Fünf tote Säuglinge in Wohnung in Südfrankreich entdeckt – Ermittlungen wegen Mordverdachts
Orange, 28. Juli 2026
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Kurzfassung
In der südfranzösischen Stadt Orange hat die Staatsanwaltschaft Nîmes Ermittlungen wegen Mordverdachts eingeleitet, nachdem Fahnder in der Wohnung eines Paares fünf tote Säuglinge entdeckt hatten. Der 32-jährige Lebensgefährte der Mutter hatte die Knochen und die verwesende Leiche in Kartons gefunden, nachdem seine Partnerin am Sonntag zu Haste entbunden hatte und in eine Klinik gebracht worden war.
In der südfranzösischen Stadt Orange haben Fahnder in der Wohnung eines Paares die Überreste von fünf toten Säuglingen entdeckt, woraufhin die Staatsanwaltschaft Nîmes Ermittlungen wegen Mordverdachts einleitete.
Was bisher bekannt ist
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Nîmes rückten Ermittler am Montagabend zu der Wohnung des Paares aus und machten den erschütternden Fund. Wie die Behörde mitteilte, bestand der Fund aus den Knochen von vier Säuglingen sowie der verwesenden Leiche eines weiteren Säuglings. Eine Obduktion wurde angeordnet.
Zum Fall kam es, nachdem der 32-jährige Lebensgefährte der Mutter nach eigenen Angaben erneut sehr spät eine Schwangerschaft seiner Partnerin entdeckt hatte. Diese habe am Sonntag zu Hause ein Kind zur Welt gebracht und sei anschließend in eine Klinik gebracht worden. Der Mann habe daraufhin Nachforschungen angestellt und sei in Kartons auf die menschlichen Überreste gestoßen, wie die Staatsanwaltschaft erklärte.
Der 32-Jährige habe daraufhin das Krankenhaus von Orange informiert, das wiederum die Staatsanwaltschaft einschaltete. Fahnder hätten im Haus der Familie dann die Leichen entdeckt, hieß es von den Ermittlern.
Aussage des Lebensgefährten
Die 32-jährige Mutter, die sich weiterhin im Krankenhaus befindet, konnte noch nicht vernommen werden. Die Staatsanwaltschaft Nîmes begründete dies mit ihrem gesundheitlichen Zustand nach der Entbindung. Wann und unter welchen Umständen sie befragt werden kann, blieb zunächst offen.
Der Mann habe angegeben, von allen möglichen Schwangerschaften seiner Partnerin nichts gewusst zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Diese Aussage steht im Mittelpunkt der laufenden Ermittlungen, da die Behörde nun klären muss, inwieweit der Lebensgefährte tatsächlich keine Kenntnis von den früheren Schwangerschaften und deren Verlauf hatte.
Nach Feststellung eines Gerichtsmediziners handele es sich bei dem Fund um die Knochen von vier Säuglingen und die verwesende Leiche eines weiteren Säuglings. Eine genaue Todesursache sowie der Zeitpunkt der Tode stehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch nicht fest und sollen im Rahmen der angeordneten Obduktion geklärt werden.
Gerichtsmedizinische Untersuchung
Es wurden Ermittlungen wegen Mordverdachts eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft prüft nach eigenen Angaben alle Hintergründe der Funde, darunter auch den medizinischen Verlauf der dokumentierten Schwangerschaften und mögliche Verbindungen zu früheren Behandlungen oder Behördenkontakten.
In der Stadt Orange im Süden Frankreichs sind die Leichen von fünf Säuglingen in der Wohnung eines Paares gefunden worden. Die Kleinstadt im Département Vaucluse liegt zwischen Avignon und Valence und gehört zur Region Provence-Alpes-Côte d'Azur.
Der gesunde, erst am Sonntag geborene Säugling solle vorläufig außerhalb der Familie untergebracht werden, ehe ein Jugendrichter über den weiteren Gang der Dinge entscheidet, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Das Neugeborene werde in einer medizinischen Einrichtung betreut und solle nicht in den Haushalt der Eltern zurückkehren, solange die Ermittlungen andauern.
