Frankreich zieht mit Mühe ins Viertelfinale ein: Mbappé entscheidet das hitzige Duell gegen Paraguay
Philadelphia, 5. Juli 2026
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Kurzfassung
Frankreich hat sich am 4. Juli in Philadelphia mit einem 1:0-Sieg gegen Paraguay für das Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Kylian Mbappé verwandelte in der 70. Minute einen Strafstoß zum entscheidenden Treffer, sein siebtes Turniertor und sein 19. WM-Tor insgesamt.
Frankreich hat im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft Paraguay mit 1:0 (0:0) besiegt und trifft im Viertelfinale am Donnerstag in Boston auf Marokko.
Frankreich hat sich am Samstag, dem 4. Juli, in Philadelphia mit einem knappen 1:0 (0:0)-Sieg gegen Paraguay für das Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 qualifiziert. Vor 68.324 Zuschauerinnen und Zuschauern im Lincoln Financial Field entschied ein verwandelter Strafstoß von Kapitän Kylian Mbappé in der 70. Minute die hart umkämpfte Partie. Der zweimalige Weltmeister steht damit zum vierten Mal in Folge in der Runde der letzten acht und trifft am Donnerstag um 22:00 Uhr in Boston auf Marokko.
Das Spiel war geprägt von großer Hitze: bei fast 40 Grad Außentemperatur, gefühlt sogar 46 Grad, handelte es sich laut Berichten um die bislang heißeste Partie dieses Turniers. Lange mussten sich die französischen Fans bei rund 40 Grad Celsius in der Hitze von Philadelphia gedulden, wie es im Liveticker der Neuen Zürcher Zeitung hieß. Trotz der extremen Bedingungen und eines überschrittenen FIFPro-Schwellenwerts von 35,5 Grad entschied die FIFA, die Partie nicht zu verschieben. Viele Anhängerinnen und Anhänger nutzten die rot-weiß-blauen Papierklatscher, die im Stadion verteilt wurden, vor allem als Fächer oder Sonnenschutz.
Hitze als heimlicher Gegner
Frankreich hatte zwar über 80 Prozent Ballbesitz, tat sich gegen die defensiv kompakte und körperlich aggressive Mannschaft aus Südamerika aber lange schwer. Paraguay hatte zuvor für eine Sensation gesorgt, als die Mannschaft Deutschland im Achtelfinale nach 120 Minuten im Elfmeterschießen bezwang. Trainer Gustavo Alfaro hatte die französische Offensive vor dem Spiel als "Sturm" bezeichnet, doch seine Mannschaft verteidigte leidenschaftlich und setzte auf Konter sowie robuste Zweikämpfe.
Die erste nennenswerte Torchance der Franzosen hatte Manu Koné in der 22. Minute, der den paraguayischen Torhüter Orlando Gill mit einem Weitschuss aus etwa 20 Metern prüfte. Der Mittelfeldspieler der AS Roma war für den verletzten Aurélien Tchouaméni in die Startelf gerückt und zwang Paraguay-Goalie Orlando Gill damit zu einer ersten richtigen Parade. Auch in der 39. Minute wurde es gefährlich: Ousmane Dembélé schnitt von rechts nach innen, sein abgefälschter Schuss verfehlte den linken Pfosten jedoch knapp. Ein abgefälschter Schuss von Ousmane Dembélé war noch das Gefährlichste (38.).
Doué bringt die Wende
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild zunächst kaum. Adrien Rabiot aus der Distanz und Ousmane Dembélé aus spitzem Winkel fanden mit ihren Abschlüssen den Weg aufs Tor, aber auch noch nicht. In der 54. Minute versuchte es Manu Koné erneut mit einem Weitschuss, diesmal konnte Gill den Ball mit der linken Hand über die Latte lenken. Dies machte Manu Koné wenig später besser. Der Mittelfeldspieler der AS Roma versuchte es in der 54. Minute mit einem Weitschuss und zwang Paraguay-Goalie Orlando Gill damit zu einer ersten richtigen Parade.
