere auf dieser Kategorie in Österreich und genießt bei Spielerinnen einen guten Ruf. Mit dem Halbfinal-Einzug der beiden Österreicherinnen ist auch das österreichische Tennis-Publikum wieder verstärkt in das Geschehen eingebunden.
Vorschau auf das Halbfinale
Die Vorschlussrunde wird am Samstag ausgetragen, das Finale folgt am Sonntag. Bei den Buchmachern zählt Kraus auf Grund ihrer Weltranglistenposition und ihrer bisherigen Saisonleistungen zu den leichten Mitfavoritinnen auf den Titel. Grabher, die das schwierigere Halbfinal-Los zugeteilt bekommt, geht als Außenseiterin in die Partie gegen den Sieger aus Erjavec gegen Feistel.
Mit dem heutigen Doppelerfolg haben die österreichischen Spielerinnen ihren bisher erfolgreichsten Tag in der laufenden Sandplatzsaison gefeiert. Für Kraus, die in Wien geboren und aufgewachsen ist, wäre es der erste Challenger-Titel auf der WTA-Tour überhaupt. Grabher hat bereits Erfahrung mit Endspielen auf dieser Kategorie und könnte mit einem Sieg in Kitzbühel nahtlos an frühere Erfolge anknüpfen.
Die Viertelfinalpartien wurden am Freitag bei hochsommerlichen Temperaturen ausgetragen. Beide Österreicherinnen mussten über die volle Distanz gehen, wobei Kraus die deutlich kürzere Partie bestritt. Insgesamt zeigten beide Spielerinnen eine reife Leistung, die Hoffnung auf weitere Erfolge im Turnierverlauf macht.
Fragen & Antworten
Wer trifft im Halbfinale auf Sinja Kraus?
Sinja Kraus bekommt es im Halbfinale mit der als Nummer fünf gesetzten Spanierin Marina Bassols Ribera zu tun, die im Viertelfinale Maria Lourdes Carle aus Argentinien mit 6:2, 6:1 besiegte.
Gegen wen spielt Julia Grabher im Halbfinale?
Julia Grabher trifft im Halbfinale auf die Siegerin der Partie zwischen der topgesetzten Slowenin Veronika Erjavec und der Polin Gina Feistel.
Was bedeutet der Halbfinal-Einzug für die Weltrangliste der beiden Österreicherinnen?
Für Sinja Kraus bedeutet der Halbfinal-Einzug den erstmaligen Vorstoß in die Top 90 der Weltrangliste, ein Turniersieg würde ihr sogar die Top 80 bringen. Julia Grabher würde sich mit dem Halbfinal-Einzug im Live-Ranking von Platz 116 auf 112 verbessern, ein Titel in Tirol könnte sie zurück in die Top 100 bringen.
Kitzbühel: Grabher und Kraus im Halbfinale des WTA125 | nachrichten360