Finanzminister Marterbauer an Lymphom erkrankt – Behandlung beginnt sofort im Wiener AKH
Wien, 13. Juli 2026
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Kurzfassung
Österreichs Finanzminister Markus Marterbauer hat am Montag öffentlich gemacht, dass bei ihm ein Lymphom diagnostiziert wurde. Die Therapie hat laut seinen Angaben noch am selben Tag im Wiener AKH begonnen; der Minister will während der Behandlung im Amt bleiben.
Der österreichische Finanzminister Markus Marterbauer hat am Montag via E-Mail an Redaktionen bekanntgegeben, dass bei ihm ein Lymphom diagnostiziert wurde und er ab sofort im Wiener AKH behandelt wird, gleichzeitig aber sein Amt weiterführen will.
Diagnose und erste Reaktion
In seiner Stellungnahme erklärte Marterbauer: „Seit kurzem bin ich einer davon“ – und meinte damit die Gruppe der mehr als 400.000 Menschen in Österreich, die mit einer Krebsdiagnose leben. Konkret handle es sich bei seiner Diagnose um ein Lymphom, wie aus der an Medien und Redaktionen verschickten Mitteilung hervorgeht.
Der Minister betonte, dass er sich bei dem behandelnden Ärzteteam „hervorragend aufgehoben und betreut“ fühle. „Es handelt sich bei meiner Diagnose um ein Lymphom. Eine Erkrankung, die in den letzten Jahren dank umfangreicher Forschung und des guten österreichischen Gesundheitssystems sehr gute Heilungschancen aufweist“, schrieb Marterbauer weiter.
Behandlung im Wiener AKH
Die Therapie, die unmittelbar beginnen müsse, wird den Angaben zufolge in den kommenden drei Monaten stattfinden. Behandelt wird Marterbauer im Wiener AKH, dem Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien; laut APA hat die notwendige Therapie dort bereits am Montag begonnen.
Trotz der Erkrankung will der Finanzminister seine Aufgaben weiter wahrnehmen. „Aber die Behandlung wird so geplant, dass ich meiner Aufgabe und Funktion als Finanzminister unseres Landes voll nachkommen werde“, teilte er mit. Allerdings könnten einzelne Termine verschoben werden, da die Therapieeinheiten als zusätzliche Termine in seinem dienstlichen Kalender stünden.
Weiterführung des Amtes
„Die Therapieeinheiten werden zusätzliche Termine in meinstlichem Kalender sein und deshalb bisweilen zur Verschiebung des einen oder anderen Termins führen“, heißt es in der Mitteilung. Im Klartext bedeutet das: Einzelne geplante Termine müssen in den nächsten Monaten möglicherweise verschoben werden, weil die Therapie Vorrang hat.
Marterbauer richtete zugleich einen Appell an die Öffentlichkeit. Er bitte darum, „in der Kommunikation durchaus offen, aber fair und respektvoll mit meiner Erkrankung umzugehen“. Er bedanke sich „vorab bei Ihnen für Ihren Respekt und das Verständnis und freue mich, wenn wir uns bald wieder über den erfolgreichen Sanierungskurs für Österreich unterhalten können“.
Der Minister sprach auch die private Seite der Diagnose an. „Wie bei vielen Menschen in unserem Land ist sie eine emotionale Belastung für meine Familie, meine Freundinnen und Freunde, meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, schrieb Marterbauer. Er schloss mit der Bitte um einen respektvollen Umgang mit der Erkrankung.
Politische Reaktionen
Politische Reaktionen auf die Diagnose ließen nicht lange auf sich warten. Neos-Vorsitzende Beate Meinl-Reisinger wünschte Marterbauer für die bevorstehende Therapie „viel Zuversicht und eine baldige Genesung“. Sie schätze die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit sehr und wünsche „alles Gute und viel Kraft für die kommende Zeit“.
Auch aus der Bundesregierung kamen Genesungswünsche. SPÖ-Parteichef und Vizekanzler Andreas Babler meldete sich über die Plattform Bluesky zu Wort: „Das letzte Jahr hast du dich um die Republik gekümmert, jetzt kümmere dich bitte gut um dich, damit wir dich bald wieder ganz gesund bei uns zurück haben“, schrieb Babler an den Minister.
Die Reaktionen zeigen, dass Marterbauer in der politischen Landschaft Wiens und Österreichs über die Parteigrenzen hinweg auf Zuspruch bauen kann. Sowohl Meinl-Reisinger als auch Babler unterstrichen in ihren Worten den persönlichen Umgang mit dem erkrankten Minister und die Wertschätzung seiner bisherigen Arbeit.
