Gegenseitige Angriffe in der Schwarzmeerregion fordern Tote und Verletzte auf beiden Seiten
Berlin, 14. Juli 2026
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Kurzfassung
Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf Ziele in Russland sowie bei russischen Luftangriffen auf ukrainische Häfen sind am 13. Juli 2026 mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Die Angriffe trafen unter anderem die Region Moskau, Belgorod und die Hafenstadt Odessa.
Bei wechselseitigen Luft- und Drohnenangriffen zwischen der Ukraine und Russland sind am 13. Juli 2026 mehrere Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden, wie Behörden auf beiden Seiten mitteilten.
Russischer Angriff auf Frachter vor Odessa
Bei einem russischen Luftangriff auf einen ausländischen Frachter in der Ukraine wurden nach Behördenangaben mindestens fünf Besatzungsmitglieder getötet. Der Frachter sei während des Entladens von Mineraldünger in einem Schwarzmeerhafen bei Odessa getroffen worden, wie die Behörden weiter mitteilten. Das Schiff fuhr nach Angaben des Militärgouverneurs des Gebietes Odessa, Oleh Kiper, unter der Flagge Togos. Außerdem habe es auf dem Schiff zwölf Verletzte gegeben, teilte Kiper auf Telegram mit.
Neben dem Frachter wurden in Odessa selbst durch den nächtlichen Angriff mehr als ein Dutzend Busse in einem Fuhrpark zerstört oder beschädigt, wie Kiper mitteilte. Wohnhäuser und ein Sanatorium seien beschädigt worden. Der Gouverneur sprach von mindestens fünf Verletzten. Russland griff außerdem erneut den ukrainischen Hafen Tschornomorsk an.
Ukrainische Drohnenangriffe auf die Region Moskau
Die ukrainische Seite meldete eigene Angriffe auf russisches Territorium. Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Moskau wurden zuvor nach russischen Angaben drei Menschen getötet. Zudem seien fünf Menschen beim Absturz einer Drohne in einer Siedlung der Stadt Istra verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Andrej Worobjow, am Montag mit.
Der Kommandeur der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, schrieb auf Telegram, über Nacht seien im Asowschen Meer weitere 15 Schiffe getroffen worden. Es gehe um sieben Tanker, fünf Frachter, eine Fähre und zwei Schlepper. In den vergangenen acht Tagen seien 105 russische Schiffe beschädigt worden, erklärte Browdi.
Schiffe im Asowschen Meer und auf dem Schwarzen Meer
Zudem habe die Ukraine zwei russische Patrouillenboote im Schwarzen Meer sowie Autofähren in Kertsch im Osten der von Russland annektierten Halbinsel Krim und im Hafen Kawkas attackiert. Russland hofft, mit der Tankerflotte fehlenden Treibstoff auf die Halbinsel Krim zu bringen.
Eine weitere Tote wurde aus der westrussischen Region Belgorod gemeldet. Der russische Gouverneur von Stawropol bestätigte einen Angriff auf eine Industrieanlage in der Region. Angaben zum genauen Ziel des Angriffs machte er jedoch nicht.
Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU meldete erneute Angriffe auf Anlagen der russischen Öl-Infrastruktur. In der Nacht seien ein Öllager in der südrussischen Kaukasus-Region Stawropol sowie drei Lagertanks an einer Ölverladestelle im Hafen Kawkas in der südlichen Schwarzmeer-Region Krasnodar getroffen worden, teilte der SBU mit.
Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur
Die verstärkten Angriffe der Ukraine auf die russische Ölindustrie haben in Russland zu massiven Treibstoffengpässen geführt. Browdi erklärte, die Ziele auf See dienten dazu, die Versorgung der Krim mit Kraftstoff zu unterbrechen.
Parallel dazu erklärte der russische Inlandsgeheimdienst FSB, eine Reihe geplanter ukrainischer Drohnenangriffe auf zwei Luftwaffenstützpunkte tief in Russland vereitelt zu haben. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf eine Erklärung des FSB meldet, sollen ukrainische Geheimdienste Angriffe auf die Stützpunkte Schagol im Ural und Ukrainka im Fernen Osten geplant haben.
Vereitelte Drohnenoperationen im russischen Hinterland
Demnach habe die Ukraine Ballons und Drohnen genutzt, um Behälter mit weiteren Drohnen in die russische Grenzregion Brjansk zu transportieren. Von dort aus hätten diese zu den beiden Zielorten gebracht werden sollen. Die mutmaßlichen Täter seien festgenommen worden, teilte der FSB mit.
Vor einem Jahr hatte die Ukraine russische Luftwaffenstützpunkte tief im Landesinneren angegriffen und dabei nach US-Angaben rund zehn russische Militärflugzeuge zerstört. Unter den Zielen befand sich damals demnach auch der Stützpunkt Ukrainka.
Ausweitung der gegenseitigen Schläge
Die Angriffe auf die Schwarzmeerregion verweisen auf eine Ausweitung der gegenseitigen Schläge, die über das unmittelbare Kampfgebiet hinausreicht. Während die Ukraine verstärkt russische Logistik- und Energieinfrastruktur ins Visier nimmt, reagiert Russland mit Angriffen auf ukrainische Hafenstädte und zivile Schiffe unter fremder Flagge.
Die Berichte über zivile Opfer und Verletzte auf beiden Seiten verdeutlichen die humanitären Folgen der anhaltenden gegenseitigen Angriffe. Beobachter werten die parallel laufenden Operationen als Zeichen dafür, dass beide Seiten ihre militärischen Kapazitäten weit ins Hinterland des Gegners einsetzen.
Diese Nachricht wurde am 13.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Die Angaben zu Opfern und Schäden stützen sich überwiegend auf offizielle Mitteilungen der ukrainischen und russischen Behörden, die in dem laufenden Konflikt jeweils eigene Positionen vertreten und von unabhängiger Seite nur eingeschränkt überprüfbar sind.
Die Lage in der Schwarzmeerregion bleibt angesichts der fortgesetzten Angriffe auf Schifffahrt, Energieanlagen und Häfen auf beiden Seiten instabil. Weitere Opfer unter Zivilisten und ausländischen Besatzungen sind nach Einschätzung von Beobachtern wahrscheinlich, solange kein wirksamer Schutz der zivilen Schifffahrt und der Hafenstädte besteht.
Fragen & Antworten
Wer ist Robert Browdi und welche Rolle spielt er in den Berichten?
Robert Browdi ist nach den Angaben der ukrainischen Drohnentruppen deren Kommandeur und äußerte sich auf Telegram zu den nächtlichen Angriffen auf Schiffe im Asowschen Meer. Er bezifferte die Schäden auf 15 Schiffe in einer Nacht und 105 Schiffe in den vergangenen acht Tagen.
Was geschah mit dem Frachter vor Odessa?
Der Frachter unter togolesischer Flagge wurde nach Behördenangaben während des Entladens von Mineraldünger in einem Schwarzmeerhafen bei Odessa von einem russischen Luftangriff getroffen, wobei mindestens fünf Besatzungsmitglieder getötet und zwölf verletzt wurden.
Welche Ziele wurden im russischen Hinterland angeblich vereitelt?
Der FSB erklärte, geplante ukrainische Drohnenangriffe auf die Luftwaffenstützpunkte Schagol im Ural und Ukrainka im Fernen Osten Russlands vereitelt zu haben. Demnach sollen Container mit Drohnen über das Grenzgebiet Brjansk an die Zielorte transportiert worden sein, die mutmaßlichen Täter seien festgenommen worden.
Ukraine greift Russland an: Tote in Region Moskau und auf | nachrichten360