Venedig, 31 August 2026
Die Filmfestspiele Venedig werden in der laufenden Ausgabe keine Pressekonferenz der internationalen Jury mehr abhalten, wie das Festival am Wochenende bekanntgab.
Hintergrund der Entscheidung
Die Entscheidung fällt in eine politisch aufgeladene Ausgabe des Festivals, die unmittelbar nach dem Angriff auf die Jury durch den Gaza-Konflikt geprägt ist. Vergangene Pressekonferenzen in Venedig hatten wiederholt dazu geführt, dass Jurymitglieder zu Fragen des Nahostkonflikts Stellung nehmen mussten, oft unter dem Druck internationaler Medien.
Hintergrund ist nach Angaben aus dem Umfeld des Festivals die Erfahrung der vergangenen Jahre: In Cannes hatten Aussagen von Jurypräsidenten vergleichbaren Wellen ausgelöst, und in Berlin war die Jury mehrfach mit politischen Fragen konfrontiert worden. In Venedig selbst hatte zuletzt die Jury mit Wim Wenders an der Spitze wiederholt politische Stellungnahmen formuliert. Auch bei der Ausgabe 2024 gewann die diesjährige Jurorin Kaouther Ben Hania mit einem Film über ein getötetes palästinensisches Mädchen den zweitwichtigsten Preis des Festivals.
