Frankreich nach 1:0 gegen Paraguay im Viertelfinale der Fußball-WM
Philadelphia, 05. Juli 2026
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Kurzfassung
Frankreich hat durch einen von Kylian Mbappé verwandelten Elfmeter das Achtelfinale der WM 2026 gegen Paraguay mit 1:0 gewonnen. Am Donnerstag trifft der Titelkandidat in Boston auf Marokko, das im Parallelspiel Kanada mit 3:0 ausschaltete.
Frankreich hat durch einen von Kylian Mbappé in der 70. Minute verwandelten Foulelfmeter das WM-Achtelfinale in Philadelphia gegen Paraguay mit 1:0 gewonnen und trifft am Donnerstag (22:00 Uhr in Boston) im Viertelfinale auf Afrikameister Marokko.
Hitzeschlacht zum Auftakt
Die Équipe Tricolore stand am Samstagabend in Philadelphia vor einer physisch und atmosphärisch extremen Aufgabe: Bei Temperaturen nahe 40 Grad Celsius und einer gefühlten Temperatur von 46 Grad Celsius bestritt Frankreich das hitzigste Spiel des bisherigen Turniers. Beide Grenzwerte der Spielergewerkschaft FIFPro – ab 30 Grad Celsius verpflichtende Trinkpausen und ab 35,5 Grad Celsius eine mögliche Spielverlegung – wurden überschritten. Der Weltverband FIFA sah dennoch keinen Anlass für eine Verlegung der Partie.
Tausende Fans hatten sich schon Stunden vor dem Anpfiff auf den Parkplätzen rund um das Stadion zum sogenannten Tailgating versammelt. Papiereklappen in Rot, Weiß und Blau, die offiziell an die Zuschauer verteilt worden waren, wurden wegen der Hitze überwiegend als Fächer oder als provisorischer Sonnenschutz genutzt. Im Stadion selbst sang Broadway-Star Idina Menzel auf einer sternförmigen Bühne die US-Nationalhymne, ein Knabenchor trug „America the Beautiful" vor, und Kampfjets der US-Streitkräfte überflogen das Stadion – die Begegnung fiel mit dem 250. Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten zusammen.
Erste Hälfte: Chancen ohne Ertrag
Sportlich begann die Partie verhalten. In der 22. Minute registrierte Manu Koné, der den verletzten Aurélien Tchouaméni in der Startelf ersetzte, mit einem Distanzschuss die erste nennenswerte Möglichkeit der Franzosen. In der 31. Minute verpasste Kylian Mbappé eine präzise Flanke von Ousmane Dembélé nur knapp, ehe er in der 39. Minute einen Schuss um Zentimeter am Tor vorbeisetzte. Sekunden zuvor hatte Paraguays Matías Galárzaz Mbappé bei einem Zweikampf abseits des Balls an der Schulter getroffen – der Videoassistent griff jedoch nicht ein.
Spätestens mit Wiederanpfiff zur zweiten Hälfte wurde deutlich, dass die Südamerikaner ihren physischen Stil aus dem Turnier fortsetzen wollten. Paraguay hatte im bisherigen Wettbewerb bereits Deutschland ausgeschaltet und galt als unbequemer, körperbetont spielender Gegner. „Unsere Haltung ist es, auf dem Platz wie Löwen zu kämpfen", hatte Paraguays Trainer Gustavo Alfaro angekündigt. Die Spieler setzten diese Marschroute um: Sie rempelten, grätschten und provozierten, ohne dass Schiedsrichter Ilgiz Tantashev aus Usbekistan eingriff. Frankreich kassierte nach einer Stunde Spielzeit drei Gelbe Karten, während die paraguayische Mannschaft ohne jede Verwarnung blieb.
