Frankreich steht im Viertelfinale – Mbappé erlöst die Équipe gegen kämpfende Paraguayer
Philadelphia, 05. Juli 2026
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Kurzfassung
Frankreich hat bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko durch einen von Kylian Mbappé in der 70. Minute verwandelten Elfmeter das Achtelfinale gegen Paraguay mit 1:0 gewonnen. Die Équipe Tricolore trifft nun am Donnerstag um 22:00 Uhr MESZ in Boston auf Marokko, das zuvor Co-Gastgeber Kanada mit 3:0 aus dem Turnier warf.
Frankreich ist bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko durch einen 1:0-Sieg gegen Paraguay ins Viertelfinale eingezogen, wo am Donnerstag (22:00 Uhr MESZ) in Boston das Duell mit Marokko wartet.
Die Équipe Tricolore, Titelanwärter und amtierender Vizeweltmeister, tat sich gegen die Südamerikaner über weite Strecken schwer. Erst in der 70. Minute erlöste Superstar Kylian Mbappé sein Team mit einem verwandelten Foulelfmeter, der zuvor nur nach einem Eingriff des Videoassistenten (VAR) gegeben worden war. Désiré Doué war etwa fünf Minuten vor dem entscheidenden Pfiff eingewechselt worden und im Strafraum gefoult worden – die Szene, die letztlich zum Strafstoß führte.
Spielverlauf: Elfmeter in der 70. Minute
Vor 68.324 Zuschauern in Philadelphia entwickelte sich ein Spiel, das von beiden Seiten intensiv, von einer Seite aber auch sehr rustikal geführt wurde. Die Franzosen kassierten drei Gelbe Karten, die an Barcola, Koné und Olise gingen. Paraguay hingegen beendete die Partie ohne eine einzige Verwarnung – ein Umstand, der im Anschluss für massive Kritik sorgte.
Trainer Didier Deschamps, von OE24 als Frankreichs Teamchef bezeichnet, zeigte sich nach dem Schlusspfiff zufrieden mit dem Ergebnis, nicht aber mit dem Verlauf: "Paraguay hat alle Register gezogen. Vielleicht ist das nicht die Art von Fußball, die die Zuschauer am liebsten sehen, aber wir sind konzentriert geblieben. Gegen südamerikanische Mannschaften ist es immer schwierig. Umso mehr freut es mich, dass meine Spieler ihre Aufgabe erfüllt haben."
Deschamps zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis
Mbappé, der mit seinem Treffer sein 19. WM-Tor erzielte und damit nur noch ein Tor hinter Lionel Messis WM-Rekord liegt, ordnete die Begegnung nüchtern ein: "Jeder spielt mit dem, was er hat. Es gibt im Fußball kein richtig oder falsch, sondern nur einen Weg: gewinnen." Der Stürmer hatte während der Partie den paraguayischen Torhüter Orlando Gill angeschrien und nach dem Schlusspfiff auch die Fans lautstark beschimpft – sein Trainer Didier Deschamps musste ihn anschließend beruhigen.
Den Paraguayern wurde von den Franzosen ein bewusst körperbetontes Auftreten vorgeworfen. Deschamps sagte: "Wir haben drei Gelbe Karten bekommen, und die anderen haben endlos gefoult. Jede Mannschaft spielt so, wie sie es für richtig hält, wobei ich auf einige Beleidigungen der Gegenseite hätte verzichten können." Rayan Cherki ergänzte: "Wie viele Fouls gab es, 30, 40? Wie viele Gelbe Karten gab es? Dazu habe ich nichts mehr zu sagen."
Galarza im Mittelpunkt
Besonders im Fokus stand Matias Galarza. Der 24-Jährige, der bei River Plate in Argentinien unter Vertrag steht, hatte Mbappé abseits des Balls an der Schulter getroffen, was vom Schiedsrichter ohne Konsequenzen blieb. Zudem versuchte Galarza nach Angaben des Berichts, den Elfmeterpunkt vor Mbappés Schuss zu beschädigen, scheiterte aber bei einem weiteren Versuch, Jules Koundé zu treffen, und fiel in einer Auseinandersetzung mit Michael Olise theatralisch zu Boden. Nach dem Ausscheiden weinte Galarza in der Interviewzone. Er selbst sagte später: "Jeder hat das Spiel gespielt, das er spielen wollte."
Scharfe Kritik am Schiedsrichter
Schiedsrichter Ilgis Tantashev aus Usbekistan stand im Mittelpunkt der Kritik. Er ließ nach Einschätzung von Beobachtern nicht nur das Foul an Mbappé und weitere harte Attacken ohne Karten, sondern wertete auch einen Schienbein-Tritt und einen Ellenbogen-Check gegen Dayot Upamecanos Solarplexus nicht als zumindest gelbwürdig. Der frühere Bundesliga-Referee Patrick Ittrich kritisierte die Leistung auf MagentaTV scharf: "Als Unparteiischer hast du das Spiel zu managen, das ist hier komplett in die Hose gegangen." Ittrich sprach von der "schlechtesten Schiedsrichterleistung dieser WM" und fand es "unfassbar", dass Paraguay ohne Karte blieb. Für den Schlag von Galarza gegen Mbappe hätte er nach eigenen Angaben die Rote Karte gezogen.
