Der FC Bayern München hat den Vertrag des österreichischen Fußballprofis Konrad Laimer bis zum Sommer 2029 verlängert und damit ein monatelanges Verhandlungsmarathon beendet.
Hintergrund der Verhandlungen
Der Klub gab die Einigung am Tag nach dem WM-Finale in Nordamerika bekannt. Laimer, der beim Turnier alle Spiele der österreichischen Nationalmannschaft über die volle Spielzeit bestritt, hatte zuvor im Trainingslager in Kalifornien bereits Optimismus verbreitet. Auf die Frage nach dem Stand der Gespräche sagte er schlicht: "Es schaut gut aus."
Sportvorstand Max Eberl sprach von zwei unterschiedlichen Blickwinkeln, betonte aber ausdrücklich: "no bad blood, no discord, nothing at all." Die Verhandlungen hatten sich nach Informationen aus Medienberichten vor allem an der Gehaltsfrage entzündet. Laimers Berater hatten demnach zunächst bis zu 15 Millionen Euro pro Jahr gefordert. Am Ende steht laut Berichten ein Paket von bis zu zwölf Millionen Euro inklusive Boni. Zuvor soll Laimer bei bis zu zehn Millionen Euro gelegen haben.
Trainer Vincent Kompany hatte den 29-Jährigen zuletzt überwiegend als Außenverteidiger eingesetzt. Laimer, der 2023 von RB Leipzig an die Isar gewechselt war und seit drei Jahren beim Rekordmeister spielt, bringt es in 136 Pflichtspielen auf sieben Tore und 19 Vorlagen. Mit den Bayern gewann er zwei Meisterschaften sowie in der Vorsaison das Double aus Meisterschaft und Pokal.
Stimmen aus dem Verein
Sportdirektor Christoph Freund hob Laimers Vielseitigkeit und Konstanz hervor. "Wir schätzen Konnys Vielseitigkeit, Leidenschaft und Konstanz enorm. Er ruft beständig seine Qualitäten ab, Saison für Saison, Spiel für Spiel", sagte er. Freund sprach zudem von einer Vorbildfunktion im Team: "Er ist ein Vorbild, weil er keinen Ball verloren gibt, sich kontinuierlich weiterentwickelt und auch in der Kabine ein wichtiger Faktor ist."
Auch Eberl würdigte den Spieler: "Verlässlichkeit auf Topniveau hat seinen Namen, und mit seinen Fähigkeiten und seinem Charakter ist er ein wichtiger Teil des Teams. Er ist ein Spieler, der andere mitreißt." Bayerns Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen stand bei der Präsentation neben Laimer, als dieser ein neues Trikot des Klubs in die Kamera hielt. Die Einigung fiel rechtzeitig vor dem Beginn der Saisonvorbereitung.
Laimer selbst betonte seine Verbundenheit mit dem Verein: "Ich habe schon oft betont, wie happy ich in München bin und dass es riesig Spaß macht, in dieser Mannschaft Fußball zu spielen." Er sieht sich auf vielen Positionen als Verstärkung: "Ich kann dem Team auf vielen Positionen helfen und möchte weiter jede einzelne Sekunde alles für den FC Bayern geben." Das habe er von Anfang an gespürt: "Das habe ich von Tag eins an hier gespürt."
Hoeneß und die Gehaltsdebatte
Mit Blick auf die kommende Saison zeigte sich der Mittelfeld- und Abwehrmann zuversichtlich: "Mit dieser Mannschaft ist immer alles drin, und ich freue mich schon jetzt, wenn die Saison wieder losgeht." Beim WM-Turnier in Nordamerika war Laimer über die volle Distanz für Österreich im Einsatz, ehe die ÖFB-Auswahl im Achtelfinale am späteren Weltmeister Spanien scheiterte.
Im Hintergrund hatte Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß die Diskussion um das Gehalt Anfang Mai, rund um die Halbfinalspiele der Champions League gegen den späteren Titelgewinner Paris Saint-Germain, mit einem markanten Vergleich befeuert. Bei DAZN sagte er: "Er ist für die Mannschaft extrem wichtig, genauso für die Außendarstellung des Vereins. Er arbeitet unheimlich viel für das Team. Aber er ist eben nicht Maradona. Und solche Spieler müssen akzeptieren, dass es Grenzen gibt."
Laimer ist mit 61 Länderspielen und sieben Toren für die österreichische Nationalmannschaft einer der erfahrenen Akteure des ÖFB. Seine Vertragsverlängerung gibt dem deutschen Rekordmeister auf mehreren Defensiv- und Mittelfeldpositionen Planungssicherheit bis 2029 und nimmt gleichzeitig den Druck aus einer öffentlich geführten Gehaltsdebatte.
Bedeutung für die neue Saison
Die Unterzeichnung fiel mit Blick auf das Budget signalisierend aus: Die Bayern bewegten sich zwar deutlich auf die ursprünglichen Forderungen der Spielerseite zu, hielten aber ihre vorab kommunizierte Linie gegen eine Reihe von Berichten über noch höhere Forderungen ein. Für Laimer bedeutet der neue Kontrakt den vorläufigen Höhepunkt einer Entwicklung, die ihn vom Leipzig-Leistungsträger zum festen Bestandteil des Münchner Teams gemacht hat.
Mit der Vertragsunterschrift endet eine Hängepartie, die über weite Strecken der Vorsaison die Schlagzeilen rund um den Verein mitbestimmt hatte. Eberl sprach von zwei Blickwinkeln, die letztlich in Einklang gebracht worden seien. Bayern kann die Vorbereitung nun mit einer geklärten Personalie beginnen, Laimer die neue Spielzeit mit klaren Verhältnissen.