Der Elfmeter und die Skandalszene
In der 60. Minute brachte Frankreichs Teamchef Didier Deschamps Désiré Doué, fünf Minuten später wurde der eingewechselte Offensivspieler im Strafraum von Diego Gómez gefoult. Nach einem Eingriff des Videoassistenten entschied Tantashev auf Strafstoß für Frankreich. Vor der Ausführung kam es zu einer Szene, die MagentaTV-Moderator Jan Henkel als „Widerlich, regt mich tierisch auf" kommentierte: Mehrere Paraguayer hatten den Elfmeterpunkt zu beschädigen versucht, Gustavo Velázquez trat dabei wiederholt auf die Stelle, an der der Ball liegen sollte.
Kylian Mbappé trat an, ließ Paraguays Torhüter keine Chance und verwandelte in der 70. Minute flach ins rechte untere Eck. Es war bereits sein siebtes Turniertor und sein 19. WM-Tor insgesamt – damit zog er in der ewigen WM-Torschützenliste mit Lionel Messi gleich, der bei 20 Treffern steht. In der 22. Minute Nachspielzeit vergab Mbappé anschließend eine vielversprechende Doppelchance, am Ende blieb es aber beim knappen 1:0 für Frankreich.
Stimmen nach dem Abpfiff
Mbappé zeigte sich nach dem Abpfiff ungewöhnlich kämpferisch: „Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur offensiven Fußball spielen können. Jede Mannschaft setzt auf ihre eigenen Stärken. Es gibt keinen richtigen oder falschen Stil, entscheidend ist nur, dass man gewinnt." An anderer Stelle sagte er: „Wenn wir uns die Hände schmutzig machen müssen, dann machen wir uns die Hände schmutzig. Ich habe kein Problem damit." Gegenüber der argentinischen Ausgabe eines Senders ergänzte er: „Sie wollten nur kämpfen. Wir können auch dreckig spielen, aber waren trotzdem besser als sie."
Frankreichs Teamchef Didier Deschamps sprach das harte Spiel offen an: „Paraguay hat alle Register gezogen. Vielleicht ist das nicht die Art von Fußball, die die Zuschauer am liebsten sehen, aber wir sind konzentriert geblieben. Gegen südamerikanische Mannschaften ist es immer schwierig. Umso mehr freut es mich, dass meine Spieler ihre Aufgabe erfüllt haben." Außerdem sagte er: „Jede Mannschaft spielt so, wie sie es für richtig hält, wobei ich auf einige Beleidigungen der Gegenseite hätte verzichten können" und „Wir haben drei Gelbe Karten bekommen und die anderen haben endlos gefoult."
Kritik am Schiedsrichter
Frankreichs Rayan Cherki kritisierte die zurückhaltende Linie des Schiedsrichters: „Wie viele Fouls gab es, 30, 40? Wie viele Gelbe Karten gab es? Dazu habe ich nichts mehr zu sagen." Auch der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich, inzwischen als Schiedsrichter-Experte für MagentaTV tätig, schonte Tantashev nicht: Seine Leistung sei „die schlechteste Leistung bei dieser WM". Ittrich sagte, der Unparteiische habe die Begegnung nicht unter Kontrolle gehabt, weder in der Zweikampfbewertung noch im Disziplinarverhalten. Dass Paraguay ohne Gelbe Karte geblieben sei, bezeichnete er als „unfassbar". Für den Schlag von Galarza gegen Mbappé in der 39. Minute hätte Ittrich persönlich die Rote Karte gezogen.
Im Parallelspiel hatte zuvor Marokko den Co-Gastgeber Kanada mit 3:0 besiegt und damit sein Ticket für das Viertelfinale gelöst. Damit kommt es am Donnerstag (22:00 Uhr) in Boston zur Neuauflage des WM-Halbfinals von 2022, das Frankreich mit 2:0 für sich entschieden hatte. Mbappé blickte voraus: „Wir freuen uns riesig auf dieses Duell, weil wir wissen, wie stark Marokko ist."