MagentaTV-Moderator Jan Henkel zeigte sich über die Szenen vor dem Elfmeter, in denen mehrere Spieler am Elfmeterpunkt manipulierten, ebenfalls empört: "Widerlich, regt mich tierisch auf." Paraguay-Torhüter Orlando Gill wies die Kritik von sich: "Das ist Fußball. Wenn sie das nicht gewohnt sind – was sollen wir da machen? So ist Paraguay eben – eine harte Mannschaft." Sein Trainer Gustavo Alfaro ergänzte: "Unsere Haltung ist es, auf dem Platz wie Löwen zu kämpfen."
Mbappé, der nach dem Spiel auch für seine Aussagen über die Spielweise der Paraguayer Schlagzeilen machte, zeigte sich unbeeindruckt. "Sie dachten, dass wir kommen würden, um im Smoking zu spielen, dass wir nur kommen würden, um schöne Aktionen und Eins-Zwei zu machen. Wir wissen auch, wie man schmutzigen Fußball spielt", sagte er. Auf die Frage nach der Härte meinte er: "Das ist ihr Fußball. Jeder kämpft mit seinen Waffen. Sie wollten nur kämpfen. Wir können auch dreckig spielen, aber waren trotzdem besser als sie. Wenn wir uns die Hände schmutzig machen müssen, dann machen wir uns die Hände schmutzig."
Mbappé ordnet die Partie ein
Der Franzose verwies zudem auf die eigene Vielseitigkeit: "Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur Offensivfußball spielen können." Frankreich, das in der ersten Halbzeit torlos geblieben war (0:0 zur Pause), habe bewiesen, dass es auch in einem kampfbetonten Spiel bestehen könne. Die Bedingungen in Philadelphia waren laut Bericht durch hohe Temperaturen zusätzlich erschwert worden.
Ausblick: Viertelfinale gegen Marokko
Im Viertelfinale wartet nun Marokko. Die Nordafrikaner, amtierender Afrika-Meister, hatten in dieser WM-Endrunde bereits Co-Gastgeber Kanada deutlich mit 3:0 bezwungen und damit das WM-Aus des nordamerikanischen Gastgebers besiegelt. Frankreich und Marokko trafen bereits im Halbfinale der WM 2022 aufeinander, damals setzte sich die Équipe Tricolore mit 2:0 durch. Die Erinnerung an jene Partie dürfte auch in Boston eine Rolle spielen, wenn es am Donnerstagabend erneut zum Duell kommt.
Für Paraguay, das die Partie über weite Strecken offen und mit großer Leidenschaft gestaltet hatte, endete das Turnier mit einer Niederlage, die durch die Umstände des Spiels emotional besonders belastend wirkte. Der Auftritt in Philadelphia, so viel wurde im Anschluss deutlich, hatte Spuren hinterlassen – bei beiden Mannschaften.
Frankreich reist derweil mit dem knappen, aber letztlich souveränen Erfolg und einer gehörigen Portion Wut im Bauch nach Boston. Mbappé selbst richtete den Blick bereits nach vorne: "Wir wissen, dass sie eine sehr starke Mannschaft sind, und wir werden unser Bestes geben, um unseren Weg fortzusetzen."
Die Équipe Tricolore wird damit ihrer Favoritenrolle vorerst gerecht – wenn auch auf eine Art, die Deschamps selbst nur widerwillig als die "Art von Fußball" bezeichnete, "die die Zuschauer am liebsten sehen". Am Donnerstagabend in Boston wird sich zeigen, ob Frankreich gegen Marokko wieder zu seinem offensiveren Spiel finden kann.
Fragen & Antworten
Wer hat das entscheidende Tor im Achtelfinale zwischen Frankreich und Paraguay erzielt?
Kylian Mbappé verwandelte in der 70. Minute einen Foulelfmeter zum 1:0-Endstand für Frankreich.
Wer pfeift das Viertelfinale zwischen Frankreich und Marokko und wo findet es statt?
Die Partie wird am Donnerstag um 22:00 Uhr MESZ in Boston ausgetragen; das Spiel steht im Viertelfelfinal-Programm der WM in den USA, Kanada und Mexiko.
Warum sorgte das Spiel für Diskussionen über den Schiedsrichter?
Schiedsrichter Ilgis Tantashev aus Usbekistan zeigte Frankreich drei Gelbe Karten, während Paraguay ohne Verwarnung blieb – trotz mehrerer harter Fouls, was von Ex-Referee Patrick Ittrich als 'schlechteste Schiedsrichterleistung dieser WM' kritisiert wurde.
WM 2026: Frankreich nach 1:0 gegen Paraguay im Viertelfinale | nachrichten360