Versorgung des Neugeborenen und der Geschwister
Um zwei weitere Kinder des Paares im Alter von acht und neun Jahren kümmert sich das Jugendamt. Die älteren Geschwister seien nicht in der Wohnung gewesen, als der Fund gemacht wurde, und würden nun durch spezialisierte Fachkräfte betreut. Auch für sie sei ein Verfahren vor dem Familiengericht vorgesehen.
Die Staatsanwaltschaft in Nîmes kündigte an, den Fall mit Hochdruck aufzuklären. Neben den kriminalpolizeilichen Ermittlungen sei auch eine Untersuchung durch die zuständigen Jugendbehörden eingeleitet worden, um das Wohl der im Haushalt lebenden Kinder sicherzustellen.
Nach Angaben der Ermittler waren die Knochen und die verwesende Leiche in Kartons im Inneren der Wohnung versteckt. Die genauen Umstände, wie lange die Überreste dort bereits lagerten, sowie mögliche vorherige Hinweise auf Schwangerschaften der Frau sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft betonte, dass die gerichtsmedizinischen Untersuchungen sowie die Befragung der Mutter Vorrang hätten. Erst danach könnten konkrete Angaben zum zeitlichen Ablauf und zur Todesursache der fünf Säuglinge gemacht werden.
Medienberichten zufolge handelt es sich um einen Fall, der weit über die Region hinaus Aufsehen erregt. Die zuständigen Behörden baten angesichts der laufenden Ermittlungen um Zurückhaltung bei Spekulationen.
Die Stadt Orange, in der der Fall entdeckt wurde, liegt im Département Vaucluse. Die Kleinstadt mit ihren rund 30 000 Einwohnern ist vor allem für das römische Theater bekannt, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Der Fund hat die Bewohner nach Angaben lokaler Medien tief erschüttert.
Reaktionen und weiteres Vorgehen
Mit der eingesetzten Mordkommission übernimmt eine spezialisierte Einheit der Kriminalpolizei die weiteren Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft koordiniert die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt sowie mit den behandelnden Ärzten in der Klinik.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gilt die 32-jährige Mutter als Beschuldigte, gegen die ein Ermittlungsverfahren wegen Mordverdachts läuft. Ob weitere Personen in den Fall verwickelt sind, prüfen die Fahnder im Rahmen der laufenden Untersuchungen.
Die Behörden stellten zudem klar, dass der Lebensgefährte bislang als Zeuge, nicht als Beschuldigter geführt werde. Seine Aussagen würden jedoch ebenfalls intensiv auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft.
Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal. Auch AFP berichtete am Dienstag über den Fall und verwies dabei auf die laufenden Ermittlungen in Orange.
Die Staatsanwaltschaft Nîmes kündigte an, in den kommenden Tagen weitere Details zu veröffentlichen, sobald die Ergebnisse der Obduktion sowie die Befragung der Mutter vorliegen. Der Fall wird in Frankreich mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.
Fragen & Antworten
Was genau wurde in der Wohnung in Orange gefunden?
Nach Angaben eines Gerichtsmediziners handelt es sich bei dem Fund um die Knochen von vier Säuglingen sowie die verwesende Leiche eines fünften Säuglings, die in Kartons in der Wohnung des Paares versteckt waren.
Warum wurde der 32-jährige Mann nicht sofort befragt?
Der Lebensgefährte der Mutter wurde nach dem Fund vom Krankenhaus und der Staatsanwaltschaft vernommen und äußerte sich bereits; die 32-jährige Mutter selbst konnte hingegen noch nicht befragt werden, weil sie sich weiterhin im Krankenhaus befindet.
Was passiert nun mit dem Neugeborenen und den älteren Kindern?
Der gesunde, am Sonntag geborene Säugling soll vorläufig außerhalb der Familie untergebracht werden, bis ein Jugendrichter über das weitere Vorgehen entscheidet; die zwei weiteren Kinder des Paares im Alter von acht und neun Jahren werden bereits vom Jugendamt betreut.
Fünf tote Säuglinge in Orange: Mordverdacht gegen Mutter | nachrichten360