Bogotá, 31. Mai 2026
Am Sonntag wählen rund 41 Millionen Kolumbianer einen neuen Präsidenten, während das Land von einer eskalierenden Welle der Gewalt erschüttert wird.
Insgesamt bewerben sich 14 Kandidaten um das höchste Staatsamt. Der amtierende Präsident Gustavo Petro, der 2022 als erster Linker in der Geschichte Kolumbiens ins Amt kam, ist verfassungsrechtlich von einer weiteren Kandidatur ausgeschlossen. Die Verfassung begrenzt die Präsidentschaft auf eine einzige Amtszeit.
Laut aktuellen Umfragen zeichnen sich drei aussichtsreiche Bewerber ab: der linke Senator Iván Cepeda aus dem Regierungslager, die konservative Senatorin Paloma Valencia aus dem Umfeld des früheren Präsidenten Álvaro Uribe sowie der rechtsgerichtete Anwalt Abelardo de la Espriella. Cepeda will Petros Reformkurs fortsetzen, Valencia setzt auf eine harte Sicherheitspolitik, und de la Espriella wirbt für einen schlankeren Staat und kompromissloses Vorgehen gegen bewaffnete Gruppen.
Eskalierende Gewalt im Wahlkampf
Der Wahlkampf wurde zunehmend von der prekären Sicherheitslage überschattet. Kristin Wesemann, Leiterin des Kolumbien-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung, erklärte, Kolumbien erlebe derzeit „eine der schwersten Gewaltwellen der letzten Jahre“. Bewaffnete Gruppen hätten sich in vielen Regionen weiter ausgebreitet, und die staatlichen Sicherheitsstrukturen seien extrem geschwächt.