Feuer auf Nordseeinsel Trischen: Vogelwarte des NABU brennt vollständig ab, Vogelwart gerettet
Friedrichskoog, 9. Juli 2026
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Kurzfassung
Auf der Nordseeinsel Trischen ist in der Nacht zu Donnerstag die Hütte des Vogelwarts vollständig abgebrannt. Der 33-jährige Ornithologe David Grupp konnte sich retten und wurde mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht.
In der Nacht zum Donnerstag ist auf der Nordseeinsel Trischen vor der Meldorfer Bucht ein Feuer ausgebrochen, bei dem die Hütte des Vogelwarts des Naturschutzbundes NABU vollständig zerstört wurde; der 33-jährige Ornithologe David Grupp wurde verletzt gerettet.
Brand in der Nacht
Das Feuer brach nach Angaben der Feuerwehr gegen 22.30 Uhr auf der Nordseeinsel Trischen aus, wie aus den Berichten mehrerer Stellen hervorgeht. Die Insel liegt rund 14 Kilometer südwestlich von Büsum im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein und ist etwa 180 Hektar groß. Bei dem Brand wurde die Holzpfahlhütte des einzigen Bewohners der Insel vollständig vernichtet.
Der 33-jährige Ornithologe David Grupp, der seit Ende März im Auftrag des NABU auf Trischen lebte, um dort unter anderem die Vögel zu beobachten und zu zählen, alarmierte nach Ausbruch des Feuers die Rettungskräfte. Er selbst rettete sich an die Nordspitze der mondförmigen Sandinsel, wo er nach Schilderungen nur leicht bekleidet im Wasser stand, als die Helfer eintrafen.
Schwierige Anfahrt
Wegen Niedrigwassers konnte ein Schiff der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) die Insel zunächst nicht anlaufen, wie aus den Berichten hervorgeht. Da der Seenotrettungskreuzer nicht anlegen konnte, brachte ein Hubschrauber der Marineflieger sechs Feuerwehrleute auf die Insel.
Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbandes Dithmarschen saßen an Bord des Hubschraubers sechs Menschen, die zur Brandbekämpfung auf die Insel geflogen wurden. Da die Rettung per Schiff zunächst nicht möglich war, blieb nur der Luftweg, um die Einsatzkräfte auf die schwer zugängliche Insel zu bringen.
Löschen mit Feuerpatschen
Sprecher Ole Kröger vom Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen sagte NDR Schleswig-Holstein am Morgen, die Feuerwehrleute hätten sogenannte Feuerpatschen eingesetzt, um die Flammen auszuschlagen. Diese Geräte, die aussehen wie große Besenstiele, seien notwendig gewesen, weil die Helfer ansonsten Pumpen hätten mitnehmen müssen, um an Löschwasser zu gelangen.
Einsatzleiter Mathias Clausen von der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichskoog erklärte, der Fokus beim Löschen habe auf der Vegetation gelegen. Er begründete dies mit dem Schutz des Vogelbestands auf der Insel. Clausen sagte wörtlich: „Um die Hütte an sich haben wir uns gar nicht gekümmert, sondern nur um den Vegetations-Brand, damit wir den Vogelbestand schützen können.“
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stand die Hütte bei Eintreffen des Seenotrettungskreuzers bereits „lichterloh in Flammen“. Als die Einsatzkräfte auf der Insel ankamen, sei von der Hütte nicht mehr viel übrig gewesen, berichteten die Helfer übereinstimmend.
Vogelwart verletzt gerettet
Der Vogelwart David Grupp wurde von Seenotrettern von der Nordspitze der Insel in Sicherheit gebracht und anschließend per Schiff nach Büsum gebracht. Von dort erfolgte der Weitertransport ins Westküstenklinikum nach Heide, wo er mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung behandelt wurde.
Nach Angaben des NABU-Landesvorsitzenden Alexander Schwarzlose ist David Grupp inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Schwarzlose erklärte, es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, nachdem er die Nacht im Krankenhaus verbracht hatte.
Neben der Hütte wurden nach Angaben der Feuerwehr rund 350 Quadratmeter Grasland durch das Feuer zerstört. Den Einsatzkräften gelang es, ein weiteres Ausbreiten des Vegetationsbrands zu verhindern, sodass die Schäden an der übrigen Insel-Infrastruktur begrenzt blieben.
Brandursache noch unklar
Die Ursache des Feuers ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger noch unklar. Auch der NABU-Geschäftsführer teilte NDR Schleswig-Holstein mit, man werde über das weitere Vorgehen auf der Insel nachdenken, sobald die Brandursache ermittelt sei.
Wie es auf der Insel für den NABU weitergeht, ist noch offen. Die Beobachtung und Zählung der Vögel im Sommer, eine der Kernaufgaben des Vogelwarts, wird durch den Verlust der Hütte erschwert, da die Unterkunft als Stützpunkt für die Naturschutzarbeit diente.
Auswirkungen auf die Naturschutzarbeit
Trischen, eine mondförmige Sandinsel, ist während der Sommermonate üblicherweise von einem Naturschutzwart des NABU bewohnt, der in einer Holzpfahlhütte lebt und die dort ansässigen Vögel beobachtet. Die Insel ist ein wichtiges Brut- und Rastgebiet für zahlreiche Vogelarten an der Nordseeküste.
Die Bergung des verletzten Ornithologen und der Löscheinsatz auf der abgelegenen Insel zeigten die besonderen logistischen Herausforderungen, die Einsätze auf den Halligen und Inseln des Wattenmeers mit sich bringen. Die Kombination aus Niedrigwasser, fehlender Landungsmöglichkeit für Schiffe und der Notwendigkeit, Löschwasser zu beschaffen, machte den Einsatz zu einer koordinierten Aktion mehrerer Rettungsorganisationen.
Während des Einsatzes arbeiteten die Freiwillige Feuerwehr Friedrichskoog, der Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen, die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und die Marineflieger Hand in Hand, um den Brand unter Kontrolle zu bringen und den verletzten Vogelwart zu versorgen. Die Rettung des 33-Jährigen verlief nach Angaben der Beteiligten erfolgreich.
Fragen & Antworten
Wer ist der Vogelwart auf Trischen?
Der Vogelwart ist der 33-jährige Ornithologe David Grupp, der seit Ende März im Auftrag des NABU auf der Insel lebte und dort unter anderem die Vögel beobachtete und zählte.
Warum konnte die Hütte nicht gerettet werden?
Einsatzleiter Mathias Clausen erklärte, die Einsatzkräfte hätten sich ausschließlich auf den Vegetationsbrand konzentriert, um den Vogelbestand der Insel zu schützen.
Wie wurde der Vogelwart gerettet?
Seenotretter holten David Grupp von der Nordspitze der Insel ab und brachten ihn per Schiff nach Büsum, von wo er ins Westküstenklinikum nach Heide transportiert wurde.