Eine Auswertung des Österreichischen Integrationsfonds zeigt, dass die Arbeitslosigkeit unter Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten in Österreich insgesamt sinkt, Frauen davon aber kaum profitieren.

Männer profitieren, Frauen stagnieren

Waren Mitte 2025 noch rund 44.000 Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte arbeitslos gemeldet, sank diese Zahl bis Juni dieses Jahres auf etwa 37.000. Das geht aus einer Auswertung diverser Statistiken durch den Österreichischen Integrationsfonds hervor. Der Rückgang ist allerdings zu einem großen Teil auf Männer zurückzuführen.

Bei männlichen Flüchtlingen schrumpfte die Zahl im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16,6 Prozent, bei Syrern wurde mit gut 21,5 Prozent ein besonders starker Rückgang bei der Zahl der Arbeitslosen registriert. Bei den Frauen stieg hingegen die Zahl der Arbeitslosen sogar um 0,6 Prozent. Bei allen großen Flüchtlingsgruppen zeigt die Statistik, dass weibliche Personen es schwerer am Arbeitsmarkt haben.

Syrerinnen und Afghaninnen besonders betroffen

Syrerinnen und Afghaninnen sind besonders betroffen. So waren im Vorjahr knapp 44 Prozent der Syrerinnen arbeitslos, aber nur gut 30,5 Prozent der Syrer. Bei Afghanen, wo fast doppelt so viele Frauen (36 Prozent) von Arbeitslosigkeit betroffen sind als Männer, zeigt sich ein ähnliches Bild. Insgesamt sind knapp 51 Prozent der arbeitslos Gemeldeten Syrer; dahinter folgen afghanische und somalische Staatsbürger, die freilich in den vergangenen Jahren auch die mit Abstand größte Flüchtlingsgruppe repräsentierten.

Auch bei subsidiär Schutzberechtigten klafft die Lücke

Auch bei subsidiär Schutzberechtigten bleibt die Geschlechterkluft bestehen. Während die Arbeitslosigkeit bei den Männern deutlich zurückging, ging sie bei den Frauen nur um 0,5 Prozent zurück. Der Trend aus dem Vorjahr hat sich damit verfestigt: Weibliche Flüchtlinge finden in deutlich geringerem Ausmaß Zugang zum Arbeitsmarkt als männliche.

Branchen mit vielen Jobs, aber wenigen Frauen

Wo Flüchtlinge aus den sechs wichtigsten Herkunftsländern der Fluchtmigration Arbeit finden, zeigt ein differenziertes Bild. Personen aus den sechs wichtigsten Herkunftsländern der Fluchtmigration arbeiteten 2025 vor allem in der Beherbergung und Gastronomie (15.500), sowie die Herstellung von Waren (10.100). Dahinter folgen der Handel (12.000). Beherbergung und Gastronomie sowie Handel sind Branchen mit traditionell hohem Frauenanteil, die Beschäftigungsdynamik kommt dort aber offenbar nicht bei weiblichen Flüchtlingen an.

Der Integrationsfonds verweist zugleich auf eine breitere Basis von Beschäftigung. Die genannten Branchen sind nicht nur Einstiegssektoren, sondern in Österreich strukturell gewachsen, was die hohe Zahl an Beschäftigten aus den Herkunftsländern der Fluchtmigration erklärt. Gleichzeitig deuten die Daten darauf hin, dass der Anteil von Frauen in diesen Sektoren geringer ist als der von Männern, auch wenn die Statistik dazu keine genauen Aufschlüsselungen liefert.

Blick auf die politische Debatte

Für die politische Debatte in Österreich bedeutet die Auswertung, dass die Erfolge am Arbeitsmarkt bei Flüchtlingen differenziert zu betrachten sind. Der Rückgang der Gesamtarbeitslosigkeit darf nicht über die anhaltend hohe Betroffenheit von Frauen hinwegtäuschen. Programme, die Frauen gezielt beim Einstieg in Beschäftigung unterstützen, gewinnen damit an Bedeutung.

Die Auswertung beruht auf Daten des Österreichischen Integrationsfonds und wurde von der APA am 29.7.2026 veröffentlicht. Sie greift auf amtliche Arbeitsmarktstatistiken sowie auf Registerdaten zu Schutzstatus und Herkunftsland zurück.