Ausblick auf Marokko
Mbappé strebt in dieser Turnierphase auch persönlich einem historischen Rekord entgegen: Lionel Messi führt die ewige WM-Torschützenliste mit 20 Treffern an, Mbappé steht nun bei 19. Es war zudem das vierte WM-Viertelfinale in Folge für die Franzosen – ein Beleg für die Konstanz der Equipe Tricolore bei großen Turnieren.
Auch abseits des Platzes sorgte die Hitze für Schlagzeilen: In Washington D.C. musste eine für den Abend des 4. Juli geplante Rede von US-Präsident Donald Trump wegen eines herannahenden Gewitters verschoben werden. In Philadelphia traf das Unwetter ebenfalls Teile des Fanaufkommens. Die Band The Roots, gegründet in Philadelphia, trat nach dem Spiel auf, während sich französische und paraguayische Anhänger am Abend gemeinsam in der McGillin's Olde Ale House in der Innenstadt trafen.
Abseits des Spielfelds
Ein französischer Fan namens Frédéric erzählte Reportern, dass er gemeinsam mit seinem paraguayischen Freund nach Boston reisen werde: „Wir fahren zusammen nach Boston zum nächsten Spiel." Auch ein paraguayischer Anhänger begegnete den Franzosen mit einem Augenzwinkern: „Wir haben es euch so schwer gemacht." In den sozialen Netzwerken sorgten kreative Hitzetricks für Aufmerksamkeit: Eine Anhängerin namens Jen nutzte ein Nackenventilator-Modell als Accessoire des Tages, ein Fan namens Ryan wickelte sich eine nasse US-Flagge um den Körper, um sich abzukühlen.
Dass die Nationalfarben Paraguays und Frankreichs – Rot, Weiß und Blau – zufällig mit denen der USA übereinstimmen, gab dem ungewöhnlichen Rahmen der Partie am Nationalfeiertag eine zusätzliche symbolische Note. Mit Blick auf das bevorstehende Viertelfinale gegen Marokko muss Frankreich vor allem seine personelle Situation im Mittelfeld im Auge behalten: Neben dem verletzten Tchouaméni fielen im Achtelfinale weitere Spieler mit kleinen Blessuren aus, zwei Wechsel Paraguays waren verletzungsbedingt erfolgt.
Mbappé selbst, so schrieb die Sportpresse am Folgetag, hätte bei einigen Szenen durchaus selbst eine Gelbe Karte sehen können. Das Gesamtbild der Partie bleibt damit zwiespältig: sportlich ein verdienter, wenn auch knapper Erfolg der Franzosen, atmosphärisch und regeltechnisch eines der turbulentesten Spiele des Turniers. Am Donnerstag in Boston wartet mit Marokko der erste afrikanische Halbfinalist einer Fußball-Weltmeisterschaft – eine Aufgabe, die nach Mbappés Worten „alles andere als ein Selbstläufer" werden dürfte.
Fragen & Antworten
Wie hat Frankreich das Achtelfinale gegen Paraguay gewonnen?
Frankreich gewann am 4. Juli 2026 in Philadelphia durch einen von Kylian Mbappé in der 70. Minute verwandelten Foulelfmeter mit 1:0 gegen Paraguay und steht damit im Viertelfinale der WM.
Wer ist der Gegner Frankreichs im Viertelfinale?
Frankreich trifft am Donnerstag um 22:00 Uhr in Boston auf Afrikameister Marokko, das im Parallelspiel Co-Gastgeber Kanada mit 3:0 besiegte.
Warum wurde der Schiedsrichter so heftig kritisiert?
Der ehemalige Bundesliga-Referee Patrick Ittrich bezeichnete die Leistung von Schiedsrichter Ilgiz Tantashev aus Usbekistan als „die schlechteste Leistung bei dieser WM" und monierte, dass Paraguay trotz zahlreicher Fouls ohne Gelbe Karte blieb.
Frankreich vs. Paraguay 1:0: Viertelfinal-Einzug bei der WM | nachrichten360