Bogotá, 31. Mai 2026
Rund 41 Millionen Kolumbianerinnen und Kolumbianer sind am Sonntag zur ersten Runde der Präsidentschaftswahl aufgerufen, die von einer eskalierenden Gewaltwelle und Angriffen auf Zivilisten, Soldaten und Polizisten überschattet wird.
Insgesamt bewerben sich 14 Kandidatinnen und Kandidaten um die Nachfolge von Gustavo Petro, der 2022 als erster linker Präsident in die Geschichte des Landes einging und laut Verfassung nicht erneut antreten darf. Um bereits im ersten Durchgang zu gewinnen, benötigt ein Kandidat mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen. Meinungsforscher rechnen jedoch mit einer Stichwahl, die für den 21. Juni 2026 angesetzt wäre.
Laut aktuellen Umfragen zeichnen sich drei klare Favoriten ab: der linke Senator Iván Cepeda aus dem Regierungslager, die konservative Senatorin Paloma Valencia aus dem Umfeld des Álvaro Uribe sowie der rechtsgerichtete Anwalt Abelardo de la Espriella. Cepeda will den Reformkurs Petros fortsetzen, Valencia setzt auf eine harte Sicherheitspolitik, und de la Espriella wirbt für einen schlankeren Staat und kompromissloses Vorgehen gegen bewaffnete Gruppen.
Drei Favoriten mit gegensätzlichen Konzepten
Die Wahl findet in einem Klima wachsender Gewalt statt. Kristin Wesemann, Leiterin des Kolumbien-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung, sprach von „eine der schwersten Gewaltwellen der letzten Jahre“. Im Vorfeld der Abstimmung kam es zu einer Serie von Anschlägen, bei denen mehrere Zivilisten, Soldaten und Polizisten getötet oder verletzt wurden.
