Geburtenrate Deutschland 2025: 1,32 Kinder je Frau – niedrigster Stand seit 1997
Wiesbaden, 01. Juli 2026
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Kurzfassung
Die Geburtenrate in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf 1,32 Kinder je Frau gesunken und hat damit den niedrigsten Stand seit 1997 erreicht. Insgesamt wurden 2025 nur noch 654.241 Kinder geboren – so wenige wie in keinem anderen Jahr der Nachkriegszeit.
Die zusammengefasste Geburtenziffer in Deutschland ist im Jahr 2025 auf 1,32 Kinder je Frau gesunken und hat damit den niedrigsten Stand seit fast 30 Jahren erreicht, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.
Nach endgültigen Berechnungen wurden im vergangenen Jahr nur noch 654.241 Kinder in Deutschland geboren – die niedrigste Zahl in der gesamten Nachkriegszeit. Im Vergleich zu 2024 verringerte sich die Geburtenrate damit um 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch erklärte. Der als Geburtenrate bezeichnete Wert betrug im vergangenen Jahr 1,32, wie die Behörde in Wiesbaden mitteilte.
Rückgang sowohl bei deutschen als auch bei ausländischen Frauen
"Die Geburtenhäufigkeit der ausländischen Frauen geht seit 2017 mit Ausnahme des Jahres 2021 kontinuierlich zurück", erklärte das Bundesamt. Dieser Trend zeigt, dass die Differenz zwischen Frauen mit deutscher und ausländischer Staatsbürgerschaft bei der Geburtenrate zwar weiterhin besteht, sich aber zunehmend verringert. Bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag die Geburtenrate bei 1,78 Kindern, das entspricht einem Minus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1,84).
Bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit betrug die Geburtenrate 1,20 Kinder. Ein ähnlich niedriger Wert wurde den Angaben zufolge zuletzt vor knapp 30 Jahren im Jahr 1996 gemessen, als eine Frau im Schnitt 1,22 Kinder bekam. Im Vorjahresvergleich ging die Geburtenrate bei deutschen Frauen damit um 2,8 Prozent zurück. Damit liegt der Wert für deutsche Frauen sogar noch unter dem historischen Tiefstwert von 1,22 aus dem Jahr 1996, wenn auch nur knapp.
Die zusammengefasste Geburtenziffer gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekäme, wenn ihr Geburtenverhalten dem aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im betrachteten Jahr entspräche. Die deutsche Geburtenrate ist seit 2022 kontinuierlich gesunken – von einem bereits niedrigen Niveau ausgehend hat sich der Abwärtstrend damit verfestigt.
Regionale Unterschiede zwischen Ost und West
Laut den Daten gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern: Die niedrigste zusammengefasste Geburtenziffer – so der statistische Begriff – wurde im vergangenen Jahr mit 1,16 Kindern je Frau in Sachsen errechnet, die höchste mit 1,38 in Niedersachsen. In Sachsen war der Wert zuletzt im Jahr 1998 noch niedriger gewesen (1998: 1,11), sodass die aktuelle Zahl den niedrigsten Stand seit fast drei Jahrzehnten markiert.
"Noch niedriger lag sie Mitte der 1990er-Jahre mit einem Tiefstwert von 1,24 Kindern je Frau", erklärten die Statistiker mit Blick auf den bisherigen Allzeit-Tiefstwert. Dieser wurde allerdings im gesamtdeutschen Durchschnitt gemessen; einzelne Bundesländer wie Sachsen lagen bereits damals teils deutlich darunter. Ein ähnlich niedriger Wert wie der aktuelle wurde zuletzt vor knapp 20 Jahren verzeichnet (1,33).
Die Geburtenhäufigkeit in den östlichen Flächenländern war mit 1,22 Kindern je Frau geringer als in den westlichen Bundesländern mit 1,34 Kindern je Frau. Am höchsten in Ostdeutschland war die Geburtenrate in Brandenburg (1,30). Damit bleibt das Gefälle zwischen Ost und West bestehen, auch wenn sich die Werte in beiden Landesteilen nach unten bewegen.
Niedersachsen verliert Spitzenposition in der Stabilität
Niedersachsen ist der Statistik zufolge bereits seit 2018 das Land mit der höchsten Geburtenhäufigkeit. Allerdings sank auch hier der Wert zum ersten Mal seit 16 Jahren unter 1,40 (2009: 1,38). Damit bricht eine lange Phase relativer Stabilität in dem westlichen Bundesland, das bislang als vergleichsweise kinderfreundlich gegolten hatte.