Die Wende kam in der 67. Minute, als Didier Deschamps Désiré Doué einwechselte. Der 21-jährige Angreifer von Paris Saint-Germain wurde nur rund fünf Minuten nach seiner Einwechslung im Strafraum gefoult. Nach einem Vergehen von Paraguay-Verteidiger Diego Gomez im eigenen Strafraum gegen den frisch eingewechselten Désiré Doué wurde Schiedsrichter Ilgiz Tantashev in der 67. Minute an den Bildschirm gebeten. Der Schiedsrichter aus Usbekistan entschied nach dem VAR-Blick auf einen Strafstoß für Frankreich.
Mbappé stellt Rekorde ein
Kylian Mbappé, der die Équipe Tricolore als Kapitän aufs Feld führte, übernahm die Verantwortung: Captain Kylian Mbappé übernahm die Verantwortung und verlud Gill mit einem Flachschuss in die rechte Ecke. Es war sein siebtes Tor bei diesem Turnier und sein insgesamt 19. WM-Tor, womit er mit Lionel Messi in der ewigen WM-Torjägerliste gleichzog. Der Argentinier hält allerdings mit 20 Treffern weiterhin den Rekord.
Mbappé hatte in der Nachspielzeit sogar noch die Chance, mit Messi gleichzuziehen. Auf der anderen Seite blieb Mbappé in der Nachspielzeit bei einer vorzüglichen Doppelchance nochmals an Gill hängen und verpasste es, mit Messi gleichzuziehen. Der paraguayische Schlussmann, der im Spielverlauf mehrfach glänzend parierte, hielt unter anderem zweimal in der 90.+7. Minute gegen den Franzosen. Mbappé verpasste es, mit Messi gleichzuziehen. Vor dem Elfmeter hatte der paraguayische Verteidiger Gustavo Velázquez übrigens den Elfmeterpunkt betreten, offenbar in der Absicht, die Strafstoß-Ausführung zu stören.
Amerikanische Bühne, französische Effizienz
Die Partie war nicht nur sportlich, sondern auch atmosphärisch ein besonderes Ereignis: Der 4. Juli markierte den 250. Jahrestag der Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung in Philadelphia. Vor dem Spiel sang Broadway-Star Idina Menzel die US-Nationalhymne auf einer sternförmigen Bühne, während Kampfflugzeuge über das Stadion hinwegflogen und ein Knabenchor "America the Beautiful" anstimmte. Im Stadion verteilte Klatschen in den Nationalfarben Rot, Weiß und Blau passten dabei farblich sowohl zu den USA als auch zu Frankreich und Paraguay. Ein Fan namens Ryan erklärte zu seiner nassen US-Flagge: Hält kühl und funktioniert ohne Akku. Nach dem Spiel heizte die Band The Roots aus Philadelphia noch einmal die Stimmung an. Ein heranziehendes Gewitter über Philadelphia überschnitt sich zeitlich mit dem Ende der Unabhängigkeitsfeiern und verzögerte am Abend die Rede von Donald Trump in Washington D.C.
In den Zweikämpfen ging es zwischenzeitlich hoch her: Matías Galarza traf Mbappé im Laufduell am Oberkörper, Schiedsrichter Tantashev und der VAR griffen jedoch nicht ein. Später foulte Andrés Cubas den Franzosen von hinten, was zu einer Rudelbildung führte – Gelbe Karten gab es allerdings nicht für Paraguay. Gelbe Karten sahen auf französischer Seite Barcola, Koné und Olise.
Didier Deschamps zeigte sich nach dem Schlusspfiff zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: "Paraguay hat alle Register gezogen. Vielleicht ist das nicht die Art von Fußball, die die Zuschauer am liebsten sehen, aber wir sind konzentriert geblieben. Gegen südamerikanische Mannschaften ist es immer schwierig. Umso mehr freut es mich, dass meine Spieler ihre Aufgabe erfüllt haben." Auch Mbappé betonte den kampfbetonten Charakter: "Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur offensiven Fußball spielen können. Jede Mannschaft setzt auf ihre eigenen Stärken. Es gibt keinen richtigen oder falschen Stil, entscheidend ist nur, dass man gewinnt." Auf die Frage nach dem rauen Spiel ergänzte er: Jeder kämpft mit seinen Waffen. Wir haben es auch so gemacht wie sie. Und: Wenn wir uns die Hände schmutzig machen müssen, machen wir uns die Hände schmutzig.