Marterbauer hatte zuletzt mit verschiedenen wirtschafts- und finanzpolitischen Themen von sich reden gemacht, darunter den sogenannten Sanierungskurs für Österreich. In seiner Mitteilung verwies er darauf, dass er sich freue, „wenn wir uns bald wieder über den erfolgreichen Sanierungskurs für Österreich unterhalten können“ – ein Hinweis darauf, dass er nach der Behandlung wieder voll in die politische Arbeit einsteigen will.
Hintergrund: Was ist ein Lymphom?
Die Therapie ist nach Marterbauers Angaben für die kommenden drei Monate angesetzt. Während dieser Zeit plant der Minister, seine Amtsgeschäfte vollumfänglich weiterzuführen. Wie die konkrete Terminabstimmung zwischen medizinischer Behandlung und politischen Verpflichtungen aussehen wird, ist offen.
Bei Lymphomen handelt es sich um Krebserkrankungen des Lymphsystems, das eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielt. Medizinisch wird zwischen verschiedenen Formen unterschieden; das Hodgkin-Lymphom gehört heute zu den am besten behandelbaren Krebserkrankungen. Mehr als 80 bis 90 Prozent der Patientinnen und Patienten können dauerhaft geheilt werden, insbesondere wenn die Krankheit früh erkannt wird.
Zugleich verweisen Fachleute darauf, dass die genauen Heilungschancen stets vom individuellen Verlauf abhängen. Marterbauer selbst verwies auf die Fortschritte der Forschung sowie die hohe Qualität des österreichischen Gesundheitssystems. Diese Faktoren seien mitentscheidend dafür, dass sein Lymphom heute als gut behandelbar gelte.
Medienecho und Ausblick
Die Nachricht von der Erkrankung löste am Montag in Politik und Medien ein breites Echo aus. Die APA berichtete über die Stellungnahme des Ministers, zahlreiche Redaktionen übernahmen das Statement. Über die Parteigrenzen hinweg dominierten Genesungswünsche und Bekundungen des Respekts für den Umgang mit der persönlichen Lage.
Marterbauers Schritt, die Diagnose aktiv öffentlich zu machen, wurde vielfach als Ausdruck von Transparenz gewürdigt. Indem er den Befund selbst kommunizierte und zugleich um einen respektvollen Umgang bat, setzte er den Ton für die mediale Berichterstattung über seine Erkrankung selbst.
Wie es in den kommenden Wochen konkret weitergeht, hängt vom Verlauf der Therapie ab. Marterbauer hatte angekündigt, dass einzelne Termine verschoben werden könnten, er aber grundsätzlich im Amt bleiben werde. Das Land wartet indes auf Signale, wie es mit den laufenden politischen Vorhaben weitergeht.
Insgesamt zeigt die Reaktion auf die Diagnose, dass Marterbauer in der heimischen Politik über Fraktionsgrenzen hinweg als jemand wahrgenommen wird, mit dem ein kollegialer Umgang gepflegt wird. Die kommenden drei Monate gelten nun als Phase, in der Therapie und Amtsgeschäfte in Einklang gebracht werden müssen.
Unabhängig vom politischen Tagesgeschäft erinnert der Fall an die rund 400.000 Menschen in Österreich, die laut den Angaben des Ministers mit einer Krebsdiagnose leben. Lymphdrüsenkrebs zählt zu den häufigeren Krebsarten, wobei die individuellen Verläufe sehr unterschiedlich sein können.
Fragen & Antworten
Welche Krebserkrankung wurde bei Finanzminister Marterbauer festgestellt?
Bei Markus Marterbauer wurde ein Lymphom diagnostiziert; die Therapie hat am Montag im Wiener AKH begonnen und soll laut seinen Angaben rund drei Monate dauern.
Bleibt Marterbauer trotz der Erkrankung im Amt?
Ja, Marterbauer hat angekündigt, dass er Finanzminister bleibt und seine Amtsgeschäfte weiterführen will; einzelne Termine können jedoch wegen der Therapie verschoben werden.
Wie haben Politikerinnen und Politiker auf die Diagnose reagiert?
Neos-Vorsitzende Beate Meinl-Reisinger und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) haben dem Minister Genesungswünsche übermittelt und ihre Wertschätzung für die Zusammenarbeit betont.
Marterbauer an Lymphom erkrankt: Therapie im AKH Wien | nachrichten360