In nahezu allen Bundesländern wurden 2025 weniger Kinder geboren als im Vorjahr. Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete den stärksten Rückgang: Die Geburtenrate fiel dort um 6,3 Prozent auf 1,21 Kinder je Frau. Hamburg war das einzige Bundesland, in dem die zusammengefasste Geburtenziffer im Vergleich zu 2024 leicht stieg – und zwar um 0,4 Prozent auf 1,24 Kinder je Frau.
Hamburg als einziges Bundesland mit leichtem Anstieg
Das Statistische Bundesamt führte den Rückgang der absoluten Geburtenzahl unter anderem auf die kleinere Generation potenzieller Eltern zurück, die in den 1990er-Jahren geboren wurde. "Die damals Geborenen bilden die derzeit relativ kleine Generation potenzieller Eltern", erklärten die Statistiker. Damit wirkt ein demografischer Sogeffekt fort, der durch das Geburtentief der Nachwendezeit ausgelöst wurde.
Demografische Ursachen: Kleine Elterngeneration aus den 1990er-Jahren
Die Entwicklung betrifft Frauen mit und ohne ausländische Staatsbürgerschaft gleichermaßen, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau. Während die Geburtenrate ausländischer Frauen mit 1,78 weiterhin deutlich über der deutscher Frauen liegt, nähert sich der Trend beider Gruppen nach unten an. Die Differenz zwischen den beiden Gruppen ist seit 2017 – mit Ausnahme des Jahres 2021 – kontinuierlich geschrumpft.
Die jetzigen Daten sind das Ergebnis endgültiger Berechnungen; eine erste Schätzung des Bundesamtes hatte bereits zuvor etwa 654.300 Geburten für 2025 angenommen. Damit bestätigt sich die düstere Prognose, die das Amt bereits im Frühjahr abgegeben hatte. Die endgültigen Zahlen liegen sehr nah an dieser Vorabschätzung.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag sie im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 1,32 Kindern pro Frau. Im Vergleich zum Jahr 2024 verringerte sich die Geburtenrate damit um 2,7 Prozent. Diese Nachricht wurde am 01.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
Bedeutung für die langfristige Bevölkerungsentwicklung
Die demografische Entwicklung gilt seit Langem als eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen Deutschlands. Eine Geburtenrate von 1,32 liegt deutlich unter dem sogenannten Bestandserhaltungsniveau von etwa 2,1 Kindern je Frau, das zur langfristigen Stabilisierung der Bevölkerungszahl ohne Zuwanderung nötig wäre. Ohne Zuwanderung würde die Bevölkerung in Deutschland auf Dauer schrumpfen und altern.
Die Statistiker sehen in der demografischen Struktur einen wesentlichen Grund für den anhaltenden Rückgang. Da die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er-Jahre zunehmend aus dem Elternalter herauswachsen und die schwachen Jahrgänge der 1990er-Jahre nachrücken, verringert sich die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter automatisch. Dieser rein strukturelle Effekt würde selbst dann wirken, wenn die Geburtenrate je Frau konstant bliebe.
Fragen & Antworten
Wie hoch ist die Geburtenrate in Deutschland im Jahr 2025?
Die zusammengefasste Geburtenziffer lag 2025 bei 1,32 Kindern je Frau und damit so niedrig wie zuletzt 1997. Im Vergleich zu 2024 (1,35) bedeutet das einen Rückgang um 2,7 Prozent.
Welches Bundesland hat die niedrigste und welches die höchste Geburtenrate?
Sachsen wies 2025 mit 1,16 Kindern je Frau die niedrigste Geburtenrate auf, Niedersachsen mit 1,38 die höchste. Niedersachsen ist bereits seit 2018 das Bundesland mit der höchsten Geburtenhäufigkeit.
Warum sinkt die Zahl der Geburten in Deutschland so stark?
Das Statistische Bundesamt führt den Rückgang unter anderem darauf zurück, dass die geburtenschwachen Jahrgänge der 1990er-Jahre nun selbst die Elterngeneration bilden und damit eine relativ kleine Gruppe potenzieller Eltern darstellen. Hinzu kommt ein anhaltender Trend zu sinkender Geburtenhäufigkeit sowohl bei deutschen als auch bei ausländischen Frauen.
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