Auf das WM-Achtelfinale blickt Frankreich mit gemischten Gefühlen zurück, denn es war das erste Spiel der Équipe Tricolore bei diesem Turnier, in dem weniger als drei Tore gelangen. Mbappé verwies zudem auf die Vorgeschichte: Bereits auf dem Weg zum ersten WM-Titel im Jahr 1998 hatten Les Bleus Paraguay aus dem Weg räumen müssen, damals gab es ein mühsames 1:0 durch Golden Goal. Damals traf Laurent Blanc in der 114. Minute per Golden Goal – das erste Golden Goal der WM-Geschichte. Auch diesmal war es ein knapper Erfolg, wenn auch ohne Verlängerung.
Déjà-vu mit Paraguay
Paraguay hatte in der gesamten Partie nur einen einzigen Torschuss: Mike Maignan im Frankreich-Tor hatte beim Distanzversuch von Joker Mauricio aber keine Probleme. Es war der einzige Torschuss der Paraguayer in der gesamten Partie. Der eingewechselte Spieler verzog aus der Distanz, Maignan musste nicht eingreifen. Im Verlauf der zweiten Hälfte musste Paraguay zwei verletzungsbedingte Wechsel vornehmen, da seine Spieler sichtbar ermüdeten.
Bei der Auslosung der kommenden Runde kommt es zu einer Neuauflage des WM-Halbfinals von 2022: Im Viertelfinal trifft Frankreich am Donnerstag in Boston auf Marokko. Marokko hatte sich zuvor mit 3:0 gegen Co-Gastgeber Kanada durchgesetzt. Marokko ist amtierender Afrika-Meister und gewann das Halbfinale der WM 2022 gegen Frankreich – damals siegte Frankreich mit 2:0. In der Reprise des Halbfinals von vor 4 Jahren trifft das Team von Didier Deschamps in Boston auf Marokko.
Marokko wartet im Viertelfinal
Nach dem Spiel sorgte eine kleine Szene am Rande für Aufsehen: Ein französischer Fan namens Frédéric erzählte, er habe im Stadion einen paraguayischen Anhänger kennengelernt und werde nun mit ihm gemeinsam zum nächsten Spiel nach Boston reisen. Wir fahren zusammen nach Boston zum nächsten Spiel, sagte er. Der paraguayische Fan hatte zuvor erklärt: Wir haben es euch so schwer gemacht. ("We made it really hard for you"). Damit zeigte sich trotz der hitzigen sportlichen Auseinandersetzung eine versöhnliche Geste über die Lager hinweg.
Frankreichs Rekordnationalspieler hat allen Grund, mit Blick auf die kommende Aufgabe optimistisch zu sein: Mbappé führt mit sieben Turniertoren die Torjägerliste dieses Turniers gemeinsam mit Lionel Messi an, der damit erneut nur noch ein Tor hinter Rekordhalter Lionel Messi liegt – bzw. mit diesem gleichgezogen hat. Es folgten Erling Haaland und Harry Kane mit jeweils fünf Treffern.
Fragen & Antworten
Wer hat das entscheidende Tor im Spiel Frankreich gegen Paraguay geschossen?
Kylian Mbappé verwandelte in der 70. Minute einen Strafstoß nach einem Foul von Paraguays Diego Gomez an Désiré Doué zum 1:0-Endstand.
Wer ist der nächste Gegner Frankreichs im Turnier?
Frankreich trifft im Viertelfinale am Donnerstag in Boston auf Marokko, das sich zuvor mit 3:0 gegen Co-Gastgeber Kanada durchgesetzt hatte.
Wie hat Frankreich das Spiel gegen Paraguay taktisch gewonnen?
Frankreich kontrollierte über 80 Prozent Ballbesitz, brauchte aber einen VAR-Elfmeter nach einer Einwechslung, um die defensiv kompakte und körperlich aggressive paraguayische Mannschaft zu knacken.
Frankreich siegt 1:0 gegen Paraguay: Mbappé trifft per | nachrichten360